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IFRS-Update: Ab 2018 neu anzuwendende Regelungen

IFRS 15, IFRS 9, Internationale Rechnungslegung, IFRS
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Das Jahr 2018 brachte für die IFRS-Bilanzierer eine Vielzahl von Veränderungen mit sich. Im Fokus stehen hierbei besonders die erstmalige Anwendung von IFRS 9 („Finanzinstrumente“) und IFRS 15 („Erlöse aus Verträgen mit Kunden“). Darüber hinaus gibt es Änderungen bzw. Klarstellungen in verschiedenen IAS/IFRS sowie mit IFRIC 22 („Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen“) auch eine erstmals zu beachtende neue Interpretation.

Zu Beginn des Jahres 2018 gibt es folgende neue bzw. geänderte Regelungen, die von IFRS-Bilanzierern erstmals zu beachten sind:

  • IAS 40: Änderungen in Bezug auf die Übertragung von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien.
  • IFRS 2: Klarstellungen bzgl. der Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung.
  • IFRS 4: Änderungen aufgrund von herrschenden Bedenken hinsichtlich der unterschiedlichen Zeitpunkte des Inkrafttretens von IFRS 17 (der zukünftig IFRS 4 ersetzen wird) und IFRS 9.
  • IFRS 9: Neuer Standard über die Abbildung von Finanzinstrumenten.
  • IFRS 15: Neuer Standard über die Abbildung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden.
  • IFRIC 22: Neue Interpretation zur Konkretisierung der Umrechnungsvorschriften des IAS 21.
  • Änderungen aus dem Annual Improvements Project 2014-2016: Im Zuge der jährlichen Verbesserungen kam es zu Änderungen an IAS 28, IFRS 1 und IFRS 12.

Auf die Notwendigkeit des Endorsement durch die EU für eine Gültigkeit der Neuregelungen für IFRS-Anwender in der EU wird an dieser Stelle nur hingewiesen.

Als umfassendste und zugleich bedeutsamste Veränderungen sind dabei die beiden neuen Standards IFRS 9 und IFRS 15 anzusehen. Deren einzelne Regelungen sind sehr umfangreich, komplex und detailliert.

IFRS 9 enthält mit Blick auf Finanzinstrumente umfangreiche Vorschriften zu Ansatz, Bewertung, Ausbuchung sowie zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften. Anders als IAS 39, der vier Bewertungskategorien kannte, sieht IFRS 9 eine Zuordnung der Finanzinstrumente in eine von drei Bewertungskategorien vor: „Fair value through profit or loss“, „Fair value through other comprehensive income“ oder „Amortized cost“. Die Entscheidung, in welche Kategorie ein Finanzinstrument einzuordnen ist, muss bereits im Zugangszeitpunkt getroffen werden. Relevant für die Einstufung sind dabei insbesondere zwei Kriterien: das Geschäftsmodell-Kriterium sowie das Cashflow-Kriterium. Die Zugangsbewertung erfolgt regelmäßig mit dem Fair Value. Für die Folgebewertung kommt es auf die Einstufung in eine der drei oben genannten Bewertungskategorien an.

Mit IFRS 15 wurden branchenunabhängige und prinzipienorientierte Regelungen geschaffen, nach denen die Realisierung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden zu erfolgen hat. Dem Grundprinzip folgend werden Umsatzerlöse erfasst, wenn Leistungsverpflichtungen durch das Unternehmen mit Lieferung von Waren und Gütern oder Erbringung von Dienstleistungen erfüllt werden. Die Erlösrealisierung erfolgt hierbei in fünf Schritten: Identifizierung eines Vertrags mit Kunden, Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, Bestimmung des Transaktionspreises, Allokation des Transaktionspreises sowie Erlöserfassung für erfüllte Leistungsverpflichtungen.

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