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Übernahme der Änderungen an IFRS 9 in EU-Recht

IFRS 9, Endorsement, Finanzinstrumente
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Die EU hat die Änderungen an IFRS 9 „Finanzinstrumente“ durch Verkündung im Amtsblatt in europäisches Recht übernommen. Diese betreffen die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten mit negativer Vorfälligkeitsentschädigung und dürfen nun bereits ab dem 01.01.2018 angewendet werden.

Gegenstand der nunmehr von der EU in europäisches Recht übernommenen Änderungen zu IFRS 9 ist einerseits die Frage, wie bestimmte Finanzinstrumente mit Vorfälligkeitsregelung nach IFRS 9 zu klassifizieren sind. Demnach sollen nun auch finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung unter bestimmten Voraussetzungen die Zahlungsstrombedingung erfüllen können. Bislang konnten unter IFRS 9 bestimmte Vorfälligkeitsregelungen dazu führen, dass Instrumente, die ansonsten ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag vorsehen, von einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Änderungen im sonstigen Gesamtergebnis ausgeschlossen waren.

Durch die Neuregelung werden die bestehenden Vorschriften in IFRS 9 zu Kündigungsrechten dahingehend geändert, dass auch bei negativen Ausgleichszahlungen eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (bzw. in Abhängigkeit des Geschäftsmodells erfolgsneutral zum Fair Value) möglich ist. Das Vorzeichen der Ausgleichszahlung ist nicht relevant, d.h., in Abhängigkeit von dem bei Kündigung vorherrschenden Zinsniveau ist eine Zahlung auch zugunsten der Vertragspartei möglich, welche die vorzeitige Rückzahlung herbeiführt.

Darüber hinaus erfolgte durch die Änderungen zu IFRS 9 eine Klarstellung zu Modifikationen finanzieller Verbindlichkeiten. Demnach soll nach der Restrukturierung von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zu deren Ausbuchung führen bzw. geführt haben, der Buchwert der finanziellen Verbindlichkeit unmittelbar erfolgswirksam angepasst werden. Somit kann eine rückwirkende Änderung der Bilanzierung notwendig werden, wenn bisher nicht die fortgeführten Anschaffungskosten, sondern der Effektivzinssatz angepasst wurde.

Die Änderungen zu IFRS 9 sind spätestens für am oder nach dem 01.01.2019 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig und vor dem Hintergrund einer zeitgleichen Erstanwendung mit IFRS 9 (ab dem 01.01.2018) zu empfehlen ist.

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