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IAS 8: Änderungsentwurf zu Erleichterungen bei der retrospektiven Anwendung

IAS 8, Retrospektive Anwendung, Änderungen
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Am 27.03.2018 hat das IASB einen Änderungsentwurf zu IAS 8 veröffentlicht. Ziel ist die Erleichterung von freiwilligen Änderungen der Rechnungslegungsmethoden, indem die Pflicht zur retrospektiven Anpassung von einer Kosten-Nutzen-Beurteilung abhängig gemacht wird. Die Erstanwendung der geänderten Vorschriften ist derzeit noch offen.

Gegenstand des IAS 8 sind die Auswahl und Anwendung von Rechnungslegungsmethoden, deren Stetigkeit, die Änderung der Rechnungslegungs- und Bilanzierungsmethoden sowie die Änderung rechnungslegungsbezogener Schätzungen und Fehlerkorrekturen. In dem nun durch das IASB veröffentlichten Änderungsentwurf zu IAS 8 werden vor allem die Folgen thematisiert, die sich aus Änderungen der Rechnungslegungs- oder Bilanzierungsmethoden ergeben. Grundsätzlich ist eine Änderung der angewandten Rechnungslegungsmethoden nach IFRS verpflichtend, wenn sie durch einen Standard vorgeschrieben ist oder die Änderung für den Abschlussadressaten zu entscheidungsnützlicheren Informationen führt. Darüber hinaus werden jedoch häufig auch freiwillige Änderungen aufgrund von nicht verbindlichen Erklärungen durchgeführt, die in den sogenannten Agenda-Entscheidungen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) enthalten sind.

In der Praxis führt die aus IAS 8 abzuleitende Verpflichtung, jede Änderung retrospektiv vornehmen zu müssen, zu einem erheblichen Aufwand. Die einzige zulässige Ausnahme von einer retrospektiven Anwendung war bisher deren Undurchführbarkeit.

Ziel des aktuellen Änderungsentwurfs zu IAS 8 ist es, hierzu Erleichterungen zu schaffen. Zu diesem Zweck soll eine Kosten-Nutzen-Beurteilung durchgeführt werden. Falls der erwartete Nutzen der retrospektiven Änderung für die Abschlussadressaten niedriger ist als die Kosten des Unternehmens für die Ermittlung der periodenspezifischen Effekte oder der kumulierten Auswirkungen, muss keine retrospektive Anwendung erfolgen.

Ein Vorschlag zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderungen ist in dem veröffentlichten Entwurf noch nicht enthalten.

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