Suche

Kontakt

Nutzen Sie unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an! Wir freuen uns auf Sie!

Zwei neue Module zu IFRS 3 in IDW RS HFA 50

IDW, Modulstandard, IFRS, Unternehmenszusammenschlüsse, Common Control
Autor: Dr. Julia Busch

Im September 2018 hat das IDW im Rahmen des Modulstandards IDW RS HFA 50, der der Interpretation von Einzelfragen der internationalen Rechnungslegung dient, zwei neue Module zu IFRS 3 veröffentlicht. Diese beschäftigen sich mit Unternehmenszusammenschlüssen, zu deren Durchführung neu gegründete Gesellschaften oder sogenannte Vorrats- bzw. Mantelgesellschaften verwendet werden.

Im Rahmen seiner Facharbeit beschäftigt sich das Institut der Wirtschaftsprüfer e.V. (IDW) auch mit Auslegungsfragen und notwendigen Konkretisierungen innerhalb der Rechnungslegung. Mit IDW RS HFA 50 hat das IDW einen Modulstandard geschaffen, um zu Einzelfragen der IFRS-Interpretation Stellung nehmen zu können – vorbehaltlich einer zwischenzeitlich durch das IASB oder IFRS IC geäußerten abweichenden Auffassung. Der Aufbau des Standards sieht eine Unterteilung nach den IFRS-Normen vor, auf die sich die zu interpretierende Fragestellung bezieht bzw. denen sie entstammt. Im September 2018 wurden zwei neue Module zu IFRS 3 in der finalen Fassung veröffentlicht.

Das Modul IFRS 3 – M1 befasst sich mit Unternehmenszusammenschlüssen, bei denen entweder eine neu gegründete Gesellschaft oder eine bereits bestehende Mantel- oder Vorratsgesellschaft ohne Geschäftsbetrieb i.S.v. IFRS 3 verwendet wird. Bei solchen Fallkonstellationen stellt sich die Frage, wer – auf Ebene der Gesellschafter sowie auch auf Ebene der „zwischengeschalteten“ Gesellschaft – als Erwerber i.S.v. IFRS 3 zu identifizieren ist. Die Identifikation des Erwerbers determiniert, ob die Vermögenswerte und Schulden der an der Transaktion beteiligten Gesellschaften in den entsprechenden Konzernabschlüssen entweder mit ihren Buchwerten fortzuführen (Erwerber) oder im Rahmen der Erwerbsbilanzierung (Erworbene) mit ihren Fair Values zu bewerten sind.

IFRS 3 – M2 beschäftigt sich mit Reorganisationen und Unternehmenszusammenschlüssen unter gemeinsamer Kontrolle, bei denen zur Durchführung der Transaktion neu gegründete Gesellschaften oder sogenannte Vorrats- bzw. Mantelgesellschaften verwendet werden. Sofern durch eine solche Transaktion keine wesentliche ökonomische Änderung verursacht wird, sind die bisherigen Buchwerte in Teilkonzernabschlüssen der neuen Gesellschaft grundsätzlich unverändert fortzuführen. Resultiert aus der Transaktion hingegen eine wesentliche ökonomische Änderung, können nach IAS 8.10 ff. je nach Interpretation des Teilkonzernabschlusses entweder eine Buchwertfortführung oder die Erwerbsbilanzierung nach IFRS 3 für die erworbenen Einheiten angewendet werden.

Beitrag teilen:
File:
Title:
Ich möchte zum Thema telefonisch kontaktiert werden