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FAUB: Tendenz zu einer Erhöhung der Marktrisikoprämie?

Unternehmensbewertung, Marktrisikoprämie, FAUB
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Der FAUB hält es derzeit noch für sachgerecht, sich bei der Bemessung der Marktrisikoprämien an einer Bandbreite von 5,5 % bis 7,0 % (vor persönlichen Steuern) bzw. 5,0 % bis 6,0 % (nach persönlichen Steuern) zu orientieren. Nach Ansicht des FAUB gelten die im Oktober 2012 herausgegebenen Empfehlungen zur Marktrisikoprämie damit auch im Jahr 2019 nach wie vor. Allerdings ist vor dem Hintergrund der aktuellen Kapitalmarktsituation zu prüfen, inwieweit dem niedrigen Basiszinssatz durch Ansatz der Marktrisikoprämie am oberen Rand der empfohlenen Bandbreite Rechnung zu tragen ist. Zugleich steht angesichts des weiter rückläufigen Basiszinssatzes für Unternehmensbewertungen nach IDW S 1 die bis empfohlene Bandbreite der Marktrisikoprämien auf dem Prüfstand.

Insbesondere vor dem Hintergrund eines abermals stark gesunkenen Basiszinssatzes und der damit zum Ausdruck kommenden gestiegenen Risikoaversion war seitens des FAUB zu prüfen, ob die Empfehlungen zur Marktrisikoprämie angepasst werden sollen. Dem erneut nachhaltig gesunkenen Zinsniveau hinsichtlich des Basiszinssatzes stehen seit mehreren Jahren steigende oder zumindest stabile Gesamtmarktrenditen an den Aktienmärkten gegenüber. Diese Entwicklung hat nach Auffassung des FAUB (Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft) auch Auswirkungen auf die Höhe der Marktrisikoprämie, die sich definiert als Differenz zwischen Gesamtmarktrendite und risikolosem Basiszinssatz. Mit sinkenden Basiszinssätzen und zumindest stabilen Gesamtmarktrenditen müsse nach Auffassung des FAUB auch ein Anstieg der Marktrisikoprämie einhergehen. Nach Analyse des FAUB im Rahmen seiner 134. Sitzung am 29.05.2019 wird derzeit in der Gesamtschau allerdings noch kein erneuter Handlungsbedarf gesehen, die Empfehlungen zur Marktrisikoprämie anzupassen.

Der FAUB hält es somit weiterhin für sachgerecht, sich bei der Bemessung der Marktrisikoprämien an einer Bandbreite von 5,5 % bis 7 % (vor persönlichen Steuern) bzw. 5 % bis 6 % (nach persönlichen Steuern) zu orientieren. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kapitalmarktsituation wird seitens des FAUB aber empfohlen, bei Unternehmensbewertungen vor persönlichen Steuern zu prüfen, ob dieser Situation mit dem Ansatz der Marktrisikoprämie am oberen Rand der empfohlenen Bandbreite Rechnung zu tragen ist. Dies gilt grundsätzlich für alle Bewertungsanlässe, indes können abhängig von der Situation des einzelnen Bewertungsfalls im Rahmen der eigenverantwortlichen Beurteilung durch den Bewerter weitergehende Überlegungen angezeigt sein.

Zudem hat der FAUB für die Zukunft beschlossen, sich kurzfristig abzustimmen, sofern der Basiszinssatz weiter sinken und die Auffassung bestehen sollte, dass die empfohlene Bandbreite zur Höhe der Marktrisikoprämie nicht mehr ausreicht. Ende Mai 2019 lag der Basiszinssatz für Zwecke der Unternehmensbewertung nach IDW S 1 bei 0,70 %, im September beträgt der gerundete Basiszinssatz nur noch 0,20 %. Eine Anpassung der aus dem Jahr 2012 stammenden Bandbreite hinsichtlich der vom FAUB empfohlenen Marktrisikoprämie erscheint daher vor dem Hintergrund der Basiszinssatzentwicklung in 2019 nicht unwahrscheinlich.

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