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ESMA Prüfungsschwerpunkte für das Jahr 2020 bekanntgegeben

Prüfung, Rechnungslegung, Prüfungsschwerpunkte, IFRS, Enforcement, ESMA, Kapitalmarkt
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat am 22.10.2019 drei gemeinsame europäische Prüfungsschwerpunkte bekanntgegeben, die bei den Prüfungen nach IFRS im Jahr 2020 neben den nationalen Prüfungsschwerpunkten im Fokus stehen werden. Damit soll die einheitliche Anwendung der IFRS gefördert werden.

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat am 22.10.2019 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht. Die zusammen mit den nationalen Enforcern in Europa – wie der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) – identifizierten Themen der Finanzberichterstattung sollten die kapitalmarktorientierten Unternehmen und ihre Abschlussprüfer bei der Erstellung und Prüfung von IFRS-Abschlüssen für das Jahr 2019 besonders beachten.

Die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte für die IFRS-Abschlüsse 2019 sind:

  1. Spezifische Aspekte aus der Anwendung des IFRS 16 Leasingverhältnisse angesichts des bestehenden Ermessens, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit und des Zinssatzes.
  2. Follow-Up von spezifischen Aspekten aus der Anwendung der IFRS 9 Finanzinstrumente und IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden.
  3. Spezifische Aspekte aus der Anwendung von IAS 12 Ertragsteuern unter Einbezug der Anwendung von IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung. Ein weiterer Schwerpunkt ist zudem die Erfassung aktivischer latenter Steuern bei Verlustvorträgen.

Des Weiteren hebt ESMA die Bedeutung von Anhangangaben zu Auswirkungen eines neuen Referenzzinssatzes auf den IFRS-Abschluss hervor und verweist diesbezüglich auf die neuesten Verlautbarungen des IASB.

Eine informative und ausgewogene Lageberichterstattung steht ebenfalls weiterhin im Fokus der ESMA. Relevante Aspekte sind hier beispielsweise die Angabe von nicht-finanziellen Informationen mit Fokus auf Umwelt- und Klima-Aspekten, von KPI zu nicht-finanziellen Richtlinien unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit und Ausgewogenheit, spezifischen Aspekten zu Alternative Performance Measures (APM) sowie Angaben zu den Auswirkungen des Brexit.

Ebenfalls erinnert die ESMA nochmals an die verpflichtende Erstellung der Jahresfinanzberichte in einem einheitlichen europäischen elektronischen Format (ESEF) ab dem 01.01.2020 und verweist diesbezüglich auf von ihr veröffentlichte Anwendungshinweise.

Das Public Statement steht auf der Internetseite der ESMA zur Verfügung (https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-791_esma_european_common_enforcement_priorities_2019.pdf).

Für kapitalmarktorientierte IFRS-Bilanzierer in Deutschland und deren Abschlussprüfer sind die vorgenannten supranationalen ESMA-Prüfungsschwerpunkte zu beachten. In einem nächsten Schritt wird die DPR die nationalen Prüfungsschwerpunkte betreffend die IFRS-Abschlüsse 2019 veröffentlichen.

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