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Neue Richttafeln für die betriebliche Altersversorgung – HEUBECK Richttafeln 2018 G: Anstieg der Pensionsverpflichtungen

Pensionsrückstellungen, Richttafeln, Bewertungsparameter, HEUBECK, biometrische Annahmen
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Am 20.07.2018 hat die HEUBECK AG ihre aktuellen Richttafeln (RT 2018 G) veröffentlicht. Auf Basis der neuen Richttafeln ist ein Anstieg der Pensionsrückstellungen in den Bilanzen zu erwarten. Grund hierfür ist insbesondere die gegenüber den zuletzt vor 13 Jahren aktualisierten Richttafeln aus dem Jahr 2005 weiter gestiegene durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland.

Pensionsrückstellungen stellen seit Jahren den deutschen Mittelstand immer wieder vor neue Herausforderungen. Mit dem BilMoG kam die Abkehr von dem bis dahin auch handelsrechtlich üblichen Zinssatz von 6 % und es muss seitdem im HGB-Abschluss eine Abzinsung mit einem immer weiter sinkenden Zinssatz erfolgen. Das Ergebnis: seit Jahren steigende Pensionsrückstellungen in den Bilanzen. Zuletzt in 2016 wurde der Zinssatz, der der Bewertung zugrunde zu legen ist, angepasst. Auf Basis eines verlängerten Referenzzeitraums ergaben sich höhere Zinssätze und damit zumindest kurzfristige Entlastungseffekte.

Die Bewertung von Pensionsrückstellungen setzt aber auf verschiedenen Annahmen auf. Neben dem Zinssatz bestimmen insbesondere biometrische Annahmen wie die Lebenserwartung den bilanziellen Wertansatz der Pensionsrückstellungen. Am 20.07.2018 hat nun die HEUBECK AG ihre aktuellen Richttafeln veröffentlicht – 13 Jahre nach den bisherigen Richttafeln aus dem Jahr 2005. Die aktuellen Richttafeln (RT 2018 G) berücksichtigen die gegenüber den bisherigen biometrischen Rechnungsgrundlagen weiter angestiegene durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Zudem berücksichtigen sie erstmals sozioökonomische Faktoren in der Weise, dass bei Arbeitnehmern mit einem höheren Alterseinkommen eine nachgewiesene höhere Lebenserwartung durch pauschale Abschläge auf die Sterblichkeit berücksichtigt wird. Insgesamt steigt die Lebenserwartung in Deutschland weiterhin, aber nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit.

Die Richttafeln der HEUBECK AG werden in der Praxis regelmäßig als biometrische Grundlage für die Bewertung von Pensionsrückstellungen verwendet. Hierbei können die aktuellen Richttafeln grundsätzlich für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen nach steuerlichen, handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen genutzt werden. Für die steuerliche Anerkennung der aktuellen Richttafeln RT 2018 G ist allerdings noch ein entsprechendes BMF-Schreiben notwendig.

Der Effekt auf die Bewertung der Pensionsverpflichtungen hängt von den unternehmensindividuellen Strukturen der Pensionsverpflichtungen ab. Neben Art und Umfang der Versorgungsregelung spielt insbesondere der Mix aus Versorgungsempfängern und Anwärtern eine große Rolle. Die HEUBECK AG geht allerdings davon aus, dass „der Rückstellungsbedarf nicht so gravierend ausfallen wird wie bei der vorangegangenen Umstellung auf die Richttafeln RT 2005 G.“

Die aktuelle Pressemitteilung der HEUBECK AG finden Sie unter: www.heubeck.de/wp-content/uploads/2018/07/RT_2018_G-Pressemitteilung-1.pdf

Dennoch bleibt eines festzuhalten: Erneut werden die Pensionsrückstellungen in den Abschlüssen der Unternehmen steigen, egal ob im Steuerrecht, Handelsrecht oder nach IFRS. Die kurzzeitige Entlastung über den zuletzt angepassten, erhöhten Bewertungszinssatz wird damit konterkariert. Die Verpflichtungen steigen weiter an, die Ergebnisse sinken und das Eigenkapital wird belastet. Erneut wird die Politik gefordert sein, dem Bilanzierenden zu helfen.

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