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Zwei neue Modulentwürfe zu IFRS 9 in IDW RS HFA 50

IDW, Modulstandard, IFRS, Finanzinstrumente, Klassifizierung
Autor: Dr. Julia Busch

Im November 2019 hat das IDW im Rahmen des Modulstandards IDW RS HFA 50, der der Interpretation von Einzelfragen der internationalen Rechnungslegung dient, zwei neue Modulentwürfe zu IFRS 9 veröffentlicht und mit Kommentierungsfrist bis 07.01.2020 zur Diskussion gestellt. Die Entwürfe beschäftigen sich jeweils mit Einzelfragen bei der Klassifizierung von Finanzinstrumenten.

Im Rahmen seiner Facharbeit beschäftigt sich das Institut der Wirtschaftsprüfer e.V. (IDW) auch mit Auslegungsfragen und notwendigen Konkretisierungen innerhalb der Rechnungslegung. Mit IDW RS HFA 50 hat das IDW einen Modulstandard geschaffen, um zu Einzelfragen der IFRS-Interpretation Stellung nehmen zu können – vorbehaltlich einer zwischenzeitlich durch das IASB oder IFRS IC geäußerten abweichenden Auffassung. Der Aufbau des Standards sieht eine Unterteilung nach den IFRS-Normen vor, auf die sich die zu interpretierende Fragestellung bezieht bzw. denen sie entstammt. Im November 2019 wurden zwei neue Modulentwürfe zu IFRS 9 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Die Kommentierungsfrist zu den beiden Entwürfen läuft jeweils bis 07.01.2020.

Der Modulentwurf IFRS 9 – M2 befasst sich im Zusammenhang mit der Klassifizierung von Finanzinstrumenten mit der Frage, ob das Geschäftsmodell „Halten“ im Sinne des IFRS 9 mit einem Verkauf von Forderungen, wie er im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen erfolgt, vereinbar ist. Sofern das Factoring in der Ausgestaltung darauf ausgerichtet ist, dass planmäßig und automatisch ein Verkauf erfolgt, um durch den Verkauf Zahlungsströme aus dem Forderungsportfolio zu generieren, ist dies mit dem Geschäftsmodell „Halten“ nicht vereinbar. Eine selektive Forderungsveräußerung im Rahmen einer Factoring-Vereinbarung hingegen kann zumindest mit dem Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ in Einklang stehen.

Auch der gleichzeitig veröffentlichte Modulentwurf IFRS 9 – M3 beschäftigt sich mit der Klassifizierung von Finanzinstrumenten. Im Fokus steht die Frage nach der Beurteilung der Zahlungsstrombedingung, die neben der Geschäftsmodellbedingung für eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten kumulativ erfüllt sein muss. In dem Modulentwurf wird für verschiedene Fallkonstellationen analysiert, ob eine abweichende Beurteilung dieser Zahlungsstrombedingung möglich ist, wenn Finanzinstrumente mit identischen Vertragsbedingungen zu unterschiedlichen Zugangszeitpunkten betrachtet werden.

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