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Bewertung von Anteilen und Beteiligungen

Unternehmensbewertung, Beteiligungsbewertung
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Sofern ein Unternehmen eine Beteiligung im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB bilanziert, sind zum Bilanzstichtag Aussagen über deren Werthaltigkeit notwendig. Dies erfordert eine Bewertung des jeweiligen Unternehmens auf Basis zulässiger Annahmen.

Rechnungslegungsbezogene Fragen der Werthaltigkeit von Anteilen und Beteiligungen erfordern üblicherweise eine Bewertung des jeweiligen Unternehmens. Sofern ein Unternehmen eine Beteiligung im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB bilanziert, müssen zum Bilanzstichtag Aussagen über deren Werthaltigkeit getroffen werden. Die Zugangsbewertung erfolgt gem. § 253 Abs. 1 S. 1 HGB zu Anschaffungskosten. Maßgeblich für die Folgebewertung ist handelsrechtlich unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips der beizulegende Wert im Sinne des § 253 Abs. 3 Satz 5 und 6 HGB. Insofern hat eine jährliche Überprüfung zu erfolgen, ob eine Wertminderung bei der bilanzierten Beteiligung vorliegt.

Da das Handelsrecht keine Vorgaben darüber enthält, wie die Bewertung eines Beteiligungsunternehmens zu erfolgen hat, stellt das IDW mit der Verlautbarung IDW RS HFA 10 Leitlinien zur Anwendung der Grundsätze des IDW S 1 bei der Bewertung von Beteiligungen und sonstigen Unternehmensanteilen für die Zwecke eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses zur Verfügung. In Deutschland wird im Rahmen der handelsrechtlichen Beteiligungsbewertung überwiegend das Ertragswertverfahren nach IDW S 1 verwendet. Ebenfalls möglich ist die Bewertung mittels eines DCF-Verfahrens.

Die im Rahmen der Beteiligungsbewertung zu bestimmenden Größen finanzielle Überschüsse, Kapitalisierungszinssatz sowie die Besteuerung müssen stets in Abhängigkeit mit der bestehenden Halteabsicht der betreffenden Beteiligung ermittelt werden. Ebenso sind Art und Umfang der für Bewertungszwecke zu berücksichtigenden Synergien davon abhängig, ob die Beteiligung an dem zu bewertenden Unternehmen langfristig (bzw. dauerhaft) gehalten werden soll oder ob eine Veräußerung geplant ist.

Auch wenn mit IDW RS HFA 10 und IDW S 1 konzeptionelle Grundlagen für die Wertermittlung vorliegen, bestehen in der praktischen Umsetzung erhebliche Ermessensspielräume, sodass trotz der geforderten Willkürfreiheit oftmals Auslegungs- und Diskussionsbedarf bei der Bestimmung des beizulegenden Wertes bleiben wird. Darüber hinaus bestehen bei jeder Bewertung Ermessensspielräume, die es im Einzelfall zu kennen und zu nutzen gilt.

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