Suche

Kontakt

Nutzen Sie unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an! Wir freuen uns auf Sie!

Nichtfinanzielle Erklärung: Pflichten der Unternehmensleitung

Geschäftsführung, nichtfinanzielle Berichterstattung, Unternehmensleitung, Vorstand
Autor: Dr. Corinna Boecker

Mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz vom 11.04.2017 hat der deutsche Gesetzgeber die auf EU-Ebene mit der sogenannten CSR-Richtlinie (Corporate-Social-Responsibility-Richtlinie) entwickelten Vorgaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung in nationales Recht umgesetzt und sie damit ab dem Geschäftsjahr 2017 für bestimmte Unternehmen zu zwingend zu erfüllenden gesetzlichen Anforderungen gemacht. Damit gehen bestimmte Pflichten auch für die Unternehmensleitung einher.

Die nach §§ 289b ff. HGB (einzelgesellschaftliche Rechnungslegung) bzw. §§ 315b ff. HGB (Konzernebene) zu erstellende nichtfinanzielle Erklärung gehört zu den Rechnungslegungspflichten, für deren Einhaltung bei den betroffenen Unternehmen die Unternehmensleitung verantwortlich zeichnet. Es ist also Aufgabe von Vorstand bzw. Geschäftsführung, dafür zu sorgen, dass die Inhalte der nichtfinanziellen Berichterstattung richtig sind und somit für die Informationsadressaten eine verlässliche Entscheidungsgrundlage darstellen.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Unternehmensleitung in Ausübung ihrer Sorgfaltspflicht – ebenso wie für den (Konzern-) Abschluss bzw. (Konzern-) Lagebericht – entsprechende interne Kontrollen einrichten, damit die nichtfinanzielle Berichterstattung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Während die Einrichtung bzw. der Umgang mit internen Kontrollsystemen rund um die Finanzberichterstattung bereits seit langer Zeit gelebte Praxis ist, stellt die Ermittlung und Präsentation nichtfinanzieller Informationen die Unternehmen regelmäßig vor neue und große Herausforderungen. Gerade auch weil die diesbezügliche Erfahrung häufig noch nicht gegeben ist und die von der Berichtspflicht betroffenen Unternehmen sich regelmäßig noch nicht ausreichend hierauf vorbereitet haben, sollten die Unternehmensverantwortlichen die Etablierung entsprechender Kontrollmechanismen von Beginn an ernst nehmen und zeitnah umsetzen. Dabei sollten sie sich bewusst machen, dass sich Berichtssysteme und interne Kontrollen in Bezug auf nichtfinanzielle Aspekte regelmäßig von Prozessabläufen bei der Finanzberichterstattung unterscheiden. Nicht zuletzt weil hierbei regelmäßig „weichere“ Faktoren eine Rolle spielen, die weniger anhand von objektiven Maßstäben wie bspw. Zahlen gemessen werden können, ist es unerlässlich, dafür zu sorgen, dass getroffene Annahmen und Schätzungen mit glaubhaften Quellen bzw. Nachweisen belegt werden können.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich die Unternehmensleitung darüber im Klaren ist, dass die nichtfinanzielle Erklärung sehr gut dazu genutzt werden kann, den Informationsempfängern die Zukunftsfähigkeit des verfolgten Geschäftsmodells ebenso zu vermitteln wie das Engagement des Unternehmens bspw. in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften o.Ä. – Faktoren, die heutzutage von immer größerer Bedeutung sind. Insofern kann und sollte das neue Berichtserfordernis nicht nur als lästige Pflicht, sondern auch als weitere Chance zur (positiven) Unternehmenspräsentation nach außen genutzt werden.

Beitrag teilen:
File:
Title:
Ich möchte zum Thema telefonisch kontaktiert werden