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Neue Verlautbarungen zu Pro-Forma-Finanzinformationen

EU-Prospektverordnung, IDW-Prüfungshinweis, IDW-Rechnungslegungshinweis, Pro-Forma-Finanzinformationen, relevante Unternehmenstransaktionen
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Durch Transaktionen, die die Struktur des Unternehmens oder Konzerns wesentlich beeinflussen, wird die Vergleichbarkeit von Finanzinformationen deutlich eingeschränkt. Pro-Forma-Finanzinformationen gewinnen daher in der Praxis zunehmend an Bedeutung. Sowohl an die Erstellung als auch an die Prüfung von Pro-Forma-Daten sind besondere Anforderungen zu stellen.

Pro-Forma-Finanzinformationen verfolgen den Zweck einer hypothetischen Darstellung („als-ob“), ohne dabei jedoch die mögliche Situation in allen Einzelheiten darzustellen. Sie haben zum Ziel, darzustellen, welche relevanten Auswirkungen eine Unternehmenstransaktion auf die zurückliegenden Jahresabschlüsse gehabt hätte, wenn das Unternehmen während des gesamten Berichtzeitraums bereits in der durch die Transaktion veränderten Struktur bestanden hätte. Die Unternehmenstransaktion soll durch die Pro-Forma-Finanzinformationen so abgebildet werden, als wäre sie schon zu einem früheren Zeitpunkt zustande gekommen.

Im Juli hat der HFA des IDW den Rechnungslegungshinweis: Erstellung von Pro-Forma-Finanzinformationen (IDW RH HFA 1.004) und den IDW Prüfungshinweis: Prüfung von Pro-Forma-Finanzinformationen (IDW PH 9.960.1) verabschiedet. Mit den Verlautbarungen hat das IDW einen Rechnungslegungshinweis für den Ersteller sowie einen Prüfungshinweis im Hinblick auf die Prüfung von Gewinnprognosen und -schätzungen für den Prüfer veröffentlicht, die freiwillig oder aufgrund der besonderen Anforderungen der sogenannten EU-Prospektverordnung erstellt werden.

Neben dem Umfang der erforderlichen Anpassungen der Finanztransaktionen auf Grund von relevanten Unternehmenstransaktionen sind bei der Erstellung von Pro-Forma-Finanzinformationen besondere Anforderungen an deren Ermittlung und Erläuterung zu stellen. Die Änderungen in IDW RH HFA 1.004 betreffen im Wesentlichen begriffliche Erläuterungen (z.B. bedeutende finanzielle Verpflichtungen), die Präzisierung von Anwendungskriterien (z.B. relevante Unternehmenstransaktionen) und weitere Ausführungen zu Pro-Forma-Anpassungen.

Bei der Prüfung von Pro-Forma-Finanzinformationen ist im Besonderen darauf zu achten, ob die dargestellten Daten in Übereinstimmung mit den Auswirkungen der Unternehmenstransaktion sowie den Rechnungslegungsgrundsätzen des Unternehmens stehen. In IDW PH 9.960.1 erfolgten Ergänzungen zu den Voraussetzungen für die Auftragsannahme (z.B. Kenntnisse über regulatorische Rahmenbedingungen), Klarstellungen zum Prüfungsvorgehen sowie Ausführungen zur Angemessenheit der Ausgangszahlen.

Hintergrund für die Überarbeitung der beiden vorgenannten Verlautbarungen war die geänderte EU-Prospektrichtlinie (2003/71/EU) und die Aktualisierung der EU-Prospektverordnung (Verordnung (EG) Nr. 809/2004). Die EU-Prospektverordnung wurde hierbei um § 4a erweitert, sodass für Fälle, in denen eine komplexe finanztechnische Vorgeschichte oder bei von Emittenten eingegangenen bedeutenden finanziellen Verpflichtungen vorliegen, zusätzliche Finanzinformationen von der Billigungsbehörde (wie bspw. der BaFin) im Prospekt verlangt werden können.

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