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Digitalisierung und Unternehmensbewertung

Unternehmensbewertung, Planungsrechnung, Digitalisierung
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Die fortschreitende Digitalisierung hat bereits seit Jahren einen erheblichen Einfluss auf sämtliche Bereiche des täglichen Lebens. Zahlreiche Unternehmen spüren die Auswirkungen der digitalen Transformation unmittelbar und mit nachhaltigen Folgen. Das IDW beschreibt in seinem aktuellen Positionspapier die Auswirkungen der digitalen Transformation u.a. auf die Unternehmensbewertung.

Das IDW nimmt sein aktuelles Positionspapier (Auswirkungen der digitalen Transformation auf Finanzberichterstattung und Unternehmensbewertung, Stand: 17.10.2017) zum Anlass, um die Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung auf die Unternehmensbewertung aufzuzeigen. Eine zentrale Aussage des IDW ist in diesem Zusammenhang, dass die Entwicklung eines Unternehmens in der Vergangenheit künftig nur sehr eingeschränkt, im Zweifel gar nicht mehr mit seiner zukünftigen Entwicklung vergleichbar sein wird. Das hat für die Praxis der Unternehmensbewertung weitgreifende Auswirkungen. Das IDW sieht die folgenden Herausforderungen, die aufgrund der Digitalisierung auf die Unternehmensbewertung zusteuern:

  • Die Vergangenheitsanalyse ist nicht mehr – oder zumindest nur noch sehr eingeschränkt – geeignet, belastbare Prognosen für die Zukunft zu liefern.
  • Das vereinfachte Ertragswertverfahren nach §§ 199 ff. BewG verliert aufgrund der implizierten Vergangenheitsbetrachtung an Bedeutung bzw. Aussagekraft.
  • Planungsrechnungen sollten künftig Szenarioanalysen beinhalten, um bewertungsrelevante Veränderungen bereits in der Detailplanungsphase abbilden zu können.
  • Zwischen Detailplanungsphase und ewiger Rente bietet sich die Zwischenschaltung einer Konvergenzphase an, die einen eingeschwungenen Gleichgewichtszustand des Bewertungsobjekts abbildet.
  • Hinsichtlich der Ermittlung der Kapitalkosten ist eine vergangenheitsorientierte Ableitung zunehmend fragwürdig, da historisch beobachtbare Beta-Faktoren bei geänderten Geschäftsmodellen infolge digitaler Transformation wenig geeignet sind.

Die digitale Transformation von Geschäftsmodellen und Prozessen im Unternehmensalltag betreffen neben Geschäftsmodellen auch die Rechnungslegung und Steuerungskennzahlen. Sie macht allerdings auch nicht vor der Unternehmensbewertung halt. So wie sich das digitale Umfeld der zu bewertenden Unternehmen verändert, so verändern sich auch die Anforderungen an die Unternehmensbewertung, die es zu beachten gilt.

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