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Bilanzanalyse und Kennzahlen nach BilRUG

BilRUG, Bilanz, Bilanzanalyse, GuV, Rohergebnis, Bilanzrecht
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Durch das BilRUG verändern sich diverse Kennzahlen. Hierauf muss die Bilanzanalyse reagieren. Insbesondere zu nennen sind hierbei die Umsatzerlöse bzw. das Rohergebnis, das EBIT sowie Kennzahlen, die auf die Bilanz Bezug nehmen.

Durch das BilRUG haben sich umfassende Neuerungen in der handelsrechtlichen Rechnungslegung ergeben. Die konsequente Weiterentwicklung der Finanzberichterstattung in Deutschland hat Auswirkungen sowohl auf die Bilanz als auch die GuV.

Mit Blick auf die GuV ist insbesondere der Wegfall des außerordentlichen Ergebnisses nach § 275 HGB zu beachten. Durch diesen ergibt sich eine Wanderbewegung innerhalb der GuV. Diejenigen Beträge, die bisher von außerordentlicher Natur waren, sind künftig unter den „normalen“ Aufwands- und Ertragspositionen auszuweisen. Da in der Praxis in der Vergangenheit eher außerordentliche Aufwendungen in der GuV zu finden waren als außerordentliche Erträge, führt die ab 2016 zu beachtende Umgliederung zu einer Belastung des EBIT. Dies gilt auch für noch nicht verteilte Unterschiedsbeträge zu den Pensionsrückstellungen aus der BilMoG-Umstellung. Diese 1/15-Beträge nach Art. 67 EGHGB belasten ab 2016 den sonstigen betrieblichen Aufwand.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die mit dem BilRUG einhergehende Ausweitung der Umsatzerlösdefinition, wodurch eine Vielzahl von Erlösen umgegliedert wird. Dies hat zur Folge, dass die Umsatzerlöse zugunsten der sonstigen betrieblichen Erträge „gestärkt“ werden. Damit einhergehend sind auch die mit den Umsatzerlösen zusammenhängenden Aufwendungen in den Materialaufwand umzugliedern. Somit bleibt auch das Rohergebnis nicht „verschont“, sondern sinkt nach BilRUG.

Für die Bilanzanalyse und auch Kennzahlen ergeben sich durch das BilRUG und beginnend mit dem Jahresabschluss 2016 umfangreiche Folgewirkungen. Mit Blick auf die GuV ist insbesondere auf Zwischensummen wie bspw. das EBIT (und damit auch die EBIT-Marge) zu achten. Betroffen von den Folgewirkungen durch die Neudefinition der Umsatzerlöse sind auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und damit einhergehend bilanzielle Kennzahlen wie bspw. die Forderungsumschlagshäufigkeit oder das Working Capital. Insgesamt führt die Ausweitung der Umsatzerlöse durch das BilRUG bei ansonsten gleichbleibenden Ergebnissen zu einem Absinken der Umsatzrentabilität.

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