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Umsatzsteuerliche Behandlung von virtuellen Währungen

Umsatzsteuer, Virtuelle Währungen, Kryptowährung, Bitcoin
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

In den vergangenen Monaten war das Thema „Bitcoin“ bzw. Kryptowährungen allgegenwärtig. Der medialen Aufmerksamkeit, den Kurskapriolen und Emotionen folgen zunehmend steuerliche Fragestellungen. Erstmals äußerte sich nun das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hinsichtlich der umsatzsteuerlichen Behandlung von virtuellen Währungen.

Kryptowährungen werden aus unterschiedlichsten Motiven erworben. Einerseits versprechen Bitcoins – als bekannteste Kryptowährung – eine herausragende Rendite. Andererseits dienen diese auch als „normales“ Zahlungsmittel. Grundsätzlich zu beachten ist, dass Bitcoins ausschließlich virtuell existieren. Dabei werden zur Verwaltung der Bitcoins sogenannte „Wallets“ (zu deutsch Geldbörsen) benötigt, welche vergleichbar mit der Kontoverwaltung eines Kreditinstituts sind. Hinsichtlich der umsatzsteuerlichen Behandlung stellt sich damit einerseits die Frage, inwieweit ein Zahlungsvorgang mit Bitcoin steuerbar ist, und andererseits, ob die damit zusammenhängende Dienstleistung – bspw. die Zurverfügungstellung und Verwaltung von Wallets – der Umsatzsteuerpflicht unterliegt. Mit dem BMF-Schreiben vom 27.02.2018 (III C 3 – S 7160-b/13/10001) schafft das BMF nun Klarheit.

Um eine virtuelle Währung verwenden zu können, muss diese im ersten Schritt „erworben“ werden bzw. aus konventioneller Währung getauscht werden. Dies stellt nach § 4 Nr. 8 Buchst. b UStG eine sonstige Leistung dar, welche umsatzsteuerfrei ist (dies gilt analog auch umgekehrt, also für den Fall des Verkaufs von Bitcoins bzw. deren Tausch in eine konventionelle Währung). Sofern bspw. ein Bitcoin als Zahlungsmittel verwendet wird, ist dies ebenfalls nicht steuerbar. Damit setzt das BMF die Verwendung von Kryptowährungen mit konventionellen Entgelten gleich. Abweichend hiervon werden die sog. „Wallets“ behandelt. Sofern der Dienstleister für diese Gebühren verlangt, stellt dies eine steuerbare und steuerpflichtige sonstige Leistung nach § 3a Abs. 2 bzw. Abs. 5 Satz 1 UStG dar.

Das BMF trägt der gewachsenen Bedeutung von Kryptowährungen mit seinem Schreiben zutreffend Rechnung. Damit einher geht ebenso eine Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses. Vor diesem Hintergrund ist sowohl Beratern als auch Steuerpflichtigen anzuraten, sich zeitnah mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, um steuerliche Risiken zu vermeiden. Denn die zunehmende Bedeutung von Kryptowährungen berührt – wie das BMF verdeutlich – auch unmittelbar (umsatz-) steuerliche Fragestellungen.

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