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Ertragssteuerliche Behandlung von Bloggern, Podcastern und YouTubern §18 Abs. 1 Nr. 1 S. 1 und 2 EStG, §15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG

Einkommensteuer, Soziale Medien, Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Abgrenzung zu künstlerischer, schriftstellerischer und journalistischer Tätigkeit
Autor: Matthias Müller

Dass die sozialen Medien eine große Bedeutung für Marketing und Kommunikation besonders bei Jugendlichen haben, führt zunehmend dazu, dass sich auch Angehörige der Finanzverwaltung mit der steuerlichen Einordnung sogenannter „Influencer“ beschäftigen (so jüngst Brunckhorst/Sterzinger, DStR 2018, S. 1689).

Ob dabei Akteure, die in den sozialen Medien Musik, Spiele und andere Produkte darbieten oder vorstellen und ggf. auch bewerten, als Künstler, Schriftsteller oder Journalisten anzusehen sind, weil sie „etwas mit Medien machen“, beurteilt die Verwaltung nüchtern anhand der Einkommensteuerhinweise (EStH) und der Rechtsprechung des BFH. Im Ergebnis liegen nach Meinung der Autoren zumeist Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor, die auch der Gewerbesteuer unterliegen.

Konkrete Beispiele, bei denen auch das Präsentationsformat eine nicht unerhebliche Rolle spielt:

Nachhilfesendungen auf YouTube mit animierten Grafiken und Texten, bei denen der YouTuber lediglich zu hören ist, stellen keine persönliche Beziehung zum Zuschauer her und sind damit kein Unterricht. Da auch keine eigenen Gedanken niedergelegt werden, liegt auch keine schriftstellerische Tätigkeit vor.

YouTube-Videos über den Test von Smartphones, Kosmetik- oder Modeeinkäufe sowie Spieletests und -tipps sind nicht schriftlich und setzen sich nicht kritisch mit Ereignissen auf politischem, gesellschaftlichem, wirtschaftlichem oder kulturellem Gebiet auseinander. Sie sind daher weder Schriftstellerei noch Journalismus oder Bildberichterstattung.

Dagegen gelten Beurteilungen über Neuerscheinungen in der Musikszene in Blogs als Darlegung schriftlicher Gedanken als Schriftstellerei, Podcasts mit Ernährungstipps und Interviews mit Ärzten oder Berichten über Vereinsaktivitäten sowie YouTube-Sendungen mit Politiker-Interviews sind als journalistische und damit als freiberufliche Tätigkeit anzusehen.

Auch in Fällen einer solchen selbstständigen Tätigkeit können aber Einnahmen aus Marketing oder Werbung z.B. über Google AdSense, gesondert als gewerbliche Tätigkeiten zu betrachten sein, wenn sie z. B. für gesondert beauftragte Produktempfehlungen gezahlt werden. Der Gewinn aus diesen Tätigkeiten unterliegt dann regelmäßig auch zusätzlich der Gewerbesteuer, wenn er EUR 24.500 übersteigt.

Erzielen Blogger, Podcaster und YouTuber und sonstige Influencer aus ihren Tätigkeiten in den sozialen Medien also signifikante Einnahmen durch Marketing und Werbung, auch in Form von Sachgeschenken, so sollte im Zweifelsfall der Beginn der Tätigkeit der Gemeinde und dem Finanzamt angezeigt werden.

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