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FG Berlin-Brandenburg: Bei aktivierten Bauzeitzinsen keine gewerbesteuerliche Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1a GewStG

Aktivierte Bauzeitzinsen, § 8 Nr. 1a GewStG, keine Hinzurechnung
Autor: Dr. Lars Lüdemann

Das FG Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass als Herstellungskosten aktivierte Bauzeitzinsen für hergestellte Immobilienprojekte eines Bauträgers nicht nach § 8 Nr. 1a GewStG gewerbesteuerlich hinzuzurechnen sind.

Der Entscheidung des FG Berlin-Brandenburg (Urteil vom 08.01.2019 – 6 K 6121/17) liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Ein Bauträger in der Rechtsform einer KG erwarb ein Fabrik- und Wohngebäude. Dieses wurde durch den Bauträger saniert und in vier Gewerbeeinheiten und 72 Wohnungen aufgeteilt. Die Veräußerung der Gewerbe- und Wohneinheiten erfolgte sodann in den Jahren 2011 und 2012. Die Zinsen – die auf die Bauzeit entfielen – wurden durch den Bauträger nach R 6.3 Abs. 5 EStR aktiviert. Eine gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Bauzeitzinsen nach § 8 Nr. 1a GewStG erfolgte nicht.

Die Finanzverwaltung rechnete die Bauzeitzinsen im Rahmen einer Betriebsprüfung gewerbesteuerlich hingegen hinzu, da es sich bei den Bauzeitzinsen um Entgelt für Schulden nach § 8 Nr. 1a GewStG handele.

Das FG Berlin-Brandenburg ist im Hinblick auf die im Streitfall verhandelten Bauzeitzinsen anderer Auffassung. Es handelt sich bei aktivierten Bauzeitzinsen für Gewerbe- und Wohneinheiten gerade um kein Entgelt für Schulden i.S.d § 8 Nr. 1a GewStG. Durch die Behandlung als Herstellungskosten haben die Bauzeitzinsen ihren Zinscharakter verloren. Auch wirken sie sich nur noch mittelbar – im Zeitpunkt der Veräußerung der jeweiligen Wohn- und Gewerbeeinheit – auf den Gewinn aus. Im Zeitpunkt deren Aktivierung sind diese ergebnisneutral. Vorstehendes gilt unabhängig davon, ob die Wohn- und Gewerbeeinheiten im Anlage- oder Umlaufvermögen gehalten werden, die Wohnungen zum Bilanzstichtag bereits veräußert waren oder die Bauzeitzinsen im betreffenden Jahr oder bereits vorher entstanden sind. Hiermit Widersprach das FG Berlin-Brandenburg den Ausführungen des FG Schleswig-Holstein [Urteil vom 21.3.2018 – 1 K 243/15 (Revision beim BFH – III R 24/18)]. Die Revision wurde durch das FG Berlin-Brandenburg zugelassen. Dem BFH wurde damit die Chance eingeräumt, für Klarheit bei der gewerbesteuerlichen Behandlung von aktivierten Bauzeitzinsen zu sorgen – in der zurzeit unsicheren Rechtslage insbesondere für Bauträger.

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