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Erbschaft- und schenkungsteuerliche Behandlung von Kryptowährungen

Kryptowährungen, Erbschaftsteuer
Autor: Prof. Dr. Christian Zwirner

Nachdem sich das Bayerische Landesamt für Steuern mit Hinweis vom 14.01.2019 bereits bezüglich der erbschaft- und schenkungsteuerlichen Behandlung von Kryptowährungen geäußert hat, hat nun auch das Finanzministerium Brandenburg mit Hinweis vom 06.03.2019 hierzu Stellung genommen.

Die zunehmende Verbreitung virtueller Währungen, sogenannter „Kryptowährungen“ wie beispielsweise Bitcoins, im steuerlichen Leistungsaustausch und deren steigende Akzeptanz bei Privatpersonen und auch Unternehmen rückt in der Praxis auch die Frage nach deren steuerlicher Behandlung zunehmend in den Fokus. Nach dem Hinweis des Bayerischen Landesamts für Steuern vom 14.01.2019, in welchem klargestellt wurde, dass Kryptowährungen für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer als Finanzinstrumente i.S v. § 1 Abs. 11 Satz 1 Kreditwesengesetz (KWG) zu qualifizieren und daher als Finanzmittel i.S.v. § 13b Abs. 4 Nr. 5 ErbStG bzw. § 13b Abs. 2 Satz 2 Nr. 4a ErbStG a.F einzustufen sind, schließt sich nun auch das Finanzministerium Brandenburg mit Hinweis vom 06.03.2019 dieser Auffassung an und bestätigt diese Einordnung. Die Bewertung virtueller Währungen richtet sich grundsätzlich nach dem gemeinen Wert nach § 9 BewG.

Die erbschaftsteuerliche Behandlung erfolgt damit stringent zu der umsatzsteuerlichen Behandlung, welche bereits mit BMF-Schreiben vom 27.02.2018 bzw. EuGH-Urteil vom 22.10.2015 geregelt wurde. Auch hier wurden die Kryptowährungen als Zahlungsmittel klassifiziert, sofern diese keinem anderen Zweck als der Verwendung als Zahlungsmittel dienen.

Für die Ermittlung der Erbschaft- und Schenkungsteuer und insbesondere der steuerlichen Verschonungsmöglichkeiten bedeutet die Bestätigung dieser Kategorisierung, dass Kryptowährungen grundsätzlich als Verwaltungsvermögen einzustufen sind und im Rahmen des Finanzmitteltests nach § 13b Abs. 4 Nr. 5 Satz 1 ErbStG zu berücksichtigen sind.

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