News

IDW S 7: Anpas­sung an § 102 StaRUG und die ISA [DE]

IDW S 7 integriert in Tz. 29 den Wortlaut des zum 01.01.2021 in Kraft getretenen § 102 StaRUG und weist auf die entsprechende Verpflichtung hin, bereits bei Erstellung eines Jahresabschlusses für einen Mandanten auf Vorliegen eines möglichen Insolvenzgrundes nach den §§ 17-19 InsO sowie auf die damit einhergehenden Pflichten des Mandanten hinzuweisen. Außerdem wird der Standard an die ISA [DE] hinsichtlich des entsprechenden Anwendungszeitpunkts und Begrifflichkeiten angepasst.

IDW S 7 regelt die Grundsätze für die Erstellung von Jahresabschlüssen durch einen Wirtschaftsprüfer. Der Standard wurde, wie zuvor bereits andere IDW Verlautbarungen, an die ISA [DE] – die ins Deutsche übersetzten International Standards on Auditing (ISA), ergänzt um nationale Besonderheiten – angepasst. Hierbei wurden im Wesentlichen die Begrifflichkeiten der ISA [DE] und der entsprechende Anwendungszeitpunkt übernommen sowie Verweise auf die ISA [DE] aufgenommen. Der Anwendungszeitpunkt des IDW S 7 ist damit deckungsgleich zur künftig verpflichtenden Anwendung der ISA [DE]. Der IDW S 7 in der neuen Fassung gilt somit für Berichtszeiträume ab dem 15.12.2021; ausgenommen sind Rumpfgeschäftsjahre, die vor dem 31.12.2022 enden.

Daneben ergab sich in Tz. 29 des IDW S 7 eine durch § 102 StaRUG inspirierte Änderung, die die Pflicht des abschlusserstellenden Wirtschaftsprüfers regelt, einen Mandanten bereits bei der Erstellung des Jahresabschlusses auf das mögliche Vorliegen eines Insolvenzgrundes gemäß §§ 17-19 InsO und die daran anknüpfenden Pflichten der gesetzlichen Vertreter und Mitglieder der Überwachungsorgane hinzuweisen. Demnach muss der Wirtschaftsprüfer auf Vorliegen eines Insolvenzgrundes dann hinweisen, wenn Anhaltspunkte hierfür offenkundig sind und er annehmen muss, dass dem Mandanten die Insolvenzreife nicht bewusst ist.

Ungeachtet des noch ausstehenden Anwendungszeitpunkts der neuen Fassung des IDW S 7 ist festzuhalten, dass § 102 StaRUG mit Inkrafttreten des Gesetzes zum 01.01.2021 bereits jetzt grundsätzlich zu beachten ist.


Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Advisory Valuation

OLG Düsseldorf vom 07.07.2022 (Az.: 26 W 13/18)

Das OLG Düsseldorf hat sich in seinem Beschluss vom 07.07.2022 (26 W 13/18) zur Bestimmung des Unternehmenswerts und in diesem Kontext zur Verwendbarkeit plausibler Ausschüttungsannahmen bei der Unternehmensbewertung geäußert. Dem OLG Düsseldorf folgend ist in der ewigen Rente grundsätzlich von typisierten Ausschüttungsannahmen auszugehen. Ausnahmen können sich aber im Zusammenhang...
Audit

E-DRÄS 13 vom DRSC veröffentlicht

Das DRSC hat im Januar 2023 E-DRÄS 13 veröffentlicht, der Änderungen an DRS 20 Konzernlagebericht sowie DRS 21 Kapitalflussrechnung enthält. Diese umfassen einerseits redaktionelle Anpassungen, sollen andererseits aber auch aufgetretene Anwenderfragen adressieren und Unklarheiten beseitigen. Die Kommentierungsfrist zu dem publizierten Entwurf endet am 28.04.2023. Mit E-DRÄS 13 hat das DRSC...
IT Audit Valuation Advisory Tax Legal Audit

Dr. Kleeberg & Partner GmbH erweitert Partnerkreis

Pressemitteilung München, 18.01.2023 Seit 01.01.2023 verstärken Lorenz Neu, Philipp Rinke und Dr. Hannes Zieglmaier als neue Partner die Dr. Kleeberg & Partner GmbH WPG StBG. Lorenz Neu verstärkt den Bereich Audit bei Kleeberg. Er hatte zuvor mehrere Jahre bei einer der Big Four gearbeitet und leitete anschließend den Bereich...
Tax Audit

Absetzung für Substanz­verringerung nach Erwerb eines Kies­vorkommens durch eine KG

Erwirbt eine Personengesellschaft von ihrem Gesellschafter einen Bodenschatz und hält das Anschaffungsgeschäft dem Fremdvergleich stand, so berechtigt der Anschaffungsvorgang auch zur Absetzung für Substanzverringerung. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil IV R 25/19 vom 01.09.2022 folgende Leitsätze aufgestellt: 1. Ein zur Inanspruchnahme von Absetzungen für Substanzverringerung (AfS) berechtigender Anschaffungsvorgang liegt auch dann vor,...