News

Bundesregierung kündigt neue Corona-Hilfen an

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie hat die Bundesregierung am 29.10.2020 neue Corona-Hilfsmaßnahmen für Unternehmen angekündigt. Diese umfassen außerordentliche Hilfen für alle Unternehmen, Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen, die unmittelbar von den am 28.10.2020 für den November 2020 beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bzw. den erneuten vorübergehenden Schließungen betroffen sind.

Eine Vielzahl von Unternehmen leidet seit Beginn der Corona-Pandemie unter starken Umsatzeinbrüchen, viele kämpfen um ihre Existenz. Um die betroffenen Unternehmen angesichts der erneuten Schließungen kurzfristig und zielgerichtet zu unterstützen, stellt die Bunderegierung erneut außerordentliche Wirtschaftshilfen zur Verfügung, die ein Finanzvolumen von bis zu 10 Mrd. EUR haben. Antragsberechtigt sind Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, welche aufgrund der behördlichen Anordnungen erneut Ihre Betriebe schließen mussten. 

Es wurde beschlossen, dass Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten eine einmalige Kostenpauschale von bis zu 75 % ihres (Vergleichs-)Umsatzes von November 2019 erhalten können. Diese Pauschale errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats und wird für jede angeordnete „Lockdown-Woche“ gezahlt. Für junge Unternehmen, die nach November 2019 gegründet wurden, gelten die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab. Soloselbstständige haben zusätzlich die Möglichkeit, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen. Bei größeren Unternehmen gelten hingegen abweichende Prozentanteile des Vorjahresumsatzes, die im Einzelnen anhand beihilferechtlicher Vorgaben ermittelt werden. Anderweitige Hilfen für den Zeitraum, z.B. Kurzarbeitergeld oder Überbrückungshilfe, werden vom Erstattungsbetrag abgezogen. Mögliche spätere Leistungen aus der Überbrückungshilfe für den Zeitraum werden angerechnet. 

Eine weitere Neuerung ist, dass künftig auch Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten den KfW-Schnellkredit nutzen können. Zudem sollen die Zuschüsse zu den betrieblichen Fixkosten, die sogenannte Corona-Überbrückungshilfe, bei der am 21.10.2020 die Phase II angelaufen ist, noch einmal verlängert sowie die Konditionen verbessert werden. Für 2021 ist zudem bereits eine dritte Phase (sogenannte Corona-Überbrückungshilfe Phase III) geplant. Die Auszahlung der neuen Corona-Hilfen soll nach einem vereinfachten Antrag über die Plattform der Überbrückungshilfe erfolgen. Es wird auch die Gewährung von Abschlagszahlungen geprüft, da die Umsetzung der Einzelheiten wohl einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Advisory Valuation

Basiszinssatz nach IDW S 1 zum 01.12.2021 weiter­hin bei gerun­det 0,10 %

Der Basiszinssatz nach IDW S 1 bleibt zum 01.12.2021 wie bereits im Vormonat bei gerundet 0,10 %. Ungerundet steigt der Basiszinssatz leicht von 0,124 % auf 0,144 %. Der für Zwecke von (Unternehmens-)Bewertungen relevante Basiszinssatz nach IDW S 1 unterliegt seit mehreren Jahren einem insgesamt fallenden Trend. Nach der grundsätzlich steigenden...
Advisory Valuation

Basiszinssatz

Basiszinssätze nach IDW S 1 i. d. F. 2008 Die folgende Tabelle stellt die Basiszinssätze für Unternehmens­bewertungen nach IDW S 1 i. d. F. 2008 bzw. IDW RS HFA 10 für Bewertungsstichtage, beginnend ab 01.11.2017, dar. Die Zinssätze wurden gemäß Vorgaben des IDW (vgl. WPH Edition, Bewertung und Transaktionsberatung,...
Advisory

Corona-Finanz­hilfen

Unternehmen, die auch weiterhin aufgrund der Corona-Pandemie wesentliche Umsatzausfälle zu verzeichnen haben, können derzeit die Überbrückungshilfe III Plus beantragen. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe III Plus lief ursprünglich zum 31.12.2021 aus, wurde nun aber bis zum 31.03.2022 verlängert. Gleichzeitig wurde die Frist für die Schlussabrechnungen sämtlicher Corona-Finanzhilfen vom 30.06.2022...
Advisory Audit

Bilanzie­rung von „grünen“ Finanzierungen

Green Bonds bieten die Möglichkeit, Kapitalbeschaffung und -generierung an „grüne“ Projekte zu binden. Zwar gewinnt diese Art der Finanzierung zunehmend an Bedeutung, jedoch erschweren bisher fehlende gesetzliche Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene ein einheitliches Vorgehen im Rahmen der Bilanzierung. Mithilfe des European Green Bond Standard (EUGBS) soll diesem...