News

Endorsement von Phase 2 der IBOR Reform

Die bereits Ende August 2020 seitens des IASB abgeschlossene Phase 2 der IBOR Reform wurde Mitte Januar 2021 durch die Europäische Kommission gebilligt. Dieses Endorsement zieht Änderungen der Standards IFRS 9, IAS 39, IFRS 4, IFRS 7 und IFRS 16 nach sich. Anwendung finden die Änderungen der IBOR-Reform für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2021 beginnen.

Phase 2 der sogenannten IBOR Reform ist eine Folge aus den negativen Erfahrungen mit den bisherigen Referenzzinssätzen in der Finanzkrise. Aufgrund dessen erfolgte die Einführung risikoloser Referenzzinssätze, die aber aufgrund der damit einhergehenden Veränderung wiederum Unsicherheiten bei der Anwendung einzelner IFRS Standards nach sich zogen. Das IASB hat zu deren Beseitigung Änderungen der Standards zu Finanzinstrumenten (IFRS 9), Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten (IAS 39), Versicherungsverträgen (IFRS 4), Angaben zu Finanzinstrumenten (IFRS 7) und Leasingverhältnissen (IFRS 16) vorgenommen.

Mit der Verordnung (EU) 2021/25 der Kommission vom 13.01.2021 übernimmt die EU die Regelungen der Phase 2 der IBOR Reform sowohl inhaltlich als auch mit dem verpflichtenden Anwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2021 beginnen.

Die wichtigsten Neuerungen betreffen die Klarstellung, dass eine Änderung der Ermittlung der vertraglichen Zahlungsströme infolge der IBOR Reform eine Modifikation darstellen kann, auch wenn sich keine vertraglichen Bedingungen ändern (IFRS 9.B5.4.6. b)). Des Weiteren wird eine Erleichterung für Barwertänderungen aufgrund des Übergangs auf die neuen Referenzzinssätze geschaffen. Zudem besteht unter Umständen die Möglichkeit der Fortführung bilanzieller Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) nach Übergang auf die neuen Referenzzinssätze, da eine Änderung des Referenzzinssatzes nur eine begrenzte Änderung der dokumentierten Sicherungsbeziehung darstellt und deshalb nicht deren Auflösung bedingt. Keine Änderungen hingegen erfahren – aufgrund nach Ansicht des IASB hinreichend klarer Regelungen in IFRS 9 – die Ausbuchung, die Bestimmung des Geschäftsmodells, der sogenannte SPPI-Tests und die Ermittlung von erwarteten Kreditverlusten.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax Audit

Keine gewerbe­steuer­rechtliche Hinzu­rechnung von Auf­wendungen für Messe­stand­flächen

Bei Unternehmen, die Produkte entwickeln und herstellen, aber nicht direkt, sondern über ein Händlernetz vertreiben, sind Aufwendungen für die Ausstellung ihrer Produkte auf turnusmäßig stattfindenden Messen nicht nach § 8 Nr. 1 Buchst. e GewStG hinzuzurechnen. Zum Sachverhalt: Die Klägerin ist eine GmbH, die Produkte entwickelt, herstellt und über...
Tax Audit

Definition von Termin­geschäften und Ab­grenzung von Knock-out-Zertifikaten

Der BFH bestätigt mit seinem Urteil I R 24/19 v. 8.12.2021 die vorangegangene Entscheidung des FG Berlin-Brandenburg in Bezug auf die Abgrenzung von Termingeschäften i.S.v. § 15 Abs. 4 S. 3 EStG von Kassageschäften und die Einordnung von Knock-out-Produkten. Zum Sachverhalt: Eine GmbH erwarb im Jahr 2008 sogenannte Knock-out-Zertifikate,...
Audit

Deutscher Corporate Gover­nance Kodex 2022 in Kraft getreten

Am 27.06.2022 ist der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner neuesten Fassung in Kraft getreten. Der neue Kodex umfasst aktualisierte Grundsätze sowie erweiterte Empfehlungen für Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen. Wesentliche Schwerpunkte wurden insbesondere auf die nachhaltige Unternehmensführung gesetzt, die weiterhin den Druck auf die ESG-Kriterien verstärken...
Tax Audit

Gewinnzurechnung bei Über­gang eines negati­ven Kapital­kontos auf den Rechts­nachfolger

Das FG Düsseldorf entscheidet über die Gewinnzurechnung nach § 15 Abs. 3 EStG bei einem Rechtsnachfolger, dem Mitunternehmeranteile vom Kommanditisten einer KG unentgeltlich übertragen werden (Urteil 11 K 1039/21 F vom 01.07.2021). Zum Sachverhalt:Im Streitfall erwirtschaftete eine KG in ihrem ersten Geschäftsjahr Verluste, die beim alleinigen Kommanditisten aufgrund der...