News

IDW Positionspapier zur Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer

Am 23.01.2020 hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) die 2. Auflage seines Positionspapiers zur Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer veröffentlicht. Die Gründe für die Aktualisierung sind vielfältig: Der neue Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) 2020, das in Kraft getretene ARUG II (Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrichtlinie) sowie die Entwicklungen zur Regulierung der Abschlussprüfung auf EU-Ebene. All diese Neuerungen verändern auch die Anforderungen an Aufsichtsorgane und Abschlussprüfer. Mit seinem Positionspapier formuliert das IDW Grundsätze für eine gute Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer.

Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren stetig gestiegenen Anforderungen an Aufsichtsorgane (vor allem Aufsichtsräte bzw. ihre Prüfungsausschüsse) einerseits und Abschlussprüfer andererseits, die vor allem auf die EU-weite fortschreitende Regulierung der Abschlussprüfung zurückgehen, hat sich auch die Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen verändert. Die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers ist dabei noch weiter in den Fokus gerückt – dem Aufsichtsrat kommt in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung zu.

Ein zentraler Punkt ist die Aufgabe des Aufsichtsorgans, die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zu überwachen. Dies beginnt bereits bei seiner Auswahl. Während der Prüfungstätigkeit hat der Aufsichtsrat darüber hinaus darauf zu achten, welche Nichtprüfungsleistungen der Abschlussprüfer generell erbringt und ob diese zulässig sind oder nicht. Darüber hinaus ist es für beide Seiten wichtig, in regelmäßiger Kommunikation über den Prüfungsverlauf zu stehen sowie sich auch mit Blick auf die Berichterstattung im Bestätigungsvermerk und im Prüfungsbericht auszutauschen.

Neu bzw. ausführlicher thematisiert das IDW-Positionspapier Fragen der Überwachungsaufgabe des Aufsichtsrats, die über die Pflicht zur Prüfung des (Konzern-)Jahresabschlusses hinausgehen. Insbesondere betrifft dies die Auseinandersetzung mit dem eingerichteten Corporate Governance System, die Prüfung von nichtfinanziellen Erklärungen durch den Aufsichtsrat und die (neuen) Aufgaben des Überwachungsorgans in Bezug auf die Angemessenheit von Vorstandsvergütungen.

Die Grundsätze für eine gute Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer – im Sinne von Best Practices – sind im Positionspapier aus der Perspektive eines Abschlussprüfers dargestellt. Ihre Anwendung kann auch dessen Zusammenarbeit mit dem Vorstand positiv beeinflussen. Die formulierten Empfehlungen sollen für alle Beteiligten eine Anregung sein, die Zusammenarbeit weiter zu verbessern und gleichzeitig zeigen, wie eine Partei die jeweils andere bei der Aufgabenwahrnehmung – zum Wohl des zu prüfenden bzw. zu überwachenden Unternehmens – unterstützen kann.

In der Neuauflage des IDW-Positionspapiers wurden neben den Entwicklungen zur Regulierung der Abschlussprüfung auf EU-Ebene auch die relevanten Entwicklungen des neuen DCGK 2020 und des ARUG II berücksichtigt. Das aktuelle Positionspapier kann auf der Homepage des IDW abgerufen werden.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Audit

Umsatz­realisie­rung beim Werk­lieferungs­vertrag

Das IDW befasst sich mit dem Fall eines Werklieferungsvertrags über eine herzustellende Maschine mit Montageverpflichtung und gibt Hinweise zu folgenden Fragestellungen: Ist in solchen Fällen im handelsrechtlichen Jahresabschluss eine Umsatzrealisierung des Gesamtauftrags bereits bei Lieferung der Maschine zulässig? Und sind bei der Bildung einer Rückstellung für die noch ausstehenden...
Audit

Zweifels­fragen bei der bilanzi­ellen Abbil­dung von Reverse-Factoring-Trans­aktionen

Der Modulentwurf IAS 1- M1 beschäftigt sich mit den Zweifelsfragen bei der bilanziellen Abbildung von Reverse-Factoring-Transaktionen nach IFRS. Im Dezember 2020 veröffentlichte das IFRS IC die Agendaentscheidung „Supply Chain Financing Arrangements – Reverse Factoring“. Diese Agendaentscheidung des IFRS IC wurde vom IDW gewürdigt und im Rahmen des Entwurfs eines...
Audit Tax

Zweifels­fragen bei der An­wen­dung des Buch­wert­fortführungs­gebots nach § 6 Abs. 3 EStG

Das BMF hat im Hinblick auf die Entwicklung der Rechtsprechung seine Verwaltungsanweisungen zu Zweifelsfragen bei der Anwendung des Buchwertfortführungsgebots nach § 6 Abs. 3 EStG für Fälle der Mitunternehmeranteilsübertragung ohne funktional wesentliche Wirtschaftsgüter des Sonderbetriebsvermögens aktualisiert und ergänzt. Durch das BMF wurden mit Schreiben vom 05.05.2021, DStR 2021, 1112 folgende...
Advisory Audit

IDW S 7: Anpas­sung an § 102 StaRUG und die ISA [DE]

IDW S 7 integriert in Tz. 29 den Wortlaut des zum 01.01.2021 in Kraft getretenen § 102 StaRUG und weist auf die entsprechende Verpflichtung hin, bereits bei Erstellung eines Jahresabschlusses für einen Mandanten auf Vorliegen eines möglichen Insolvenzgrundes nach den §§ 17-19 InsO sowie auf die damit einhergehenden Pflichten...