News

Rücknahme der DRSC Interpretation 1 (IFRS) zur Bilanzgliederung nach IAS 1

Der IFRS-Fachausschuss des DRSC hat beschlossen, die DRSC Interpretation 1 (IFRS): Bilanzgliederung nach Fristigkeit gemäß IAS 1 Darstellung des Abschlusses (zuletzt geändert am 12.07.2013) zurückzunehmen, da ihr Anlass durch die im Januar 2020 verlautbarten Änderungen des IASB an IAS 1 entfallen ist.

In den DRSC Interpretationen (IFRS) befasst sich das DRSC mit Fragestellungen mit nationalem Bezug, bei denen keine allgemeinverbindliche Interpretation durch das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erfolgen kann und zu denen das DRSC in Abstimmung mit dem IFRS IC eine entsprechende Auslegung für die nationalen IFRS-Anwender erarbeitet und verlautbart. Die vom DRSC beschlossenen IFRS-Interpretationen gelten als Leitlinie für die Bilanzierung der jeweiligen Sachverhalte in einem IFRS-Abschluss, solange keine davon abweichende Regelung durch das IASB oder das IFRS IC beschlossen wurde.

Die DRSC Interpretation 1 (IFRS) wurde bereits im Jahr 2005 erstmals veröffentlicht. Mit der Aufgabe des Wahlrechts zwischen einer Bilanzgliederung nach Fristigkeiten bzw. nach Liquiditätsnähe zugunsten der Orientierung an der Fristigkeit in der IFRS-Rechnungslegung gingen unter anderem Regelungen zur Abgrenzung zwischen kurzfristigen und langfristigen Schulden einher sowie die zeitgleiche verpflichtende Anwendung der Sonderregelungen in IFRS 5. Im Vergleich zum handelsrechtlichen Bilanzgliederungsschema nach § 266 HGB ergaben sich daraus weit reichende Unterschiede. Die DRSC Interpretation 1 hatte vor diesem Hintergrund das Ziel, praktische Leitlinien in Bezug auf die Gliederung gemäß der Fristigkeit nach IFRS zu unterbreiten und ein Beispiel für ein Bilanzgliederungsschema darzustellen.

Anlässlich der vom IASB im Januar 2020 verlautbarten Änderungen an IAS 1 „Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig“ hat der IFRS-Fachausschuss die DRSC Interpretation 1 (IFRS) einem Review unterzogen. Das Ergebnis dieses Reviews war die Feststellung, dass aus Sicht des IFRS-Fachausschusses der besondere Anlass für eine DRSC Interpretation (IFRS) zu Fragen der Bilanzgliederung zwischenzeitlich entfallen ist. Vor diesem Hintergrund beschloss der IFRS-Fachausschuss, die DRSC Interpretation 1 (IFRS) zurückzunehmen.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Audit

Endorsement von Phase 2 der IBOR Reform

Die bereits Ende August 2020 seitens des IASB abgeschlossene Phase 2 der IBOR Reform wurde Mitte Januar 2021 durch die Europäische Kommission gebilligt. Dieses Endorsement zieht Änderungen der Standards IFRS 9, IAS 39, IFRS 4, IFRS 7 und IFRS 16 nach sich. Anwendung finden die Änderungen der IBOR-Reform für Geschäftsjahre, die am oder nach dem...
Advisory Audit

IASB-Diskussionspapier zu Unter­nehmens­zusammen­schlüssen unter gemeinsamer Kontrolle

Am 30.11.2020 hat das IASB das Diskussionspapier DP/2020/2 zu Unternehmenszusammenschlüssen unter gemeinsamer Kontrolle veröffentlicht. Das Diskussionspapier adressiert die Problematik, dass hinsichtlich der Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Kontrolle derzeit eine Regelungslücke besteht, da diese nicht von den geltenden Regelungen zu Unternehmenszusammenschlüssen erfasst werden. Das IASB hat am 30.11.2020 ein Diskussionspapier angesichts...
Audit

Post-Implementation Review des IASB zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12

Im Dezember 2020 hat das IASB im Rahmen des Post-Implementation Reviews dieser Regelungen die weitere Untersuchung der praktischen Auswirkungen der neuen Standards zur Konzernrechnungslegung – IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen) und IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) – veranlasst. Im Rahmen eines Post-Implementation Reviews (PIR)...
Advisory Audit Tax

BMF-Schreiben vom 08.12.2020: Wahl­recht zur ein­heitlichen Bilan­zierung von Einheits- und Indi­vidual­leer­gut

Mit Schreiben vom 19.02.2019 hatte das BMF grundsätzlich Stellung genommen zu der bilanz­steuer­lichen Behandlung von Pfand­geldern. Das BMF vertritt in diesem Schreiben die Auffassung, dass Einheits­flaschen steuer­bilanziell anders zu behandeln seien als Individual­flaschen. Dem entgegen hat das BMF mit seinem Schreiben vom 08.12.2020 den Bilanzierenden nunmehr allerdings zugestanden, dass...