News

Abgabefrist für Steuererklärungen 2019 soll bis zum 31.08.2021 verlängert werden

Nachdem das BMF am 04.12.2020 zunächst die Verlängerung der Abgabefrist für den Veranlagungszeitraum 2019 für durch Steuerberater erstellte Steuererklärungen bis zum 31.03.2021 erklärt hatte, hat sich die große Koalition nun auf eine weitere Fristverlängerung geeinigt. Die Abgabe der von Steuerberatern erstellten Jahressteuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2019 soll demnach bis zum 31.08.2021 möglich sein. Aufgrund der starken Einbindung der Steuerberater in die Beantragung von Corona-bedingten Subventionen hatten sich die berufsständischen Organisationen der Steuerberater bereits frühzeitig für eine entsprechende Fristverlängerung eingesetzt.

Grundsätzlich müssen Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, diese bis zum 31.07. des Folgejahres abgeben. Werden die Steuerpflichtigen bei der Erstellung ihrer Steuererklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein unterstützt, so gilt eine verlängerte Abgabefrist bis Ende Februar des übernächsten Jahres. Damit wären durch Steuerberater erstellte Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2019 bis zum 28.02.2021 einzureichen. Eine verspätete Abgabe der Steuererklärung ist grundsätzlich sanktionsbewährt.   

Die Bundessteuerberaterkammer hatte aufgrund der starken Auslastung der Steuerberater bereits frühzeitig mehr Zeit für die Erstellung und Abgabe der Steuererklärungen 2019 gefordert. Hintergrund dieser Forderung ist die Tatsache, dass die Branche aufgrund der starken Einbindung in die Beantragung von Corona-bedingten Subventionen aktuell an ihre Grenzen gebracht wird. Denn sowohl die Überbrückungshilfen als auch die außerordentlichen Wirtschaftshilfen für die Monate November und Dezember müssen von den Unternehmen oder Selbstständigen über einen Steuerberater, vereidigten Buchprüfer, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt beantragt werden. Das BMF teilte bereits am 04.12.2020 mit, dass die Abgabefrist für den Veranlagungszeitraum 2019 für durch Steuerberater erstellte Steuererklärungen um einen Monat, also bis zum 31.03.2021, verlängert wird. Nun hat sich die große Koalition auf eine Fristverlängerung um sechs Monate, also bis zum 31.08.2021, geeinigt. 

Wie die finanzpolitischen Sprecher von Union und Sozialdemokraten, Antje Tillmann (CDU) und Lothar Binding (SPD), am 17.12.2020 mitteilten, schlagen die Koalitionsfraktionen vor, im nächsten Steuergesetz die Abgabefristen für Jahressteuererklärungen des Veranlagungszeitraums 2019 zu verlängern. Dieser Vorschlag wurde am 17.12.2020 auch bereits von den Koalitionsfraktionen mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) abgestimmt.  

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax

BFH zur Rechtmäßigkeit einer unange­kündigten Wohnungs­besichtigung durch das Finanzamt

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 12.07.2022 (VIII R 8/19) über die Rechtmäßigkeit einer unangekündigten Wohnungsbesichtigung durch das Finanzamt entschieden. Gemäß der Entscheidung des BFH ist eine unangekündigte Wohnungsbesichtigung durch einen Beamten der Steuerfahndung als sogenannter Flankenschutzprüfer zur Überprüfung der Angaben der Steuerpflichtigen zu einem häuslichen Arbeitszimmer rechtswidrig,...
Advisory Tax

Bundestag beschließt ermäßigten Umsatz­steuersatz in der Gastronomie

Im Rahmen des Gesetzes zur Änderung von Verbrauchsteuergesetzen hat der Bundestag am 22.09.2022 neben der Umsetzung der EU-Alkoholstrukturrichtlinie auch die Verlängerung der Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (mit Ausnahme der Abgabe von Getränken) als Teil des dritten Entlastungspaketes der Bundesregierung bis Ende 2023 beschlossen. Mit dem...
Advisory Tax

BMF-Entwurf: Befristete Absenkung des Umsatz­steuer­satzes für Gas­lieferungen

Am 22.09.2022 hat das BMF den Entwurf eines Schreibens zur befristeten Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf 7 % für Lieferungen von Gas über das Erdgasnetz, die zum 01.10.2022 in Kraft treten soll, veröffentlicht. Hintergrund ist der im dritten Entlastungspaket enthaltene Beschluss, dass der Umsatzsteuersatz für Gaslieferungen vorübergehend (01.10.2022 bis 31.03.2024)...
Tax Audit

Angemessenheit von Pensions­zusagen

Das Finanzgericht Nürnberg hat mit Urteil 1 K 186/19 vom 20.04.2021 zur Angemessenheit von Pensionszusagen an Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH geurteilt. Dem Urteil des Finanzgerichts lag folgender Tatbestand zu Grunde: Das Finanzamt und die GmbH stritten um die Angemessenheit von Pensionszusagen gegenüber den Minderheitsgesellschafterinnen. Die betroffenen Gesellschafterinnen waren jeweils mit...