News

Verlängerung der Abgabefrist für durch Steuerberater erstellte Steuer­erklärungen des Veranlagungs­zeitraums 2019

Aufgrund der Corona-Krise und der daraus folgenden starken Beanspruchung von Unternehmen wie auch Beratern sollen die Abgabefristen für die Steuererklärungen des Veranlagungszeitraums 2019 verlängert werden. Der Deutsche Bundestag hat in diesem Zusammenhang am 19.01.2021 über das Gesetz zur Änderung des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung getagt und es dem Finanzausschuss zur weiteren Beratung übertragen. Die Abgabefrist für durch Steuerberater erstellte Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2019 soll um sechs Monate bis zum 31.08.2021 verlängert werden.

Der Gesetzgeber sieht für die sachgerechte und gleichmäßige Beratung in Steuersachen eine hierfür ausreichende Zeit als unerlässlich an. Durch die Belastungen der Corona-Krise sieht der Gesetzgeber die Gefahr, dass für Steuererklärungen/Feststellungserklärungen des Veranlagungszeitraums 2019 aufgrund der Pandemie bedingten Mehrbelastungen eine ordnungsgemäße fachliche Beratung oder die Einhaltung der ursprünglich gesetzlich vorgesehenen Abgabefrist (28.02.2021) nicht mehr gewährleistet werden kann.

Um eine fachlich hochwertige steuerliche Beratung auch unter den gegenständlichen extremen Umständen sicherzustellen, sieht der Gesetzesentwurf vor, die Abgabefrist von Steuer-/Feststellungserklärungen des Veranlagungszeitraums 2019 – sofern ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe die Erklärung
erstellt – um sechs Monate bis zum 31.08.2021 verlängern. Gesonderte Anträge auf Fristverlängerungen sind in diesem Zusammenhang nicht notwendig. Ausnahmen von der Fristverlängerung bestehen lediglich für solche Fälle, in denen eine Anordnung zur einer vorzeitigen Abgabe nach § 149 Abs. 4 AO ergangen ist.

Gleichzeitig soll auch die zinsfreie Karenzzeit von fünfzehn Monaten (§ 233a Abs. 2 AO) für Steuererklärungen des Veranlagungszeitraums 2019 ebenfalls um sechs Monate – bis zum 01.10.2021 – verlängert werden. Dies betrifft sowohl Erstattungs- als auch Nachzahlungszinsen.

Eine grundgesetzwidrige unzulässige echte Rückwirkung sieht der Gesetzgeber in den angedachten Änderungen nicht. Die Verabschiedung des Gesetzes ist bis März 2021 geplant.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax

BFH zur Rechtmäßigkeit einer unange­kündigten Wohnungs­besichtigung durch das Finanzamt

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 12.07.2022 (VIII R 8/19) über die Rechtmäßigkeit einer unangekündigten Wohnungsbesichtigung durch das Finanzamt entschieden. Gemäß der Entscheidung des BFH ist eine unangekündigte Wohnungsbesichtigung durch einen Beamten der Steuerfahndung als sogenannter Flankenschutzprüfer zur Überprüfung der Angaben der Steuerpflichtigen zu einem häuslichen Arbeitszimmer rechtswidrig,...
Advisory Tax

Bundestag beschließt ermäßigten Umsatz­steuersatz in der Gastronomie

Im Rahmen des Gesetzes zur Änderung von Verbrauchsteuergesetzen hat der Bundestag am 22.09.2022 neben der Umsetzung der EU-Alkoholstrukturrichtlinie auch die Verlängerung der Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (mit Ausnahme der Abgabe von Getränken) als Teil des dritten Entlastungspaketes der Bundesregierung bis Ende 2023 beschlossen. Mit dem...
Advisory Tax

BMF-Entwurf: Befristete Absenkung des Umsatz­steuer­satzes für Gas­lieferungen

Am 22.09.2022 hat das BMF den Entwurf eines Schreibens zur befristeten Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf 7 % für Lieferungen von Gas über das Erdgasnetz, die zum 01.10.2022 in Kraft treten soll, veröffentlicht. Hintergrund ist der im dritten Entlastungspaket enthaltene Beschluss, dass der Umsatzsteuersatz für Gaslieferungen vorübergehend (01.10.2022 bis 31.03.2024)...
Tax Audit

Angemessenheit von Pensions­zusagen

Das Finanzgericht Nürnberg hat mit Urteil 1 K 186/19 vom 20.04.2021 zur Angemessenheit von Pensionszusagen an Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH geurteilt. Dem Urteil des Finanzgerichts lag folgender Tatbestand zu Grunde: Das Finanzamt und die GmbH stritten um die Angemessenheit von Pensionszusagen gegenüber den Minderheitsgesellschafterinnen. Die betroffenen Gesellschafterinnen waren jeweils mit...