News

Das Options­modell kommt im Körper­schaft­steuer­moderni­sierungs­gesetz (KöMoG)

Mithilfe des Optionsmodells sollen Personengesellschaften die Möglichkeit zur Körperschaftsbesteuerung eingeräumt werden. Das Optionsmodell soll nun im Rahmen des Körperschaftsteuermodernisierungsgesetz (KöMoG) eingeführt werden. Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts wurde am 19.03.20201 an die Verbände versandt. Dieser wurde bereits am 24.03.2021 vom Bundeskabinett beschlossen.

Der Gesetzesentwurf sieht als Wesentliche Neuerung das Optionsmodell vor, welches durch einen neuen § 1a KStG-E im Körperschaftsteuergesetz eingeführt wird. Dieser soll es den Personenhandels- oder Partnerschaftsgesellschaften ermöglichen, sich auf unwiderruflichen Antrag wie eine Kapitalgesellschaft und ihre Gesellschafter wie die nicht persönlich haftenden Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft besteuern zu lassen, obwohl sie aus zivilrechtlicher Sicht eine Personengesellschaft bleiben. Das Optionsmodell soll ebenfalls Ausstrahlwirkung auf die Gewerbesteuer entfalten. Der Übergang soll dabei einen Formwechsel im Sinne des UmwStG darstellen. Eine Rückoption ist im Rahmen des Gesetzesentwurfs auch vorgesehen.

Bislang werden Personengesellschaften nach dem Transparenzprinzip besteuert. Diese werden nun beim Ausüben des Optionsmodells gemäß § 1a KStG-E körperschaftsteuerpflichtig und demnach im Sinne Trennungsprinzips besteuert. Die Besteuerung wie eine Kapitalgesellschaft im Rahmen des Optionsmodells gilt jedoch lediglich für die Besteuerung nach dem Einkommen. Die optierende Gesellschaft hat einen unwiderruflichen Antrag vor Beginn des Wirtschaftsjahres ab dem die Besteuerung als Kapitalgesellschaft gelten soll, beim zuständigen Finanzamt zu stellen. Das Körperschaftsteuermodernisierungsgesetz soll mit Wirkung zum 01.01.2022 gelten. Demnach gilt es zu beachten, dass der Antrag noch in 2021 zu stellen ist. Zur Umsetzung der Besteuerung auf Gesellschafterebene werden auch die Regelungen der §§ 17, 20 EStG angepasst. Die optierende Gesellschaft wird dann auch im Bereich der Gewerbesteuer im Hinblick auf die Besteuerung wie eine Kapitalgesellschaft behandelt. Dies ist entsprechend im § 2 Abs. 8 GewStG-E geregelt.

Da der Übergang einen Formwechsel im Sinne des UmwStG darstellt, gilt es zu beachten, dass die Antragstellung einer Zustimmung drei Viertel der abgegebenen Stimmen im Sinne des § 217 Abs. 1 UmwG erfordert. Die Steuerfolgen des Formwechsel richten sich nach § 25 UmwStG.

Eine Rückoption zur transparenten Besteuerung ist in § 1a Abs. 4 KStG-E geregelt. Der Gesetzesentwurf sieht dabei keine Mindestdauer für die Ausübung der Besteuerung wie eine Kapitalgesellschaft vor.

Darüber hinaus sieht der Gesetzesentwurf noch folgende weitere Änderungen vor:

  • Internationalisierung des Umwandlungssteuerrechts in dem der persönliche Anwendungsbereich des UmwStG auf Drittstaatenfälle erweitert werden soll. Demnach soll die Beschränkung auf EU/EWR-Staaten aufgehoben werden.
  • Ablösung der Ausgleichsposten für Mehr- und Minderabführungen im Bereich der körperschaftsteuerlichen Organschaften durch die sogenannte Einlagelösung (§§ 14 und 27 KStG-E)
  • Währungskursschwankungen im Zusammenhang mit Gesellschaftsdarlehen sollen als Betriebsausgabe gemäß § 8b Abs. 3 KStG-E gelten

Es wird davon ausgegangen, dass das Gesetzgebungsverfahren bis zur Sommerpause abgeschlossen wird und das Gesetz zum 01.01.2022 in Kraft tritt.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax

Abfärbung gewerblicher Verluste auf im Übrigen vermögens­verwaltende Tätigkeit

Der BFH hat mit Urteil vom 30.06.2022 zur Abfärbung von Verlusten aus gewerblicher Tätigkeit auf die im Übrigen vermögensverwaltende Tätigkeit einer GbR geurteilt. Streitig war im vorliegenden Fall, ob negative Einkünfte aus Gewerbebetrieb die ansonsten vermögensverwaltende Tätigkeit einer GbR umqualifizieren. Die vermögensverwaltende Tätigkeit bezog sich im Wesentlichen auf die...
Advisory Tax

Auswirkungen des geplanten JStG 2022 auf das BewG und das ErbStG

Mit dem JStG 2022 soll das im Bewertungsgesetz geregelte Ertrags- und Sachwertverfahren an die geänderte ImmoWertV angepasst werden. Hiermit gehen diverse Änderungen einher, die unmittelbare Auswirkungen auf die Ergebnisse dieser Bewertungsverfahren haben und deshalb einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Hintergrund Die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) wurde mit der Fassung vom 14.07.2021 neu...
Advisory Tax

Abzinsungs­vorschriften für Pensions­rückstellungen im Handels­recht

Der IDW regt im Schreiben an das BMJ eine kurzfristige Änderung im Hinblick auf die einheitliche Verwendung eines 7-Jahres Durchschnittszinssatzes für sämtliche Rückstellungen an. Dies würde bedeuten, dass auch die Pensionsrückstellungen anstatt des 10-Jahres Durchschnittszinssatzes auch unter der Verwendung eines 7-Jahres Durchschnittszinssatzes bewertet würden. Das IDW regt zum Zweck...
Tax

Stellungnahme des Bundesrats zum Regierungs­entwurfs des Jahres­steuer­gesetzes 2022

Am 28.10.2022 beschloss der Bundesrat eine Stellungnahme zum Regierungsentwurf (Reg-E) des Jahressteuergesetzes 2022 (JStG 2022) und stellt dabei wesentliche Forderungen und Prüfbitten an die Bundesregierung. Die Liste der Forderungen und Prüfbitten des Bundesrats an die Bundesregierung im Rahmen der Stellungnahme zum Reg-E eines JStG 2022 beinhaltet vor allem die folgenden...