News

IDW Praxis­hinweis zur Prü­fung im Sinne der Offen­legungs- und Taxo­nomie-Ver­ordnung

IDW veröffentlicht Praxishinweis zur Prüfung von nachhaltigkeitsbezogenen Angaben

Im Zuge der EU-Offenlegungs-Verordnung und der EU-Taxonomie-Verordnung wird die Transparenz durch Angaben zur Handhabung von Nachhaltigkeitsrisiken und zu Nachhaltigkeitsauswirkungen sowie allgemein zur Nachhaltigkeit von Finanzprodukten geregelt. Zur Unterstützung des Berufstandes entwickelte das IDW einen Praxishinweis zur Prüfung der erforderlichen Angaben, der kürzlich veröffentlicht wurde.

Die Offenlegungsverordnung (EU) 2019/2088 vom 27.11.2019 und die Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 vom 18.06.2020 regeln nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor. Ziel der neuen Regelungen ist es, Informationsasymmetrien hinsichtlich Nachhaltigkeitsrisiken und Nachhaltigkeitsauswirkungen sowie über die Nachhaltigkeit von Finanzprodukten abzubauen.

Nach dem Fondsstandortgesetz vom 03.06.2021 sollen Abschlussprüfer die BaFin bei der Überwachung und Einhaltung der Anforderungen der Art. 3 bis 13 Offenlegungs-Verordnung und 5 bis 7 Taxonomie-Verordnung unterstützen. Ein Großteil der neuen Anforderungen war bereits seit März 2021 umzusetzen und betrifft damit bereits Prüfungen für das laufende Geschäftsjahr 2021.

Die neuen nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen sind mit zahlreichen Fragestellungen sowohl aufseiten der Anwender als auch aufseiten der Abschlussprüfer verbunden, da ein delegierter Rechtsakt zur Konkretisierung der Anforderungen noch nicht vorliegt und die erstmalige Prüfung bevorsteht. Zur Unterstützung des Berufsstands entwickelte das IDW daher einen neuen Praxishinweis, welcher unter anderem den Prüfungsgegenstand beschreibt sowie erste Hinweise zum prüferischen Vorgehen gibt, die z.T. auch auf Ausführungen der BaFin basiert.

Die BaFin weist unter anderem darauf hin, dass sich die Aufsichts- und Prüfungsintensität am aktuellen Risikopotential für Greenwashing auszurichten hat, wobei hierunter der Ausweis eines nachhaltigen Investments verstanden wird, obwohl es klima- oder umweltschädliche Elemente enthält. Außerdem erachtet die BaFin bei der Erstprüfung zum Teil eine Feststellung zum vollständigen Vorhandensein der erforderlichen Informationen und zu deren Plausibilität für ausreichend (sogenannte formelle Prüfung). In wesentlichen Teilen kann sich die Prüfung unter Umständen an IDW PS 521 n.F. zur Prüfung des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts orientieren, wobei punktuelle Anpassungen vorzunehmen sein können. Über die Ergebnisse seiner Prüfung hat der Abschlussprüfer im Prüfungsbericht zu berichten.

Mit dem IDW Praxishinweis gibt das IDW erste Hilfestellungen zur Prüfung der Einhaltung der neuen Offenlegungspflichten im Finanzsektor in Bezug auf nachhaltigkeitsbezogene Informationen, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Auch Anwender können von den Hinweisen einen Nutzen ziehen. Inwieweit trotz dieser Hinweise unter Umständen weiterer Klärungsbedarf besteht, wird sich spätestens im Rahmen der nächsten Prüfungssaison herausstellen.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Advisory Audit Corona

IDW veröffentlicht fachlichen Hinweis zur Schluss­abrechnung für die Corona-ÜH

Am 26.09.2022 veröffentlichte das IDW einen fachlichen Hinweis für prüfende Dritte zu den von den prüfenden Dritten einzureichenden Schlussabrechnungen. Der fachliche Hinweis ist in Anbetracht dessen, dass das erste Paket der Schlussabrechnungen (Paket I) bereits seit dem 05.05.2022 eingereicht werden kann, besonders zu begrüßen. Der am 26.09.2022 veröffentlichte fachliche...
Advisory Tax

Bundestag beschließt ermäßigten Umsatz­steuersatz in der Gastronomie

Im Rahmen des Gesetzes zur Änderung von Verbrauchsteuergesetzen hat der Bundestag am 22.09.2022 neben der Umsetzung der EU-Alkoholstrukturrichtlinie auch die Verlängerung der Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (mit Ausnahme der Abgabe von Getränken) als Teil des dritten Entlastungspaketes der Bundesregierung bis Ende 2023 beschlossen. Mit dem...
Advisory Tax

BMF-Entwurf: Befristete Absenkung des Umsatz­steuer­satzes für Gas­lieferungen

Am 22.09.2022 hat das BMF den Entwurf eines Schreibens zur befristeten Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf 7 % für Lieferungen von Gas über das Erdgasnetz, die zum 01.10.2022 in Kraft treten soll, veröffentlicht. Hintergrund ist der im dritten Entlastungspaket enthaltene Beschluss, dass der Umsatzsteuersatz für Gaslieferungen vorübergehend (01.10.2022 bis 31.03.2024)...
Tax Audit

Angemessenheit von Pensions­zusagen

Das Finanzgericht Nürnberg hat mit Urteil 1 K 186/19 vom 20.04.2021 zur Angemessenheit von Pensionszusagen an Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH geurteilt. Dem Urteil des Finanzgerichts lag folgender Tatbestand zu Grunde: Das Finanzamt und die GmbH stritten um die Angemessenheit von Pensionszusagen gegenüber den Minderheitsgesellschafterinnen. Die betroffenen Gesellschafterinnen waren jeweils mit...