News

Bewertung von in der Krise stehen­gelassenen Gesell­schafter­krediten

Das FG Berlin-Brandenburg hat mit seinem Urteil 5 K 5188/19 vom 04.06.2021, EFG 2022, 160 über die Bewertung von in der Krise stehengelassenen Gesellschafterkrediten bei der Anwendung des neuen § 17 Abs. 2a S. 3 Nr. 2 EStG entschieden. Dabei handelt es sich um eine praktisch bedeutsame Streitfrage vor dem BFH. Dies vor allem deshalb, weil bei stehengelassenen Darlehen nach wie vor strittig ist, ob der Nennwert oder der Teilwert als nachträgliche Anschaffungskosten anzusetzen ist.

§ 17 Abs. 2a S. 3 Nr. 2 EStG:

Werden Zahlungen für die Ablösung eines (Vorbehalts-)Nießbrauchs an einer Beteiligung im Sinne des § 17 EStG getätigt, stellen diese im Rahmen der Ermittlung der Einkünfte nach § 17 EStG nachträgliche Anschaffungskosten auf Beteiligungen dar.

Zu den nachträglichen Anschaffungskosten auf den Geschäftsanteil des Veräußerers gehören nicht:

  • der anteilige Gewinnvortrag,
  • der Jahresüberschuss,
  • der thesaurierte Gewinn,
  • rein gesellschaftsintern wirkende Umgliederungen einer freien Gewinnrücklage in eine zweckgebundene Rücklage.

Urteil 5 K 5188/19 v. 4.6.2021

Das FG Berlin-Brandenburg hat mit seinem Urteil entschieden, dass auch bei Anwendung des § 17 Abs. 2a S. 3 Nr. 2 EStG in der Krise stehengelassene Gesellschafterkredite zur Bestimmung der nachträglichen Anschaffungskosten nur mit dem Teilwert im Zeitpunkt des Eintritts der Krise zu bemessen sind.

Das Verfahren ist beim BFH unter Az. IX R 21/21 anhängig, wobei folgende Fragen gestellt werden:

  1. Mit welchem Wertansatz möchte der Gesetzgeber nachträgliche Anschaffungskosten beim Stehenlassen eines Darlehens in der Krise der Gesellschaft im eingefügten § 17 Abs. 2a EStG berücksichtigt wissen?
  2. Gelten die bisher in der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze in diesem Zusammenhang fort? (Berücksichtigung des Darlehens als nachträgliche Anschaffungskosten in Höhe der Werthaltigkeit, die zum Zeitpunkt besteht, in dem der Gesellschafter es mit Rücksicht auf das Gesellschaftsverhältnis nicht abzieht).
  3. Also: Nachträgliche Anschaffungskosten = Nennwert oder Teilwert der Forderung?

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax

Betriebs­verpachtung schließt erweiterte Grundstücks­kürzung aus

Das FG Düsseldorf hat geurteilt, dass die Nutzung von Grundbesitz im Rahmen einer Betriebsverpachtung eine originäre gewerbliche Tätigkeit darstellt, die die Inanspruchnahme der erweiterten Grundstückskürzung nach § 9 Nr. 1 S. 2 ff. GewStG ausschließt. Sachverhalt Dem Urteil des FG Düsseldorf vom 22.06.2022 (2 K 2599/18 G) liegt folgender,...
Tax Audit

Erhöhung des Verlustausgleichs­volumens nach § 15a EStG durch freiwillige Einlage

Ein Kommanditist kann sein Verlustausgleichsvolumen im Sinne des § 15a EStG durch Erbringung einer freiwilligen Einlage erhöhen. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil IV R 8/19 vom 10.11.2022 folgende Leitsätze aufgestellt: 1. Ein Kommanditist kann sein Verlustausgleichsvolumen im Sinne des § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG auch durch die Erbringung einer freiwilligen Einlage erhöhen. 2....
Audit

E-DRÄS 13 vom DRSC veröffentlicht

Das DRSC hat im Januar 2023 E-DRÄS 13 veröffentlicht, der Änderungen an DRS 20 Konzernlagebericht sowie DRS 21 Kapitalflussrechnung enthält. Diese umfassen einerseits redaktionelle Anpassungen, sollen andererseits aber auch aufgetretene Anwenderfragen adressieren und Unklarheiten beseitigen. Die Kommentierungsfrist zu dem publizierten Entwurf endet am 28.04.2023. Mit E-DRÄS 13 hat das DRSC...
Advisory Tax Legal Audit IT Audit Valuation

Dr. Kleeberg & Partner GmbH erweitert Partnerkreis

Pressemitteilung München, 18.01.2023 Seit 01.01.2023 verstärken Lorenz Neu, Philipp Rinke und Dr. Hannes Zieglmaier als neue Partner die Dr. Kleeberg & Partner GmbH WPG StBG. Lorenz Neu verstärkt den Bereich Audit bei Kleeberg. Er hatte zuvor mehrere Jahre bei einer der Big Four gearbeitet und leitete anschließend den Bereich...