News

Tax Compliance Management Systeme gewinnen an Bedeutung

Die Bundesregierung will die Bedeutung von Tax Compliance Management Systemen stärken. So soll es bei wirksamen Tax Compliance Management Systemen zu Erleichterungen bei Betriebsprüfungen kommen.

Unternehmen können bei Betriebsprüfungen Erleichterungen eingeräumt werden, wenn Unternehmen über ein wirksames Tax Compliance Management System (Tax CMS) verfügen. Einen solchen Vorschlag hat die Bundesregierung am 14. September 2022 gemacht.

Dazu muss das Finanzamt das Tax CMS im Rahmen der Betriebsprüfung überprüfen und für zuverlässig erklären. Wenn dies der Fall ist, kann das Finanzamt den Unternehmen Erleichterungen gewähren. Das Vorgehen soll testweise ab dem 1. Januar 2023 erprobt werden. Die Testphase soll zunächst bis zum 30. Juni 2027 laufen.

Unter Compliance ist die Einhaltung von Regeln (gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien) zu verstehen. Unter einem Compliance Management System sind die auf der Grundlage der von den Verantwortlichen festgelegten Ziele, eingeführten Grundsätze und Maßnahmen zu verstehen, die auf die Sicherstellung eines regelkonformen Verhaltens der Verantwortlichen, deren Mitarbeitern und von Dritten abzielen, d.h. auf die Einhaltung der Regeln und damit auf die Verhinderung von (wesentlichen) Verstößen.

Im Hinblick auf die Befolgung von steuerlichen Pflichten und Regeln spricht man im Allgemeinen von Tax Compliance. Das zugehörige Sicherungs- oder Kontrollsystem wird als Tax Compliance Management System oder auch als Steuer-IKS bezeichnet. Der Verantwortliche fällt durch ein Tax CMS die grundsätzliche Wertentscheidung, die Steuergesetze und Verordnungen ohne Ausnahme zu befolgen.

Bei der Nichteinhaltung von Steuergesetzen und -verordnungen drohen dem Steuerpflichtigen eine Reihe von Risiken. Diese lassen sich kategorisieren in strafrechtliche Risiken, Haftungsrisiken, finanzielle Risiken und Reputationsrisiken. Durch ein Tax CMS sollen vorstehende Risiken, vor allem steuerstrafrechtlicher Natur, von den Verantwortlichen (insb. Steuerpflichtigen) ferngehalten werden. Die Tax CMS erfahren bei der Umsetzung des Gesetzesvorschlags eine erhebliche Aufwertung, was ihre Einführung in Unternehmen weiter beschleunigen dürfte.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax

Betriebs­verpachtung schließt erweiterte Grundstücks­kürzung aus

Das FG Düsseldorf hat geurteilt, dass die Nutzung von Grundbesitz im Rahmen einer Betriebsverpachtung eine originäre gewerbliche Tätigkeit darstellt, die die Inanspruchnahme der erweiterten Grundstückskürzung nach § 9 Nr. 1 S. 2 ff. GewStG ausschließt. Sachverhalt Dem Urteil des FG Düsseldorf vom 22.06.2022 (2 K 2599/18 G) liegt folgender,...
Tax Audit

Erhöhung des Verlustausgleichs­volumens nach § 15a EStG durch freiwillige Einlage

Ein Kommanditist kann sein Verlustausgleichsvolumen im Sinne des § 15a EStG durch Erbringung einer freiwilligen Einlage erhöhen. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil IV R 8/19 vom 10.11.2022 folgende Leitsätze aufgestellt: 1. Ein Kommanditist kann sein Verlustausgleichsvolumen im Sinne des § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG auch durch die Erbringung einer freiwilligen Einlage erhöhen. 2....
Valuation Advisory

EZB und FED erhöhen erneut ihre Leitzinsen

Das Jahr 2022 war aus geldpolitischer Sicht ein Jahr der Leitzinserhöhungen. Die Notenbanken haben insbesondere in der zweiten Jahreshälfte die Leitzinsen vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Inflation kräftig erhöht. Die FED erhöhte im Jahr 2022 den Leitzins insgesamt sieben Mal während die EZB ebenfalls von ihrer langanhaltenden Niedrigzinspolitik...
Advisory Valuation

Basiszinssatz nach IDW S 1 bleibt zum 01.02.2023 bei 2,00 %

Der Basiszinssatz nach IDW S 1 bleibt zum 01.02.2023 mit 2,00 % konstant im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zum Vormonat sinkt der ungerundete Basiszins jedoch leicht von 2,0399 % (01.01.2023) auf 1,9966 % (01.02.2023). Der für Bewertungszwecke relevante Basiszinssatz ist im Jahr 2022 sehr stark von 0,10 % zum...