{"id":25774,"date":"2024-08-01T08:40:00","date_gmt":"2024-08-01T06:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleeberg.de\/?p=25774"},"modified":"2024-10-07T13:10:40","modified_gmt":"2024-10-07T11:10:40","slug":"besteuerung-von-private-equity-fonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleeberg.de\/en\/2024\/08\/01\/besteuerung-von-private-equity-fonds\/","title":{"rendered":"Besteuerung von Private Equity Fonds"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Anlageklasse Private Equity erfreut sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten einer wachsenden Beliebtheit bei privaten und institutionellen Anlegern. Mit dem Investment in PE-Fonds k\u00f6nnen zum einen \u00dcberrenditen erzielt werden, zum anderen ist hierbei erh\u00f6hte steuerliche Vorsicht geboten. Neben der Feststellung des zutreffenden steuerlichen Ergebnisses ist auch der deutschen Hinzurechnungsbesteuerung erh\u00f6hte Aufmerksamkeit zu schenken. Hierbei ist zentral, dass der PE-Fonds und seine Investments im ersten Jahr zutreffend qualifiziert werden.<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anlageklasse Private Equity erfreut sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten einer wachsenden Beliebtheit bei privaten und institutionellen Anlegern. Ein Grund f\u00fcr die Beliebtheit ist, dass regelm\u00e4\u00dfig \u00dcberrenditen gegen\u00fcber den Anlageklassen Aktien und Anleihen erzielt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die einzelnen Anleger verpflichten sich bei Private Equity einen vorher vereinbarten Betrag (sog. Commitment) einem Fonds zur Verf\u00fcgung zu stellen, der in Tranchen abgerufen wird (sog. Capital Calls) und dazu verwendet wird, Anteile an nicht-b\u00f6rsennotierten Unternehmen (sog. Portfoliounternehmen) zu erwerben. Die Private Equity Fonds (im Folgenden: PE-Fonds) folgen hierbei einer vorher festgelegten Strategie, am h\u00e4ufigsten ist hierbei die Investition in (i) junge Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial (sog. Venture-Capital), (ii) reifere Unternehmen, mit der M\u00f6glichkeit Wachstum und Entwicklung zu f\u00f6rdern (sog. Growth-Capital), oder (iii) etablierte Unternehmen, um mit \u00dcbernahmen und organischem Wachstum die Expansion f\u00f6rdern zu k\u00f6nnen (sog. Buyout-Capital).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundlagen und aktuelle Brennpunkte bei der Besteuerung von PE-Fonds aus Sicht von Investoren sollen im Folgenden n\u00e4her beleuchtet werden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. \u00dcberlegungen vor Zeichnung des PE-Fonds<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>a) Qualifikation des PE-Fonds<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PE-Fonds sind in der Regel als ausl\u00e4ndische Personengesellschaften strukturiert, vorwiegend als sog. Limited Partnerships (sog. LPs). Diese sind oftmals in Luxemburg, auf den Kaimaninseln, in Delaware oder Singapore ans\u00e4ssig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei ausl\u00e4ndischen Personengesellschaften verpflichtet der Gesetzgeber den Steuerpflichtigen eine Qualifikation der Gesellschaft nach deutschen Kriterien durch Auswertung des Gesellschaftsvertrags und weiterer Dokumente vorzunehmen, namentlich ob es sich nach deutschem Rechtsverst\u00e4ndnis um eine Personen- oder Kapitalgesellschaft handelt (sog. Typenvergleich). Die Einordnung erfolgt hierbei anhand von acht Kriterien, die durch ein BMF-Schreiben vom 19.&nbsp;M\u00e4rz&nbsp;2004 vorgegeben wurden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) Zentralisierte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung,<br>(2) Kein pers\u00f6nlich haftender Gesellschafter,<br>(3) Zustimmungsfreie \u00dcbertragung von Gesellschaftsanteilen,<br>(4) Gewinnzuteilung,<br>(5) Bar-Kapitaleinzahlungen,<br>(6) Unbegrenzte Laufzeit,<br>(7) Pro-rata Gewinnverteilung,<br>(8) Registrierungspflicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PE-Fonds werden hierbei regelm\u00e4\u00dfig als Personengesellschaft zu qualifizieren sein \u2013 im Folgenden wird daher auch davon ausgegangen, dass es sich bei dem PE-Fonds um eine Personengesellschaft handelt. Den vorstehenden Kriterien kommt jedoch nicht nur Bedeutung bei der Qualifikation des PE-Fonds selbst zu, sondern auch bei der Frage, ob es sich um eine verm\u00f6gensverwaltende oder gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft handelt und wie die Portfoliounternehmen resp. zwischengeschalteten SPVs (\u201eSpecial Purpose Vehicles\u201c) f\u00fcr steuerliche Zwecke zu behandeln sind. Handelt es sich beispielhaft bei der unmittelbaren oder mittelbaren Komplement\u00e4rin um eine LLC, kann die Qualifikation der LLC als Kapitalgesellschaft zur gewerblichen Pr\u00e4gung des PE-Fonds f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daneben kann ein PE-Fonds auch origin\u00e4r gewerblich sein, die Kriterien wurden ebenfalls durch das BMF mit Schreiben vom 16.&nbsp;Dezember&nbsp;2003 festgelegt. Eine private Verm\u00f6gensverwaltung liegt hierbei vor, wenn durch einen PE-Fonds insbesondere die folgenden Kriterien (Ausnahmen z.B. bei Zwischenfinanzierung) ber\u00fccksichtigt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) keine Kreditaufnahme auf der Fondsebene zur Finanzierung von Beteiligungen;<br>(2) keine Reinvestitionen;<br>(3) kein Handel mit Beteiligungen;<br>(4) ausgewogene Kombination von laufenden Ertr\u00e4gen und langfristigem Wertzuwachs;<br>(5) keine Besicherung von Verbindlichkeiten der Portfoliogesellschaften;<br>(6) kein \u201eunternehmerisches\u201c T\u00e4tigwerden gegen\u00fcber den Portfoliogesellschaften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorstehende Qualifikationen sind u.&nbsp;a. entscheidend daf\u00fcr, ob die Verlustverrechnungsbeschr\u00e4nkungen des \u00a7&nbsp;2a&nbsp;EStG und die gewerbesteuerlichen K\u00fcrzungs- und Hinzurechnungsvorschriften des \u00a7&nbsp;8&nbsp;f. GewStG Anwendung finden sowie ob Aufwendungen des PE-Fonds geltend gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erg\u00e4nzend sei darauf hingewiesen, dass das Investmentsteuergesetz auf PE-Fonds regelm\u00e4\u00dfig keine Anwendung findet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>b) Zeichner des PE-Fonds (sog. Investoren)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach Qualifikation des PE-Fonds und dessen Investmentstrategie, kann eine direkte Zeichnung oder eine Zeichnung \u00fcber eine gewerbliche Personen- oder Kapitalgesellschaft vorteilhaft sein. Hierzu sollten folgende \u00dcberlegungen mit einflie\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geltendmachung laufender Aufwand des PE-Fonds [der nicht nach \u00a7&nbsp;6e&nbsp;EStG aktiviert wird]: Je nach Zeichnungsform kann der Aufwand vollst\u00e4ndig, zu 60&nbsp;Prozent oder gar nicht geltend gemacht werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Dividenden unterliegen auf Ebene der Kapitalgesellschaft i.&nbsp;d.&nbsp;R. der vollen Besteuerung, bei gewerblichen Personengesellschaften nur dem Teileink\u00fcnfteverfahren, im Privatverm\u00f6gen der Abgeltungssteuer.<\/li>\n\n\n\n<li>Zinsen unterliegen bei gewerblichen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften der vollen Besteuerung, bei Privatpersonen nur der Abgeltungssteuer.<\/li>\n\n\n\n<li>Das steuerliche Ergebnis wird bei gewerblichen PE-Fonds f\u00fcr Gewerbesteuerzwecke neutralisiert [Achtung: \u00a7&nbsp;7&nbsp;S.&nbsp;8&nbsp;f.&nbsp;GewStG].<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. \u00dcberlegungen nach Zeichnung des PE-Fonds<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeichnung eines PE-Fonds unterliegt der steuerlichen Anzeigepflicht nach \u00a7&nbsp;138&nbsp;AO. Handelt es sich bei dem Zeichner um eine Gesellschaft, ist die H\u00f6he des noch nicht abgerufenen Commitments zudem als sonstige finanzielle Verpflichtung im handelsrechtlichen Anhang anzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist an dem PE-Fonds mehr als ein deutscher Steuerpflichtiger beteiligt, ist das Ergebnis des PE-Fonds gesondert und einheitlich festzustellen. Hierzu ist durch den Fonds selbst oder durch einen beauftragten Steuerberater eine Feststellungserkl\u00e4rung zu erstellen. Hierbei sei auf das Folgende hingewiesen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>a) Ermittlung des steuerlichen Ergebnisses<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PE-Fonds erstellen \u2013 je nach Sitz \u2013 ihre Jahresabschl\u00fcsse nach den Rechnungslegungsvorschriften US-GAAP oder IFRS. Die Abschl\u00fcsse sind hierbei auf die steuerlichen Vorschriften \u00fcberzuleiten. Wesentliche Anpassungen sind regelm\u00e4\u00dfig die Neutralisierung nicht realisierter Gewinne und Verluste und etwaige Management Fees und vergleichbare Aufwendungen in der Investitionsphase des PE-Fonds nach \u00a7&nbsp;6e&nbsp;EStG. Handelt es sich um einen verm\u00f6gensverwaltenden PE-Fonds, an dem auch Privatpersonen beteiligt sind, hat zudem eine \u00dcberleitung nach Zu- und Abflussprinzip zu erfolgen \u2013 da die Eink\u00fcnfte nach \u00a7&nbsp;20&nbsp;EStG festzustellen sind. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wurde der Abschluss in ausl\u00e4ndischer W\u00e4hrung aufgestellt, ist zudem die Gewinn- und Verlustrechnung in Euro umzurechnen. Hierbei wird regelm\u00e4\u00dfig der Umsatzsteuer-Durchschnittskurs des entsprechenden Jahres verwendet \u00adf\u00fcr etwaige Ertr\u00e4ge und Aufwendungen, die die \u00fcbrigen Ertr\u00e4ge und<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufwendungen signifikant \u00fcbersteigen, ist jedoch auf den Wechselkurs am Transaktionstag abzustellen. Zudem ist wichtig, dass etwaige Investments in Portfoliounternehmen mit den tagaktuellen Transaktionskurs erfasst werden \u2013 nur so kann bei einer sp\u00e4teren Ver\u00e4u\u00dferung das Wechselkursergebnis nach \u00a7&nbsp;8b&nbsp;KStG \/ \u00a7&nbsp;3&nbsp;Nr.&nbsp;40&nbsp;EStG vom \u00fcbrigen W\u00e4hrungsergebnis separiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>b) Sonderbetriebseinnahmen oder -ausgaben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regelm\u00e4\u00dfig entstehen den Investoren Ausgaben im Zusammenhang mit der Beteiligung an den PE-Fonds, vorwiegend f\u00fcr Beraterkosten und f\u00fcr Finanzierungsaufwendungen. Die Aufwendungen sind hierbei zwingend in die Feststellungserkl\u00e4rung des PE-Fonds aufzunehmen, da diese auf Ebene des Investors selbst oftmals nicht geltend gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist daher zwingend erforderlich, dass i.&nbsp;S. eines Reportingwesens die Aufwendungen des Investors j\u00e4hrlich an die einzelnen PE-Beteiligungen gemeldet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>c) Kapitalrunden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der PE-Fonds sammelt sein Kapital i.&nbsp;d.&nbsp;R. in mehreren Runden ein (First-, Second-\u2026, Final-Closing). Um die Investoren, die bereits l\u00e4nger gezeichnet haben und bereits Kapital zugef\u00fchrt haben, mit den Investoren gleich zu stellen, die erst sp\u00e4ter gezeichnet haben, gibt es einen Ausgleich zwischen den Investoren (sog. Compensation Interest). Konkret wird eine Zinszahlung als Ausgleich geleistet, diese ist ebenfalls in der Feststellungserkl\u00e4rung zu ber\u00fccksichtigen. Es ist darauf zu achten, dass etwaige Zinsen nicht doppelt ber\u00fccksichtigt werden, namentlich auf Ebene des PE-Fonds und des Investors.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Kapitalrunden kommt es auch zu einer Verschiebung von Anteilen, es entstehen regelm\u00e4\u00dfig Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne und zus\u00e4tzliche Anschaffungskosten, die in einer Erg\u00e4nzungsbilanz abzubilden sind. Einen Antrag nach \u00a7&nbsp;24&nbsp;UmwStG gilt es zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>d) R\u00fcckfl\u00fcsse von Portfoliounternehmen und PE-Fonds<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei R\u00fcckfl\u00fcssen von Portfoliounternehmen ist erh\u00f6hte Vorsicht geboten [es wird im Folgenden unterstellt, dass es sich um eine Kapitalgesellschaft handelt]. Erfolgt die R\u00fcckf\u00fchrung in Form einer Dividende, gilt es zu pr\u00fcfen, ob das Portfoliounternehmen Gewinne ausgesch\u00fcttet oder lediglich eingesetztes Kapital zur\u00fcckgef\u00fchrt hat. Es gilt hierbei die Regelungen zum steuerlichen Einlagekonto zu beachten. F\u00fcr eine steuerfreie Einlagenr\u00fcckgew\u00e4hr ist zwingend ein Antrag nach \u00a7&nbsp;27&nbsp;Abs.&nbsp;8&nbsp;KStG f\u00fcr die Portfoliogesellschaft binnen zw\u00f6lf Monaten nach Wirtschaftsjahresende zu stellen (dies sollte \u2013 soweit umsetzbar \u2013 z.&nbsp;B. im Rahmen eines Side-Letters zum Investment festgeschrieben werden). Zudem ist bei Kapitalr\u00fcckf\u00fchrungen ein W\u00e4hrungsergebnis \u2013 sofern der PE-Fonds in ausl\u00e4ndischer W\u00e4hrung gef\u00fchrt wird \u2013 zu ermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wurden Quellensteuern einbehalten, k\u00f6nnen diese bei steuerpflichtigen Dividenden regelm\u00e4\u00dfig angerechnet werden. Es ist hierbei darauf zu achten, dass ein entsprechender Nachweis gegen\u00fcber dem Finanzamt gef\u00fchrt werden kann, z.&nbsp;B. durch sog. 1042-S&nbsp;Forms der IRS.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erfolgt eine Ver\u00e4u\u00dferung des Portfoliounternehmens, sind dem Ver\u00e4u\u00dferungspreis die steuerlichen Anschaffungskosten zu Grunde zu legen, diese sind aufgrund \u00a7 6e EStG regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6her als jene nach IFRS oder US-GAAP. Etwaige Einbehalte (sog. Escrows) d\u00fcrfen den Ver\u00e4u\u00dferungspreis nicht mindern, sondern sind als Forderungen zu bilanzieren. Etwaige vereinbarte Earn-Outs f\u00fchren i.&nbsp;d.&nbsp;R. zu einer nachtr\u00e4glichen Erh\u00f6hung des Ver\u00e4u\u00dferungspreises. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PE-Fonds sind i.&nbsp;d.&nbsp;R. so strukturiert, dass die Investoren zun\u00e4chst einen Anspruch auf R\u00fcckf\u00fchrung des eingesetzten Commitments haben sowie eine Mindestrendite (z. B. 6 Prozent, sog. hurdle rate) unterstellt wird. Die dar\u00fcberhinausgehende Rendite wird i.&nbsp;d.&nbsp;R. in einem bestimmten Verh\u00e4ltnis (z.&nbsp;B. 80 zu 20) zwischen Investoren und Initiatoren des PE-Fonds aufgeteilt. Der Anteil der Initiatoren wird hierbei als Carried Interest bezeichnet. Im Hinblick auf die Behandlung des Carried Interest werden unterschiedliche Auffassungen im Schrifttum vertreten; Verfahren hierzu sind beim BFH anh\u00e4ngig. Es wird u.a. vertreten, dass der Carried Interest den Ver\u00e4u\u00dferungspreis der Investoren mindert, vollst\u00e4ndig als Betriebsausgabe abziehbar ist oder zu den Ver\u00e4u\u00dferungsnebenkosten zu z\u00e4hlen ist. Je nach Qualifikation des Carried Interest kann dies zu erheblichen steuerlichen Implikationen f\u00fcr den Investor f\u00fchren. Betrachtet man z.&nbsp;B. eine Kapitalgesellschaft als Investor f\u00fchrt eine Ver\u00e4u\u00dferungspreisminderung faktisch nur zu einem Abzug von f\u00fcnf Prozent des Carried Interest \u2013 eine Behandlung als Betriebsausgabe w\u00fcrde hingegen zum vollst\u00e4ndigen Abzug f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird der Erl\u00f6s aus dem Portfoliounternehmen an die Investoren zur\u00fcckgef\u00fchrt, gilt es zu beachten, dass ein etwaiges W\u00e4hrungsergebnis aus der R\u00fcckf\u00fchrung auf Ebene des PE-Fonds festzustellen ist (BFH v. 2.12.2015&nbsp;I&nbsp;R&nbsp;13\/14).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>e) Deutsche Hinzurechnungsbesteuerung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PE-Fonds sind daraufhin zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung (\u00a7&nbsp;7&nbsp;ff.&nbsp;AStG) Anwendung findet. Dies erfolgt regelm\u00e4\u00dfig in einem sog. CFC (<em>Controlled Foreign Companies<\/em>)-Review durch den mandatierten Steuerberater des PE-Fonds.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierbei gilt es zu beachten, dass die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung sowohl auf den PE-Fonds selbst, auf etwaigen Sub-Fonds und SPVs (<em>Special Purpose Vehicle<\/em>) und die Portfoliounternehmen selbst Anwendung finden kann. Problematisch in diesem Zusammenhang f\u00fcr den Steuerpflichtigen ist, dass bei bestimmten passiven Eink\u00fcnften die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung auch bei Kleinstbeteiligungen bereits Anwendung finden kann. Zu denken ist hierbei vor allem an etwaige Zinseink\u00fcnfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden passive Eink\u00fcnfte identifiziert, die die Voraussetzungen der deutschen Hinzurechnungsbesteuerung erf\u00fcllen (u.&nbsp;a. niedrigbesteuert, keine Erf\u00fcllung Substanztest, \u00fcber Freigrenze), ist eine separate Feststellungserkl\u00e4rung nach \u00a7&nbsp;18&nbsp;AStG zu erstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besondere Vorsicht ist auf Ebene des PE-Fonds geboten, sofern dieser gewerblich ist. Etwaige Zinseink\u00fcnfte unterliegen hierbei regelm\u00e4\u00dfig nach \u00a7&nbsp;7&nbsp;S.&nbsp;8&nbsp;f. GewStG der Gewerbesteuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>f) AIVs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oftmals werden aus u.a. steuerlichen, regulatorischen oder betriebswirtschaftlichen Gr\u00fcnden einzelne Investments in sog. AIVs (<em>Alternative Investment Vehicle<\/em>) ausgelagert. Hierbei gilt zu beachten, dass f\u00fcr die AIVs separate Feststellungserkl\u00e4rungen zu erstellen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>g) DAC6<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gilt die Struktur und die Investments des PE-Fonds auf eine etwaige Anwendbarkeit von DAC6 \u2013 sog. Anzeigepflicht von grenz\u00fcberschreitende Steuergestaltungen \u2013 zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Investment in die Anlageklasse Private Equity k\u00f6nnen zum einen \u00dcberrenditen erzielt werden, zum anderen ist hierbei erh\u00f6hte steuerliche Vorsicht geboten. Neben der Feststellung des zutreffenden steuerlichen Ergebnisses, ist auch der deutschen Hinzurechnungsbesteuerung erh\u00f6hte Aufmerksamkeit zu schenken. Hierbei ist zentral, dass der PE-Fonds und seine Investments im ersten Jahr zutreffend qualifiziert werden und basierend auf der Qualifikation der passende Anlageort (im Privatverm\u00f6gen, in Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft) gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anlageklasse Private Equity erfreut sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten einer wachsenden Beliebtheit bei privaten und institutionellen Anlegern. Mit dem Investment in PE-Fonds k\u00f6nnen zum einen \u00dcberrenditen erzielt werden, zum anderen ist hierbei erh\u00f6hte steuerliche Vorsicht geboten. Neben der Feststellung des zutreffenden steuerlichen Ergebnisses ist auch der deutschen Hinzurechnungsbesteuerung erh\u00f6hte Aufmerksamkeit zu schenken. 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