{"id":33981,"date":"2025-07-28T10:40:00","date_gmt":"2025-07-28T08:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleeberg.de\/?p=33981"},"modified":"2025-07-28T13:39:39","modified_gmt":"2025-07-28T11:39:39","slug":"bilanzierung-und-besteuerung-von-investmentfonds-bei-betrieblichen-anlegern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleeberg.de\/en\/2025\/07\/28\/bilanzierung-und-besteuerung-von-investmentfonds-bei-betrieblichen-anlegern\/","title":{"rendered":"Bilanzierung und Besteuerung von Investmentfonds bei betrieblichen Anlegern"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Verwaltung von Beteiligungen an Investmentfonds bringt spezifische bilanzielle und steuerliche Anforderungen mit sich, die vor allem f\u00fcr betriebliche Anleger komplex sein k\u00f6nnen. Seit der Neufassung des Investmentsteuergesetzes bestimmen neue Konzepte wie die Vorabpauschale, die Teilfreistellungen sowie \u00c4nderungen bei der Besteuerung von Aussch\u00fcttungen und Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen den Umgang mit Investmentfondsanteilen.<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>I. Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anteile an Investmentfonds sind in der Praxis ein weit verbreitetes Instrument der Kapitalanlage betrieblicher Investoren und Unternehmen. Die korrekte Bilanzierung der Anteile in Handels- wie auch Steuerbilanz sowie die Besteuerung der aus den Anteilen resultierenden Ertr\u00e4ge sind daher f\u00fcr viele Steuerpflichtige h\u00f6chst relevant. Im Folgenden sollen daher \u00fcberblicksartig wesentliche Aspekte dargestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>II. Bilanzierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Handels- wie auch Steuerbilanz sind Investmentanteile nach \u00a7&nbsp;2&nbsp;InvStG als eigene Wirtschaftsg\u00fcter mit den Anschaffungskosten zzgl. Anschaffungsnebenkosten zu erfassen. Ein spiegelbildlicher Ansatz der dem Fonds zuzurechnenden Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde, wie bspw. Aktien oder Immobilien, erfolgt nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollen die Investmentfondsanteile dem Gesch\u00e4ftsbetrieb l\u00e4ngerfristig dienen, erfolgt der <strong>Bilanzausweis<\/strong> im Anlageverm\u00f6gen, andernfalls erfolgt eine Zuordnung zum Umlaufverm\u00f6gen. F\u00fcr die Einordnung auf Anlegerebene ist die Handelsaktivit\u00e4t des Fonds selbst ohne Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Hinweis: Die Ausf\u00fchrungen beziehen sich grunds\u00e4tzlich auf Investmentfonds nach dem ab 01.01.2018 geltenden Investmentsteuergesetz. Eine Betrachtung der in der Regel nur f\u00fcr institutionelle Anleger relevanten Spezial-Investmentfonds nach Kapitel 3 des Investmentsteuergesetzes, welche weiterhin semi-transparent besteuert werden (k\u00f6nnen), unterbleibt im Folgenden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der bilanzielle Wertansatz von Investmentanteilen bei <strong>Zugang<\/strong> bemisst sich nach den Anschaffungskosten zzgl. der Anschaffungsnebenkosten. Erfolgt der Erwerb \u00fcber eine Verwahrstelle, entspricht der Ausgabepreis den Anschaffungskosten. Bei Erwerb \u00fcber eine B\u00f6rse (z.&nbsp;B. bei sog. Exchange Traded Funds; ETFs) sind die Anschaffungskosten der gezahlte B\u00f6rsenpreis. Typische zu aktivierende Anschaffungsnebenkosten stellt der Ausgabeaufschlag dar. F\u00fcr steuerbilanzielle Zwecke werden die handelsrechtlichen Anschaffungskosten \u00fcbernommen. Auch die steuerbilanzielle Bewertung erfolgt damit unabh\u00e4ngig von der Einordnung des Investmentfonds, z.&nbsp;B. als Aktienfonds oder Mischfonds nach \u00a7&nbsp;2&nbsp;InvStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Investmentfonds, die in Fremdw\u00e4hrung gef\u00fchrt werden, ergeben sich die <strong>Anschaffungskosten<\/strong> in Euro handelsrechtlich aus den in Euro umgerechneten Anschaffungskosten in der Fremdw\u00e4hrung zum Zeitpunkt des Erwerbs, also dem tats\u00e4chlich in Euro gezahlten Betrag. Der so umgerechnete Betrag wird steuerbilanziell \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Handelsrechtlich sind Wertpapiere, die im Girosammeldepot verwahrt werden, grunds\u00e4tzlich mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten aller Wertpapiere derselben Art zu bewerten. Die Girosammelverwahrung stellt den Regelfall dar, insbesondere bei Wertpapieren und Fonds, f\u00fcr die lediglich eine Sammelurkunde hinterlegt ist. Auch steuerlich ist f\u00fcr Wertpapiere im Girosammeldepot die Durchschnittsmethode vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Praxishinweis:<\/em><\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Lediglich bei der Ermittlung der Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne f\u00fcr Privatanleger kann sowohl f\u00fcr Wertpapiere im Girosammeldepot als auch in der Streifbandverwahrung die FIFO-Methode angewendet werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unabh\u00e4ngig davon, ob die Investmentanteile dem Anlage- oder Umlaufverm\u00f6gen zuzuordnen sind, kann an den auf die Anschaffung <strong>folgenden Bilanzstichtagen<\/strong> anstelle der Anschaffungskosten der Teilwert angesetzt werden, sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung vorliegt. Steuerlich besteht ein unabh\u00e4ngig von der Handelsbilanz aus\u00fcbbares Wahlrecht zur Abschreibung auf den niedrigeren Teilwert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Investmentfonds, die in Fremdw\u00e4hrung gef\u00fchrt werden, erfolgt zun\u00e4chst die Umrechnung in Handels- wie Steuerbilanz in Euro mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag (\u00a7&nbsp;256a&nbsp;HGB). Erst im Anschluss wird der Vergleich mit den Anschaffungskosten vorgenommen und gepr\u00fcft, ob der niedrigere Teilwert in Euro voraussichtlich dauerhaft besteht. Der Wechselkurs stellt dabei einen unselbstst\u00e4ndigen, wertbestimmenden Faktor dar und flie\u00dft in die Teilwertbestimmung ein. Daher ist f\u00fcr die Ermittlung des Teilwerts keine gesonderte Betrachtung der Wertentwicklung des Investmentanteils und der Wechselkurs\u00e4nderung erforderlich. Dies gilt konsequenterweise auch f\u00fcr die Beurteilung der Dauerhaftigkeit eines niedrigeren Teilwerts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend der Meinung der Finanzverwaltung bestimmt sich der Teilwert f\u00fcr Investmentanteile im Anlageverm\u00f6gen nach dem Ausgabepreis zzgl. der ggf. anfallenden Erwerbsnebenkosten.Zu Investmentanteilen im Umlaufverm\u00f6gen hat sich die Finanzverwaltung nicht explizit ge\u00e4u\u00dfert. Es gelten somit die allgemeinen Grunds\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob eine Wertminderung dauerhaft ist, ist grunds\u00e4tzlich im Einzelfall zu pr\u00fcfen. Beispielsweise k\u00f6nnen, entsprechend der Gesetzesbegr\u00fcndung zum InvStG 2018, aber Verluste, welche auf Fondsebene realisiert wurden, auch auf Anlegerebene bereits im Rahmen einer Teilwertberichtigung der Anteile abgebildet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Praxishinweis zum Teilwert von Aktienfonds nach \u00a7\u202f2 InvStG:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die f\u00fcr die Bewertung von b\u00f6rsennotierten, b\u00f6rsengehandelten und aktienindexbasierten Wertpapieren des Anlage- und Umlaufverm\u00f6gens aufgestellten Grunds\u00e4tze sind, nach Meinung der Finanzverwaltung mit Verweis auf entsprechende Rechtsprechung des BFH, auf im Anlageverm\u00f6gen gehaltene Anteile an Aktienfonds anzuwenden. Aktienfonds sind solche Investmentfonds, die zu mehr als 50&nbsp;% des eigenen Wertes zum Bilanzstichtag in Aktien investiert sind. Unerheblich ist, ob der zu bewertende Investmentanteil selbst b\u00f6rsennotiert ist. Von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist bei diesen Fonds auszugehen, wenn der Preis, zu dem der Investmentanteil erworben werden kann (Ausgabepreis, zzgl. der ggf. anfallenden Erwerbsnebenkosten), zu dem jeweils aktuellen Bilanzstichtag um mehr als 5&nbsp;% (sog. Bagatellgrenze) unter die Anschaffungskosten gesunken ist. Der noch zum \u201ealten\u201c Investmentsteuerrecht bis 2017 ergangene Standpunkt der Finanzverwaltung ist auf das \u201eneue\u201c Investmentsteuerrecht ab 2018 \u00fcbertragbar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu beachten ist, dass in der Steuerbilanz vorgenommene Teilwertabschreibungen genau wie auf sp\u00e4tere Teilwertzuschreibungen eines Investmentfonds eine gegenl\u00e4ufige au\u00dferbilanzielle Korrektur entsprechend des anwendbaren Teilfreistellungssatzes (siehe im Folgenden 2.1) nach sich zieht. F\u00fcr Zwecke der Gewerbesteuer kommt es nur zur h\u00e4lftigen Ber\u00fccksichtigung der Teilfreistellungen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der Bilanzierung der Fondsanteile an sich ist im Fall der Erhebung einer sog. <strong>Vorabpauschale<\/strong> in der Steuerbilanz des Anlegers ein besonderer Ausgleichsposten zu bilden. Dieser \u201eMerkposten\u201c dient in erster Linie der Vermeidung einer Doppelbesteuerung. Die Erl\u00e4uterung dieser Positionen erfolgt daher im Folgenden im Rahmen der Besteuerung der Anleger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>III. Besteuerung von Anlegern von Investmentfonds<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Besteuerungskonzept und Teilfreistellung<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Reform des Investmentsteuergesetzes zum 01.01.2018 wurde bei dem Versuch, ein einfaches und effizient administrierbares Besteuerungssystem zu schaffen, das semi-transparente Besteuerungssystem f\u00fcr Investmentfonds abgeschafft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Investmentfonds vermitteln ihren Anlegern daher keine steuerlichen Komponenten, wie ausl\u00e4ndische Quellensteuern, nach DBA steuerfreie Ertr\u00e4ge oder Zinsertr\u00e4ge f\u00fcr die Anwendung der Zinsschranke \u00a7&nbsp;4h&nbsp;EStG, mehr. Ebenso finden das Schachtelprivileg nach \u00a7&nbsp;8b&nbsp;KStG und das Teileink\u00fcnfteverfahren keine Anwendung mehr. Stattdessen werden diese Steuerbefreiungen nun pauschal \u00fcber die sog. Teilfreistellungen nach \u00a7&nbsp;20&nbsp;InvStG abgebildet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anleger versteuern <strong>grunds\u00e4tzlich<\/strong> nur die tats\u00e4chlich aus ihrer Fondsanlage erzielten <strong>Zufl\u00fcsse<\/strong>, also Aussch\u00fcttungen des Investmentverm\u00f6gens sowie Gewinne aus der Ver\u00e4u\u00dferung oder sonstigen Realisierung (z.&nbsp;B. R\u00fcckgabe, Abtretung, Entnahme oder verdeckte Einlage) von Investmentanteilen. Die bislang existierenden aussch\u00fcttungsgleichen Ertr\u00e4ge \u00a7&nbsp;1&nbsp;InvStG a.&nbsp;F. wurden ab dem 01.01.2018 durch die sog. <strong>Vorabpauschale<\/strong> ersetzt. Durch diese kann es unter bestimmten Bedingungen trotz fehlender Aussch\u00fcttung zu einer (vorgezogenen) Besteuerung des Anlegers kommen. Zudem unterliegt der vollst\u00e4ndige Aussch\u00fcttungsbetrag der Besteuerung, ohne dass eine Differenzierung zwischen steuerpflichtigen Ertr\u00e4gen und anderen Aussch\u00fcttungsbestandteilen \u2013 insbesondere Substanz \u2013 erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Reform sind Ertr\u00e4ge aus Fonds damit in der Regel einfacher zu versteuern. Es spielt f\u00fcr die Besteuerung keine Rolle mehr, ob Aussch\u00fcttungen aus laufenden Zinsertr\u00e4gen, Dividendeneinnahmen, Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen oder anderen Fondsgewinnen stammen. Daher entf\u00e4llt f\u00fcr Investmentfonds auch die bis zum 31. Dezember 2017 bestehende Pflicht zur detaillierten Ermittlung und Ver\u00f6ffentlichung von Besteuerungsgrundlagen im Bundesanzeiger nach \u00a7&nbsp;5&nbsp;InvStG a.&nbsp;F. Stattdessen gen\u00fcgen vier wesentliche Daten f\u00fcr die Besteuerung des Anlegers:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>H\u00f6he der Aussch\u00fcttung im betrachteten Jahr,<\/li>\n\n\n\n<li>R\u00fccknahmepreis zu Jahresbeginn,<\/li>\n\n\n\n<li>R\u00fccknahmepreis zu Jahresende,<\/li>\n\n\n\n<li>Angabe, ob es sich um einen Aktien-, Misch-, Immobilien- oder sonstigen Fonds handelt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den <strong>Ertr\u00e4gen<\/strong> eines Investmentfonds geh\u00f6ren Aussch\u00fcttungen, Vorabpauschalen und Gewinne aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Investmentanteilen \u00a7&nbsp;16&nbsp;InvStG. Investmentertr\u00e4ge stellen beim Anleger grunds\u00e4tzlich. Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen dar \u00a7&nbsp;20&nbsp;EStG, werden aber bei betrieblichen Anlegern in Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb umqualifiziert \u00a7&nbsp;20&nbsp;i.&nbsp;V.&nbsp;m. \u00a7&nbsp;15&nbsp;EStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die <strong>Einstufung eines Fonds<\/strong> und damit die H\u00f6he einer m\u00f6glichen Teilfreistellung ist grunds\u00e4tzlich ma\u00dfgebend, dass der Investmentfonds entsprechend den einschl\u00e4gigen Anlagebedingungen fortlaufend in die ma\u00dfgebenden Verm\u00f6genswerte (z.&nbsp;B. Kapitalbeteiligungen oder Immobilien) investiert. Zu unterscheiden sind:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Aktienfonds<\/strong>: Investment von mehr als 50&nbsp;% des Aktivverm\u00f6gens in Kapitalbeteiligungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Mischfonds<\/strong>: Investment von mindestens 25&nbsp;%, aber maximal 50&nbsp;% des Aktivverm\u00f6gens in Kapitalbeteiligungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Immobilienfonds<\/strong>: Investment von mehr als 50&nbsp;% des Aktivverm\u00f6gens in Immobilien bzw. Immobiliengesellschaften.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Auslands-Immobilienfonds<\/strong>: Investment von mehr als 50&nbsp;% des Aktivverm\u00f6gens in ausl\u00e4ndische Immobilien bzw. Immobiliengesellschaften.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach Art des Anlegers resultieren dann gem. \u00a7&nbsp;20&nbsp;InvStG folgende <strong>Teilfreistellungen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><\/td><td><strong>Personengesellschaft als Anleger<\/strong><strong><\/strong><\/td><td><strong>K\u00f6rperschaft als Anleger<\/strong><strong><\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Aktienfonds<\/td><td>60&nbsp;%*<\/td><td>80&nbsp;%*<\/td><\/tr><tr><td>Mischfonds<\/td><td>30&nbsp;%*<\/td><td>40&nbsp;%*<\/td><\/tr><tr><td>Immobilienfonds<\/td><td>60&nbsp;%<\/td><td>60&nbsp;%<\/td><\/tr><tr><td>Auslands-Immobilienfonds<\/td><td>80&nbsp;%<\/td><td>80&nbsp;%<\/td><\/tr><tr><td>sonstige Fonds<\/td><td>&nbsp; 0&nbsp;%<\/td><td>&nbsp; 0&nbsp;%<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Teilfreistellung der Eink\u00fcnfte wird bei bilanzierenden Anlegern au\u00dferbilanziell erfasst und gilt auch f\u00fcr <strong>Verluste<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Des Weiteren sind <strong>Betriebsverm\u00f6gensminderungen, Betriebsausgaben und Ver\u00e4u\u00dferungskosten<\/strong> im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Investmentfondsanteilen systemgerecht nur quotal abzugsf\u00e4hig. Ein wirtschaftlicher Zusammenhang soll beispielsweise bei Finanzierungsaufwendungen anzunehmen sein, die aus Verbindlichkeiten stammen, die durch die Anschaffung von Investmentanteilen veranlasst sind, die dem Teilfreistellungsverfahren unterliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Ermittlung des <strong>Gewerbeertrags <\/strong>des Anlegers ist die Teilfreistellung genau wie die Versagung der anteiligen K\u00fcrzung der Betriebsausgaben nur h\u00e4lftig zu ber\u00fccksichtigen. Hintergrund der Regelung ist, dass auf der einen Seite auf Fondsebene keine Gewerbesteuer anf\u00e4llt und somit eigentlich keine steuerliche Vorbelastung ausgeglichen werden muss. Da die Teilfreistellung bei den betrieblichen Anlegern aber auch pauschal die Beg\u00fcnstigungen bei Direktanlage (z.&nbsp;B. die auch f\u00fcr Zwecke der Gewerbesteuer anzuwendenden \u00a7&nbsp;8b&nbsp;KStG oder das Teileink\u00fcnfteverfahren) ber\u00fccksichtigen soll, ist die h\u00e4lftige Anwendung sachgerecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Besteuerung von Investmentertr\u00e4gen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Aussch\u00fcttungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aussch\u00fcttungen<\/strong> aus Investmentfonds geh\u00f6ren bei betrieblichen Anlegern zu den Betriebseinnahmen. Sie werden bilanziell mit der Anspruchsentstehung (Aussch\u00fcttungsbeschluss) erfasst, welcher in der Regel dem Auszahlungstag entspricht. Die bei Aussch\u00fcttung fondsausgangsseitig einbehaltenen Steuerabz\u00fcge (z.&nbsp;B. Kapitalertragsteuer nebst Solidarit\u00e4tszuschlag oder bei ausl\u00e4ndischen Fonds ggfs. anfallende Quellensteuer) sind Teil der Aussch\u00fcttung und lassen sich der Ertragsabrechnung bzw. der Steuerbescheinigung des Investmentfonds entnehmen. Freistellungen von Aussch\u00fcttungen eines ausl\u00e4ndischen Investmentfonds nach etwaigen Doppelbesteuerungsabkommen sind nur dann im Veranlagungsverfahren vorzunehmen, wenn die Sonderregelungen des \u00a7&nbsp;16&nbsp;InvStG, d.&nbsp;h. unter anderem einer Ertragsbesteuerung von mindestens 10&nbsp;% im Ans\u00e4ssigkeitsstaat unterliegt (sog. Subject-to-tax Klausel), erf\u00fcllt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferbilanziell ist entsprechend der Klassifikation des Investmentfonds die einschl\u00e4gige Teilfreistellung f\u00fcr Zwecke der Einkommens- bzw. K\u00f6rperschaftsteuer anzuwenden. Gewerbesteuerlich ist die Teilfreistellung h\u00e4lftig zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Praxishinweis Kapitalertragsteuerabzug f\u00fcr betriebliche Anleger<\/em><\/strong><em>:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Der Kapitalertragsteuerabzug bei laufenden Fondsertr\u00e4gen wird auch bei betrieblichen Anlegern lediglich unter Beachtung der (niedrigeren) Teilfreistellungss\u00e4tze f\u00fcr Privatanleger vorgenommen \u00a7&nbsp;43a&nbsp;EStG. Die f\u00fcr betriebliche Anleger geltenden erh\u00f6hten Teilfreistellungss\u00e4tze kommen erst im Veranlagungsverfahren zum Ansatz. Obwohl der Gesetzgeber in \u00a7&nbsp;43a&nbsp;EStG explizit nur auf die Regelungen f\u00fcr Aktienfonds verweist, ist davon auszugehen, dass auch bei Mischfonds die erh\u00f6hten Teilfreistellungss\u00e4tze erst im Veranlagungsverfahren anzuwenden sind.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Bei Gewinnen aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Investmentfondanteilen, welche beim Anleger Betriebseinnahmen darstellen, kann der Anleger gegen\u00fcber der auszahlenden Stelle nach amtlichem Muster allerdings erkl\u00e4ren, dass auf einen Kapitalertragsteuerabzug verzichtet werden soll.<\/em>&nbsp; <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Vorabpauschalen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei thesaurierenden Investmentfonds oder solchen, die nur eine geringe Aussch\u00fcttung vornehmen, wird \u2013 faktisch \u2013 seit der Investmentsteuerreform eine sog. <strong>Vorabpauschale<\/strong> beim Anleger besteuert. Mit der Vorabpauschale soll eine pauschal ermittelte risikolose Marktverzinsung versteuert werden. Die Ausnahme von der Cash-Flow-Besteuerung dient der Angleichung der steuerlichen Belastung an die einer Direktanlage, bei welcher die Ertr\u00e4ge (z.&nbsp;B. Dividende oder Zinsen) bei Zufluss steuerpflichtig w\u00e4ren. Die Vorabpauschale ist definiert als der Betrag, um den die Aussch\u00fcttungen des Investmentfonds eines Kalenderjahres den sog. Basisertrag des entsprechenden Kalenderjahres unterschreiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grundlage f\u00fcr den <strong>Basisertrag<\/strong> ist der Basiszinssatz i. S. des \u00a7&nbsp;18&nbsp;InvStG, der j\u00e4hrlich von der Bundesbank festgelegt und durch das BMF ver\u00f6ffentlicht wird. Die Bundesbank leitet den Zinssatz aus der H\u00f6he der langfristig erzielbaren Rendite \u00f6ffentlicher Anleihen ab. Der anzusetzende Basisertrag betr\u00e4gt \u2013 zur pauschalen Abbildung eines durchschnittlichen Kostenanteils von 30&nbsp;% \u2013 70&nbsp;% dieses Basiszinssatzes bezogen auf den ersten ver\u00f6ffentlichten R\u00fccknahmepreis des Kalenderjahres. Wird kein R\u00fccknahmepreis ver\u00f6ffentlicht, tritt der B\u00f6rsen- oder Marktpreis an dessen Stelle \u00a7&nbsp;18&nbsp;InvStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Jahre 2021 und 2022 ergab sich ein negativer <strong>Basiszins<\/strong>, womit keine Vorabpauschale anzusetzen ist. F\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2023 und 2024 wurden die in folgender Tabelle genannten Vorabpauschalen festgesetzt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><\/td><td>2021<\/td><td>2022<\/td><td>2023<\/td><td>2024<\/td><\/tr><tr><td><strong>Basiszins<\/strong><strong><\/strong><\/td><td>-0,45\u00a0%<\/td><td>-0,05\u00a0%<\/td><td>2,55\u00a0%<\/td><td>2,29   %<\/td><\/tr><tr><td><strong>Vorabpauschale<\/strong><strong><\/strong><\/td><td>&nbsp; 0,00&nbsp;%<\/td><td>&nbsp; 0,00&nbsp;%<\/td><td>1,785&nbsp;%<\/td><td>1,603&nbsp;%<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Basisertrag ist auf den Mehrbetrag begrenzt, der sich zwischen dem ersten und dem letzten im Kalenderjahr festgesetzten R\u00fccknahmepreis zzgl. der Aussch\u00fcttungen innerhalb des Kalenderjahres ergibt, d.&nbsp;h. zum Beispiel im Falle eines im Laufe des Kalenderjahres gesunkenen Wertes der Anteile, dass keine (auch keine negative) Vorabpauschale festgesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des folgenden Kalenderjahres als <strong>zugeflossen<\/strong>, d.&nbsp;h. beispielsweise die Vorabpauschale f\u00fcr 2024 (bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr) wird im Veranlagungszeitraum 2025 erfasst und unterliegt dem Kapitalertragsteuerabzug gem.&nbsp;\u00a7&nbsp;44&nbsp;EStG. Auch bei der Vorabpauschale ist die f\u00fcr den betrachteten Investmentfonds einschl\u00e4gige Teilfreistellung zu beachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Praxishinweis Vorabpauschale bei unterj\u00e4hrigem Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Im Jahr des Erwerbs der Fondanteile ist die Vorabpauschale um ein Zw\u00f6lftel f\u00fcr jeden vollen Monat, der dem Monat des Erwerbs vorangeht, zu mindern.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Im Jahr der Ver\u00e4u\u00dferung der Investmentanteile kommt es zu keinem Ansatz der Vorabpauschale, da f\u00fcr die Berechnung jeweils auf die Anzahl der Anteile zum 31.12. des Jahres abzustellen ist.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Handelsbilanziell<\/strong> ist die Vorabpauschale selbst nicht als Ertrag zu erfassen, allerdings stellen die gezahlten Abzugsbetr\u00e4ge Aufwand dar. Bilanzierende Anleger haben in der <strong>Steuerbilanz<\/strong> in H\u00f6he der Vorabpauschale einen aktiven Ausgleichsposten zu bilden. Dieser mindert bei Ver\u00e4u\u00dferung der Anteile den Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn und dient somit der Vermeidung einer Doppelbesteuerung der bereits als Vorabpauschale besteuerten Betr\u00e4ge. Der Ausgleichsposten hat keinen Einfluss auf die Anschaffungskosten der Investmentfondsanteile und erh\u00f6ht diese auch nicht als nachtr\u00e4gliche Anschaffungskosten. Des Weiteren stellt der Ausgleichsposten kein abnutzbares Wirtschaftsgut dar, ist also weder plan- noch au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig abzuschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferbilanziell sind zum einen die gebuchten Steuerabzugsbetr\u00e4ge wieder hinzuzurechnen und zum anderen auch auf die Vorabpauschale der f\u00fcr den betrachteten Investmentfonds einschl\u00e4gige Teilfreistellungssatz (h\u00e4lftig f\u00fcr Zwecke der Gewerbesteuer) anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Beispiel:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Basiszins nach \u00a7&nbsp;18&nbsp;InvStG betr\u00e4gt 1,0&nbsp;%. Da nur 70&nbsp;% davon anzusetzen sind, betr\u00e4gt der ma\u00dfgebende Zinssatz 0,7&nbsp;%. Der R\u00fccknahmepreis des Investmentanteils am Jahresanfang&nbsp;01 betr\u00e4gt 100&nbsp;\u20ac und am Jahresende&nbsp;01 100,50&nbsp;\u20ac. Die Aussch\u00fcttung des Aktienfonds an den Anleger, eine GmbH, w\u00e4hrend des Jahres&nbsp;01 bel\u00e4uft sich auf 0,10&nbsp;\u20ac pro Anteil. Aus Vereinfachungsgr\u00fcnden unterbleibt die Darstellung des Kapitalertragsteuerabzugs.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>F\u00fcr die Vorabpauschale kann maximal der Basisertrag i.&nbsp;H.&nbsp;v.&nbsp;0,70&nbsp;\u20ac pro Anteil angesetzt werden (100&nbsp;\u20ac&nbsp;x&nbsp;0,7&nbsp;% =&nbsp;0,70&nbsp;\u20ac). Die Wertsteigerung w\u00e4hrend des Kalenderjahres (Mehrbetrag) betr\u00e4gt 0,50&nbsp;\u20ac&nbsp;+&nbsp;0,10&nbsp;\u20ac Aussch\u00fcttung =&nbsp;0,60&nbsp;\u20ac. Die Wertsteigerung von 0,60&nbsp;\u20ac bildet die Obergrenze f\u00fcr die Vorabpauschale. Von dieser Obergrenze sind die Aussch\u00fcttungen des Jahres&nbsp;01 i.&nbsp;H.&nbsp;v.&nbsp;0,10&nbsp;\u20ac abzuziehen, so dass eine Vorabpauschale von 0,50&nbsp;\u20ac verbleibt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Bei einem bilanzierenden Anleger ist die Aussch\u00fcttung im Jahr&nbsp;01 wie folgt zu erfassen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><em>Bank 0,10&nbsp;\u20ac an Ertrag 0,10&nbsp;\u20ac.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die Vorabpauschale muss am ersten Werktag des Jahres&nbsp;02 wie folgt erfasst werden:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><em>Aktiver Ausgleichsposten aus Vorabpauschale 0,50&nbsp;\u20ac an Ertrag 0,50&nbsp;\u20ac.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die Aussch\u00fcttung wie auch die Vorabpauschale unterliegt einer Steuerfreistellung f\u00fcr Kapitalgesellschaften (80&nbsp;%). Damit unterliegen aus der Aussch\u00fcttung bzw. der Vorabpauschale nur 0,02&nbsp;\u20ac bzw. 0,10&nbsp;\u20ac der K\u00f6rperschaft- und 0,04&nbsp;\u20ac bzw. 0,20&nbsp;\u20ac der Gewerbesteuer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Gewinne aus der Ver\u00e4u\u00dferung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>Verkauf oder die R\u00fcckgabe<\/strong> von nach dem 01.01.2018 erworbenen Investmentanteile f\u00fchrt handels- wie steuerrechtlich zur Gewinnrealisierung. Der steuerpflichtige Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn\/-verlust ist als Differenz zwischen dem Ver\u00e4u\u00dferungs-\/R\u00fcckgabepreis und dem Buchwert der Anteile abz\u00fcglich der Ver\u00e4u\u00dferungskosten zu bestimmen. Des Weiteren mindern die w\u00e4hrend der Besitzzeit in der Steuerbilanz angesetzten Vorabpauschalen durch Aufl\u00f6sung des aktiven Ausgleichspostens das steuerliche Ver\u00e4u\u00dferungsergebnis. Die angesetzten Vorabpauschalen sind ungeachtet einer m\u00f6glichen Teilfreistellung nach \u00a7&nbsp;20&nbsp;InvStG in voller H\u00f6he zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden Anteile eines Fonds zu mehreren Zeitpunkten erworben, k\u00f6nnen betriebliche Anleger die H\u00f6he der Anschaffungskosten und die H\u00f6he der anzusetzenden Vorabpauschalen mit der Durchschnittmethode ermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Praxishinweis zur Ver\u00e4u\u00dferung von Alt-Anteilen (Erwerb vor dem 01.01.2018):<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Durch den Systemwechsel im Rahmen der Investmentsteuerreform zum 01.01.2018 gelten vor diesem Datum erworbene Investmentanteile als zum 31.12.2017 fiktiv mit dem auf diesen Zeitpunkt geltenden R\u00fccknahmepreis als ver\u00e4u\u00dfert und mit diesem Wert zum 01.01.2018 als angeschafft. Der nach der alten Rechtslage bis 2017 ermittelte Gewinn aus der fiktiven Ver\u00e4u\u00dferung einschlie\u00dflich au\u00dferbilanzieller Hinzurechnungen und Abrechnungen ist allerdings erst zu dem Zeitpunkt zu besteuern, zu dem der Alt-Anteil tats\u00e4chlich ver\u00e4u\u00dfert wird. Hierzu war in H\u00f6he des fiktiven Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns steuerbilanziell eine R\u00fccklage zu bilden (\u201eR\u00fccklage nach \u00a7&nbsp;56&nbsp;InvStG\u201c). Durch diese R\u00fccklage wird des Weiteren per Saldo eine Abweichung der Handels- von der Steuerbilanz vermieden und dementsprechend resultieren aus dieser fiktiven Ver\u00e4u\u00dferung keine latenten Steuern.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Durch diese \u00dcbergangsregelung wird erreicht, dass die bis zum 31.12.2017 eingetretene Wert\u00e4nderung nach alter Rechtslage und der ab 2018 erzielte Wertzuwachs nach der neuen Rechtslage ermittelt werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch auf das Ver\u00e4u\u00dferungsergebnis ist der f\u00fcr den betrachteten Investmentfonds einschl\u00e4gige <strong>Teilfreistellungssatz<\/strong> (h\u00e4lftig f\u00fcr Zwecke der Gewerbesteuer) anzuwenden. Wird Kapitalertragsteuer einbehalten, wird f\u00fcr diese Zwecke grds. der Teilfreistellungssatz f\u00fcr Privatanleger verwendet (siehe auch 2.1.1).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Beispiel (Fortsetzung aus <\/em><\/strong><strong><em>2.2.2<\/em><\/strong><strong><em>):<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Bei einer Ver\u00e4u\u00dferung des Investmentanteils im Jahr&nbsp;02 zu einem Preis von 101&nbsp;\u20ac ist wie folgt zu buchen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Bank 101&nbsp;\u20ac an Investmentanteil 100&nbsp;\u20ac und Ertrag 1&nbsp;\u20ac.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aufwand 0,50&nbsp;\u20ac an aktiver Ausgleichsposten aus Vorabpauschale 0,50&nbsp;\u20ac.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der um die Vorabpauschale gek\u00fcrzte Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung in H\u00f6he von 0,50&nbsp;\u20ac ist durch au\u00dferbilanzielle Abrechnung zu 20&nbsp;% der K\u00f6rperschaftssteuer und zu 40&nbsp;% der Gewerbesteuer zu unterwerfen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>IV. Wegzugs- bzw. Entstrickungsbesteuerung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die mit dem Jahressteuergesetz 2024 eingef\u00fchrte <strong>Wegzugbesteuerung<\/strong> bei gewichtigen Anteilen an Investmentfonds (Beteiligung min. 1&nbsp;% innerhalb der letzten 5 Jahre oder Anschaffungskosten von min. 500.000&nbsp;\u20ac) gilt nur f\u00fcr im Privatverm\u00f6gen gehaltene Anteile an Investmentfonds bei Wegfall oder Beschr\u00e4nkung des Besteuerungsrechts Deutschlands \u00a7&nbsp;19&nbsp;InvStG. Somit sind Anleger, die die Fondsanteile im Betriebsverm\u00f6gen halten, grds. nicht von der Neuregelung betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu beachten ist aber weiterhin bei Personengesellschaften als Anleger die Entstrickungsbesteuerung nach \u00a7&nbsp;4&nbsp;EStG: Verzieht der Gesellschafter einer Personengesellschaft und f\u00fchrt er die Gesch\u00e4fte nach dem Wegzug aus dem Ausland, k\u00f6nnten in diesen F\u00e4llen Wirtschaftsg\u00fcter aus dem Inland in eine ausl\u00e4ndische Gesch\u00e4ftsleitungsbetriebsst\u00e4tte \u00fcberf\u00fchrt werden, was zu einer Besteuerung der stillen Reserven f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V. Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bilanzierung von Anteilen an Investmentfonds bedarf aufgrund der in vielen Aspekten voneinander abweichenden handels- und steuerrechtlichen Aspekte erh\u00f6hter Aufmerksamkeit. Von besonderer Bedeutung in wirtschaftlich volatilen Zeiten, die durch Krisen wie Pandemien, geopolitische Konflikte oder protektionistische Ma\u00dfnahmen gepr\u00e4gt sind, sind die Bilanzpositionen in der Handels- wie der Steuerbilanz kritisch auf ihre Werthaltigkeit sowie damit verbundener ggfs. gebotener Wertberichtigungen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Reform des Investmentsteuergesetzes im Jahr 2018 hat sich die Besteuerung von Investmentfonds ma\u00dfgeblich ver\u00e4ndert und neue Anforderungen an die Deklarations- und Bilanzierungspflichten betrieblicher Anleger hervorgebracht. Grunds\u00e4tzlich wurde durch den Wechsel hin zu einer intransparenten Besteuerung von Investmentfonds die Komplexit\u00e4t auf Ebene des Anlegers zwar reduziert, aber nicht g\u00e4nzlich beseitigt. So bleiben z.&nbsp;B. die von verschiedenen Faktoren abh\u00e4ngige Teilfreistellung, die Bilanzierung und Besteuerung der sog. Vorabpauschale sowie die steuerlich korrekte Erfassung von Ver\u00e4u\u00dferungsergebnissen kritische praxisrelevante Kernaspekte f\u00fcr eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Erf\u00fcllung der steuerlichen Verpflichtungen des Anlegers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verwaltung von Beteiligungen an Investmentfonds bringt spezifische bilanzielle und steuerliche Anforderungen mit sich, die vor allem f\u00fcr betriebliche Anleger komplex sein k\u00f6nnen. Seit der Neufassung des Investmentsteuergesetzes bestimmen neue Konzepte wie die Vorabpauschale, die Teilfreistellungen sowie \u00c4nderungen bei der Besteuerung von Aussch\u00fcttungen und Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen den Umgang mit Investmentfondsanteilen. I. 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