{"id":39436,"date":"2026-08-07T09:47:00","date_gmt":"2026-08-07T07:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleeberg.de\/?p=39436"},"modified":"2026-08-07T09:34:31","modified_gmt":"2026-08-07T07:34:31","slug":"finale-fassung-des-neuen-idw-s-1-i-d-f-2026-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleeberg.de\/en\/2026\/08\/07\/finale-fassung-des-neuen-idw-s-1-i-d-f-2026-veroeffentlicht\/","title":{"rendered":"Finale Fassung des neuen IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Fachausschuss f\u00fcr Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) hat im April die finale Fassung des neuen IDW S 1 i. d. F. 2026 ver\u00f6ffentlicht, welche den 18 Jahre lang g\u00fcltigen Standard IDW S 1 i. d. F. 2008 ersetzt. Die grundlegende Systematik des Bewertungsstandards bleibt zwar erhalten, die Neufassung bringt jedoch wichtige \u00c4nderungen f\u00fcr die Bewertungspraxis mit sich.<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1<\/strong>.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<strong>\u00a0\u00a0\u00a0 Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Standard IDW&nbsp;S&nbsp;1 des Instituts der Wirtschaftspr\u00fcfer (IDW) ist ein in Bewertungspraxis und Rechtsprechung angewandtes und anerkanntes Regelwerk zur Bewertung von Unternehmen. F\u00fcr den Berufsstand der Wirtschaftspr\u00fcfer ist dieser sogar verbindlich anzuwenden. Der IDW&nbsp;S&nbsp;1 enth\u00e4lt berufsst\u00e4ndische Grunds\u00e4tze und Leitlinien, die regelm\u00e4\u00dfig auch bei der Erstellung gerichtlicher Gutachten zugrunde gelegt werden. Trotz sich wandelnder makro\u00f6konomischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen blieb der Standard seit dem Jahr&nbsp;2008 weitgehend unver\u00e4ndert, als die letzte inhaltliche Anpassung im Zuge der Unternehmensteuerreform erfolgte. Im Jahr&nbsp;2016 erfolgte lediglich eine redaktionelle \u00dcberarbeitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor diesem Hintergrund hat der Fachausschuss f\u00fcr Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) den IDW&nbsp;S&nbsp;1 in mehreren Punkten fortentwickelt und im April&nbsp;2026 eine Neufassung ver\u00f6ffentlicht. Obwohl die grundlegende Systematik erhalten bleibt, enth\u00e4lt die Neufassung wesentliche \u00c4nderungen, die in der Bewertungspraxis und insbesondere bei der Dokumentation der Bewertungsergebnisse zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 ist erstmals auf Bewertungsstichtage nach Ver\u00f6ffentlichung des Standards anzuwenden und daher ab dem 08.&nbsp;April&nbsp;2026 (Erscheinungsdatum in der Ausgabe 04\/2026 der Zeitschrift IDW&nbsp;Life). Eine Anwendung auf Bewertungsstichtage vor dem 08.&nbsp;April&nbsp;2026 ist nur zul\u00e4ssig, wenn dies im Auftrag entsprechend vereinbart ist. In diesem Zusammenhang ist bei gerichtlich veranlassten Bewertungen das Optimierungsgebot des BGH zu beachten. Der BGH hat entschieden (BGH-Beschluss v.&nbsp;29.09.2015 \u2013 II&nbsp;ZB&nbsp;23\/14), dass im aktienrechtlichen Spruchverfahren die Bewertungsmethode anzuwenden ist, die das zum Bewertungsstichtag verl\u00e4sslichste Ergebnis liefert. Daher sind methodische Weiterentwicklungen zu ber\u00fccksichtigen, wenn diese zu einem angemesseneren Ergebnis f\u00fchren. Im Ergebnis ist bei gerichtlich veranlassten Bewertungen mit Bewertungsstichtagen vor dem 08.&nbsp;April&nbsp;2026 ebenfalls der neue IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 zu ber\u00fccksichtigen, wenn dies zu einem angemesseneren Ergebnis f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00c4nderungen durch den IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 bringt zahlreiche Neuerungen mit sich, die teilweise eher redaktioneller Natur sind, sich aber auch materiell auf die Bewertung, insbesondere die Dokumentation, auswirken k\u00f6nnen. Im Folgenden gehen wir auf die wesentlichen Neuerungen ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Neuerungen bei den Wertkonzepten und den Funktionen des Wirtschaftspr\u00fcfers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Plausibilisierter Entscheidungswert und atomistischer Anteilseigner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2008 gab es folgende drei Wertkonzepte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Objektivierter Unternehmenswert: typisierter, intersubjektiv nachvollziehbarer Zukunftserfolgswert aus Sicht eines typisierten inl\u00e4ndischen Anteilseigners<\/li>\n\n\n\n<li>Subjektiver Entscheidungswert: Grenzwert eines konkreten K\u00e4ufers oder Verk\u00e4ufers unter Ber\u00fccksichtigung seiner individuellen Verh\u00e4ltnisse<\/li>\n\n\n\n<li>Schiedswert: Einigungswert zwischen den Interessen verschiedener Parteien zur Konfliktl\u00f6sung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im neuen IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 wird das bisherige Wertkonzept \u201esubjektiver Entscheidungswert\u201c durch den \u201eplausibilisierten Entscheidungswert\u201c ersetzt. Der plausibilisierte Entscheidungswert setzt im Gegensatz zum subjektiven Entscheidungswert eine interne und externe Plausibilit\u00e4tsbeurteilung durch den Bewerter voraus und stellt somit eine Konkretisierung des bisher als subjektiven Entscheidungswert bezeichneten Wertkonzepts dar. Der plausibilisierte Entscheidungswert soll die finanziellen Interessen eines spezifischen Entscheidungstr\u00e4gers, dessen Erwartungen und Annahmen angemessen ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim objektivierten Unternehmenswert wurde die Perspektive atomistischer Anteilseigner erg\u00e4nzt. Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 konkretisiert, dass die typisierten Eigenkapitalgeber ausschlie\u00dflich auf die erwartete Ertragskraft des von einem im Unternehmensinteresse handelnden Management gef\u00fchrten Unternehmens abstellen und keine weiteren, in ihrer Person begr\u00fcndeten Interessen einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Einf\u00fchrung der Funktion des neutralen Sachverst\u00e4ndigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2008 waren folgende drei Funktionen des Wirtschaftspr\u00fcfers definiert:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Neutraler Gutachter: Wirtschaftspr\u00fcfer als Sachverst\u00e4ndiger, der mit einer nachvollziehbaren Methodik den objektivierten Unternehmenswert ermittelt.<\/li>\n\n\n\n<li>Schiedsgutachter\/Vermittler: Wirtschaftspr\u00fcfer wird als Vermittler in einer Konfliktsituation t\u00e4tig und ermittelt den Schiedswert<\/li>\n\n\n\n<li>Berater: Wirtschaftspr\u00fcfer ermittelt als Berater den subjektiven Entscheidungswert<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der neue IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 erg\u00e4nzt die Funktion als neutralen Sachverst\u00e4ndigen. Der Begriff des neutralen Sachverst\u00e4ndigen ist von anderen Sachverst\u00e4ndigenbegriffen, insbesondere demjenigen nach den \u00a7\u00a7&nbsp;404&nbsp;ff.&nbsp;ZPO, abzugrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Funktion des neutralen Sachverst\u00e4ndigen nimmt der Wirtschaftspr\u00fcfer eine im Sinne des IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 ausreichende Plausibilit\u00e4tsbeurteilung vor, aber keine vollumf\u00e4ngliche Plausibilit\u00e4tsbeurteilung wie in der Rolle des neutralen Gutachters. Nach dem IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 ist stets unter Ber\u00fccksichtigung des konkreten Bewertungsanlasses zu beurteilen, ob die verf\u00fcgbaren Informationen eine ausreichende Plausibilit\u00e4tsbeurteilung erm\u00f6glichen. Aufgrund des eingeschr\u00e4nkten Pr\u00fcfungsumfangs ist diese regelm\u00e4\u00dfig mit einer h\u00f6heren Unsicherheit hinsichtlich des ermittelten Unternehmenswerts verbunden als eine vollumf\u00e4ngliche Plausibilit\u00e4tsbeurteilung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konkretisierung verdeutlicht zugleich, dass der neutrale Sachverst\u00e4ndige nicht lediglich die von den Auftraggebern bereitgestellten Informationen \u00fcbernimmt, sondern diese eigenst\u00e4ndig auf ihre Plausibilit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft. Umfang und Intensit\u00e4t dieser Pr\u00fcfung richten sich jedoch nach dem jeweiligen Bewertungsauftrag sowie der verf\u00fcgbaren Informationsbasis. In der Funktion des neutralen Sachverst\u00e4ndigen kann der Wirtschaftspr\u00fcfer folglich den plausibilisierten Entscheidungswert oder den objektivierten Unternehmenswert i.&nbsp;S.&nbsp;d.&nbsp;IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 ermitteln. Die Berichterstattung kann bei einer ausreichenden Plausibilit\u00e4tsbeurteilung jedoch nur in Form einer Stellungnahme erfolgen. Die Berichterstattung in einem Gutachten ist gem. dem neuen IDW&nbsp;S&nbsp;1 aber nur bei einer vollumf\u00e4nglichen Plausibilit\u00e4tsbeurteilung m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Ergebnis schafft der Standard mit der Einf\u00fchrung der Funktion des neutralen Sachverst\u00e4ndigen eine ausgewogene Balance zwischen den Anforderungen an eine objektive Unternehmensbewertung und den praktischen Grenzen der Informationsbeschaffung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Klarstellung der Funktion des Beraters<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 stellt klar, dass der Wirtschaftspr\u00fcfer in der Funktion des Beraters weder einen objektivierten Unternehmenswert noch einen plausibilisierten Entscheidungswert, sondern ausschlie\u00dflich einen Wert in Anlehnung an die methodischen und rechnerischen Grunds\u00e4tze der beiden Wertkonzepte ermitteln kann. Weiter stellt der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 klar, dass die Berichterstattung eines Bewerters in der Funktion des Beraters in der Form einer Wertberechnung zu erfolgen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00c4nderungen bei der bewertungsrelevanten Planungsrechnung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Plausibilisierung der bewertungsrelevanten Planung und Bezugnahme auf bestehende IDW Praxishinweise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unternehmensplanung ist das zentrale Element einer jeden Unternehmensbewertung. Gem\u00e4\u00df dem neuen IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 ist zuk\u00fcnftig deutlicher zwischen der vorhandenen Managementplanung als Ausgangsbasis und der Zukunftserfolgsplanung als eigentliche Bewertungsgrundlage zu unterscheiden. Dabei soll die Managementplanung einer Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung unterzogen werden. Im Zusammenhang mit der Plausibilisierung von Planungsrechnungen nimmt der neue IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F. 2026 explizit auf den IDW Praxishinweis: Beurteilung einer Unternehmensplanung bei Bewertung, Restrukturierungen, Due Diligence und Fairness Opinion (IDW Praxishinweis 2\/2017) Bezug. Diese Konkretisierung war im bisherigen IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2008 nicht enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hervorhebung der Eigenverantwortlichkeit des Gutachters und Plausibilisierung der Planung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unternehmensplanung ist das zentrale Element einer jeden Unternehmensbewertung. Der neue IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 unterscheidet deutlicher zwischen der vorhandenen Managementplanung als Ausgangsbasis und der Zukunftserfolgsplanung als eigentlicher Bewertungsgrundlage. Der Bewerter soll beurteilen, ob die Managementplanung als Bewertungsgrundlage geeignet ist, und diese anschlie\u00dfend in eine Zukunftserfolgsplanung \u00fcberf\u00fchren, falls Anpassungen erforderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Explizite W\u00fcrdigung der ewigen Rente<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt hebt der neue IDW&nbsp;S&nbsp;1 die langfristigen Erwartungen in der ewigen Rente und den Planungshorizont des Bewertungsobjekts st\u00e4rker als bisher hervor. Zuk\u00fcnftig sollen u.&nbsp;a. Transformationsprozesse, Trends oder Profitabilit\u00e4tserwartungen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die Ableitung des nachhaltigen Ergebnisses in der ewigen Rente haben. Es sollen au\u00dferdem langfristig erzielbare Umsatzniveaus und Margenerwartungen (wie beispielsweise EBITDA- oder EBIT-Marge) ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kapitalkosten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.4.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Tax-CAPM zur Ableitung des Kapitalisierungszinssatzes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 sieht vor, dass Wirtschaftspr\u00fcfer bei Bewertungsf\u00e4llen, in denen die zu diskontierenden Zukunftserfolge um pers\u00f6nliche Ertragsteuern vermindert werden, die risiko\u00e4quivalente Renditeforderung der Eigenkapitalgeber auf Basis des Tax-CAPM ermitteln k\u00f6nnen. Die ausdr\u00fcckliche Aufnahme des Tax-CAPM in den Bewertungsstandard IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 tr\u00e4gt der bereits seit Jahren bestehenden Bewertungspraxis Rechnung. Durch die Ber\u00fccksichtigung pers\u00f6nlicher Ertragsteuern sowohl bei den k\u00fcnftigen Zahlungs\u00fcbersch\u00fcssen als auch bei der Renditeforderung der Kapitalgeber wird eine methodisch konsistente Bewertung erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.4.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Konkretisierung der Marktrisikopr\u00e4mie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 wird der Begriff der Marktrisikopr\u00e4mie konkretisiert. Diese wird als die erwartete Renditedifferenz zwischen einer Investition in das aus Aktien bestehende Marktportfolio und einer Anlage in (quasi) risikolose \u00f6ffentliche Anleihen definiert. Dabei m\u00fcssen der zur Ableitung der Marktrisikopr\u00e4mie herangezogene risikolose Basiszinssatz und der im Bewertungskalk\u00fcl verwendete risikolose Basiszinssatz dem \u00c4quivalenzprinzip entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Neufassung enth\u00e4lt konkrete Vorgaben zur Ableitung der erwarteten Marktrisikopr\u00e4mie. Der R\u00fcckgriff auf repr\u00e4sentative Aktienindizes wird dabei als sachgerecht angesehen. Gleichzeitig wird klargestellt, dass sowohl historisch beobachtete Aktienrenditen als auch im Rahmen von Ex-ante-Analysen ermittelte implizite Aktienrenditen in die Ableitung einzubeziehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konkretisierung der Marktrisikopr\u00e4mie erh\u00f6ht die Transparenz bei der Ableitung des Kapitalisierungszinssatzes. Da bereits geringe Ver\u00e4nderungen der Marktrisikopr\u00e4mie erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenswert haben k\u00f6nnen, kommt einer nachvollziehbaren und konsistenten Herleitung dieses Parameters besondere Bedeutung zu. Mit der ausdr\u00fccklichen Einbeziehung historischer Kapitalmarktdaten sowie impliziter Renditeerwartungen schafft der IDW&nbsp;S&nbsp;1 einen methodischen Rahmen, der sowohl vergangenheitsbezogene Erkenntnisse als auch aktuelle Markterwartungen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Option zur (Nicht-)Ber\u00fccksichtigung pers\u00f6nlicher Ertragsteuern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Bewertung von Personengesellschaften und Einzelunternehmen soll zuk\u00fcnftig die Ber\u00fccksichtigung pers\u00f6nlicher Ertragsteuern der Eigenkapitalgeber nicht zwingend erforderlich sein. Bei der Bewertung von Einzelunternehmen und Personengesellschaften ist zu beachten, dass diese \u2013 bei einer Personengesellschaft vorbehaltlich einer Optierung nach \u00a7&nbsp;1a&nbsp;KStG \u2013 zwar der Gewerbesteuer, aber keiner Einkommensbesteuerung unterliegen. Daher kann bei der Bewertung von Personengesellschaften nicht einfach auf die Ber\u00fccksichtigung pers\u00f6nlicher Ertragsteuern verzichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 schl\u00e4gt bei der (Nicht-)Ber\u00fccksichtigung pers\u00f6nlicher Ertragsteuern bei Personengesellschaften vor, die Personengesellschaft mittels Fiktion einer K\u00f6rperschaft als Eigenkapitalgeber und Verwendung des K\u00f6rperschaftsteuersatzes zu rechnen. Alternativ kann auch typisierend mittels einer K\u00f6rperschaftsfiktion und Verwendung des K\u00f6rperschaftsteuersatzes gerechnet werden. Im letzteren Fall sowie im Fall eines k\u00f6rperschaftsteuerpflichtigen Gesellschafterkreises w\u00fcrde die Personengesellschaft im Ergebnis wie eine Kapitalgesellschaft vor pers\u00f6nlichen Ertragsteuern bewertet werden (Rechnung vor pers\u00f6nlichen Ertragsteuern). Die verwendete Berechnungsmethode ist im Gutachten bzw. in der Stellungnahme anzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Relevanz von Synergieeffekten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2008 noch zwischen \u201eechten\u201c und \u201eunechten\u201c Synergieeffekten unterschied, findet sich eine entsprechende Differenzierung in der Neufassung des IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 nicht mehr. In der bisherigen Fassung wurden \u201eechte Synergien\u201c als wirtschaftliche Vorteile beschrieben, die erst infolge der Durchf\u00fchrung einer Strukturma\u00dfnahme entstehen. \u201eUnechte Synergien\u201c hingegen beschrieben jene Synergieeffekte, die auch ohne Durchf\u00fchrung der dem Bewertungsanlass zugrunde liegenden Ma\u00dfnahme realisiert werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 stellt nunmehr klar, dass bei der Ermittlung eines objektivierten Unternehmenswerts positive oder negative Ver\u00e4nderungen von Zukunftserfolgen aus einem zum Bewertungsstichtag bereits bestehenden Verbund als Synergien zu ber\u00fccksichtigen sind. Besteht hingegen lediglich die konkrete M\u00f6glichkeit, einen wirtschaftlichen Verbund einzugehen, zu intensivieren oder zu erweitern, ist unter Ber\u00fccksichtigung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu beurteilen, ob und in welcher H\u00f6he die daraus resultierenden positiven Effekte in die Bestimmung des objektivierten Unternehmenswertes einzubeziehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Ermittlung eines plausibilisierten Entscheidungswerts sind s\u00e4mtliche als plausibel einzusch\u00e4tzenden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ma\u00dfnahmen und Synergien abzubilden, die vom spezifischen Entscheidungstr\u00e4ger, aus dessen Sicht die Bewertung durchgef\u00fchrt wird, erwartet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Neuregelung zur Ber\u00fccksichtigung von Synergieeffekten tr\u00e4gt der wirtschaftlichen Realit\u00e4t Rechnung, dass bewertungsrelevante finanzielle \u00dcbersch\u00fcsse h\u00e4ufig ma\u00dfgeblich durch bestehende Unternehmensverb\u00fcnde beeinflusst werden. Entscheidend ist dabei die Frage, ob deren Eintritt zum Bewertungsstichtag hinreichend wahrscheinlich ist. F\u00fcr die Bewertungspraxis bedeutet dies eine st\u00e4rkere Orientierung an den tats\u00e4chlichen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnissen des Bewertungsobjekts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt konkretisiert der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 damit die Ber\u00fccksichtigung von Synergieeffekten bei der Bewertung von Unternehmen und schafft die Definition von echten und unechten Synergien ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Weitere Neuerungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den bereits beschriebenen Neuerungen hinsichtlich der Wertkonzepte und Funktionen des Wirtschaftspr\u00fcfers, der Bedeutung der bewertungsrelevanten Planungsrechnung, der Kapitalkosten, der (Nicht-)Ber\u00fccksichtigung von pers\u00f6nlichen Steuern sowie der Behandlung von Synergieeffekten gibt es mit der Einf\u00fchrung des IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 im Wesentlichen folgende Neuerungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Besonderheiten bei der Bewertung von KMU: <\/strong>Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von kapitalmarktorientierten Gro\u00dfunternehmen. Sie sind h\u00e4ufig st\u00e4rker von der Person des Unternehmers gepr\u00e4gt, verf\u00fcgen oftmals \u00fcber weniger ausdifferenzierte Planungs- und Controllingsysteme und weisen eine h\u00f6here Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Kunden, Lieferanten oder Finanzierungspartnern auf. Der IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 ber\u00fccksichtigt diese Gegebenheiten anders als der IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02008 explizit und nimmt auf den bestehenden IDW Praxishinweis 1\/2014 Bezug. Es ist insbesondere hervorzuheben, dass eine pauschale Erh\u00f6hung des Kapitalisierungszinssatzes wie beispielsweise ein Fungibilit\u00e4tszuschlag ohne Begr\u00fcndung nicht zul\u00e4ssig ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Ersatz des Begriffs \u201enicht betriebsnotwendiges Verm\u00f6gen\u201c durch \u201egesondert bewertetes Verm\u00f6gen\u201c: <\/strong>Im neuen IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 wird der Begriff des \u201enicht betriebsnotwendigen Verm\u00f6gens\u201c durch den Begriff des \u201egesondert bewerteten Verm\u00f6gens\u201c ersetzt. Gesondert zu bewertende Verm\u00f6genswerte werden im Rahmen der Ableitung der Zukunftserfolge nicht oder nur unvollst\u00e4ndig abgebildet. Daher ist das gesondert zu bewertende Verm\u00f6gen durch den erzielbaren Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s abzgl. erforderlicher Ver\u00e4u\u00dferungskosten sowie steuerlicher Folgen zu bewerten. Schulden, die im Zusammenhang mit dem gesondert zu bewertenden Verm\u00f6gen stehen, sind ebenfalls bei der gesonderten Bewertung zu ber\u00fccksichtigen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Substanzwert als m\u00f6gliche Bewertungsmethode nach IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026: <\/strong>Nach dem alten IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02008 kam dem Substanzwert bisher keine eigenst\u00e4ndige Bedeutung zu. Nach dem neuen IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 kann die Anwendung des Substanzwertverfahrens in bestimmten F\u00e4llen sachgerecht sein wie beispielsweise bei Unternehmen in der Startphase.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Multiplikatorverfahren:<\/strong> Im neuen IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 finden sich deutlich umfangreichere Ausf\u00fchrungen zu den Multiplikatorverfahren und es sind klare Vorgaben zur Vorgehensweise bei einer Multiplikatorbewertung enthalten. Die grunds\u00e4tzliche Einordnung von Multiplikatorverfahren zum Zweck einer vereinfachten Preisfindung sowie der Plausibilit\u00e4tsbeurteilung zukunftserfolgsorientierter Bewertung bleibt jedoch unver\u00e4ndert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Abgrenzung zum IDW\u00a0S\u00a017 \u201eBeurteilung der Angemessenheit b\u00f6rsenkursbasierter Kompensationen\u201c:<\/strong> Eine wichtige Klarstellung betrifft die Abgrenzung zwischen dem IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 und dem ebenfalls neuen Standard IDW\u00a0S\u00a017. Die Klarstellung schafft f\u00fcr Unternehmensbewerter eine h\u00f6here Rechtssicherheit. W\u00e4hrend der IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 weiterhin den objektivierten Unternehmenswert als zentralen Bewertungsma\u00dfstab in den Mittelpunkt stellt, behandelt der IDW\u00a0S\u00a017 eigenst\u00e4ndige Fragestellungen im Zusammenhang mit b\u00f6rsenkursbasierten Kompensationsleistungen. Dadurch werden die jeweiligen Anwendungsbereiche deutlich voneinander abgegrenzt. Der B\u00f6rsenkurs bleibt aber unabh\u00e4ngig von einer Bewertung nach IDW\u00a0S\u00a017 bei speziellen Bewertungsanl\u00e4ssen (z.\u00a0B. Abfindung und Ausgleich gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7\u00a0304,\u00a0305\u00a0AktG, \u00a7\u00a0320\u00a0b\u00a0AktG sowie \u00a7\u00a7\u00a0327\u00a0a\u00a0ff.\u00a0AktG) nach h\u00f6chstrichterlicher Rechtsprechung (vgl.\u00a0BVerfG, Beschluss vom 27.04.1999 \u2013 1\u00a0BvR\u00a01614\/94) als Wertuntergrenze relevant.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Aufsummierung von Anteilswerten:<\/strong> Weiter wird im IDW\u00a0S\u00a01\u00a0i.\u00a0d.\u00a0F.\u00a02026 beim Wert und Preis von Unternehmen und Unternehmensanteilen nun erl\u00e4utert, dass die Summe aller Anteilswerte dem Unternehmenswert als Ganzes entsprechen muss. Damit wird klargestellt, dass die Aufteilung des Unternehmenswerts auf einzelne Anteile oder Anteilsklassen insgesamt wertkonsistent zu erfolgen hat.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Neufassung des IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 stellt keine grundlegende Abkehr von der bisherigen Bewertungssystematik dar, enth\u00e4lt jedoch in mehreren zentralen Bereichen inhaltliche Pr\u00e4zisierungen, strukturelle Klarstellungen und redaktionelle Anpassungen. Viele in eine Unternehmensbewertung einflie\u00dfende Aspekte, welche bislang durch Rechtsprechung, Fachliteratur oder Verlautbarungen des FAUB (fort-)entwickelt wurden, sind nun unmittelbar im Bewertungsstandard verankert. F\u00fcr die Bewertungspraxis bedeutet die Neufassung vor allem eine st\u00e4rkere Konkretisierung bestehender Grunds\u00e4tze. Dadurch erhalten sowohl ausf\u00fchrende Unternehmensbewerter als auch Gerichte und Auftraggeber eine verl\u00e4sslichere Orientierung f\u00fcr die Durchf\u00fchrung und Beurteilung von Unternehmensbewertungen. Gleichzeitig r\u00fcckt der neue IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 auch die Eigenverantwortlichkeit des Bewerters st\u00e4rker in den Fokus. Mit der Abl\u00f6sung des IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2008 durch den IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 hat sich an der grunds\u00e4tzlichen Vorgehensweise und Bewertungsmethodik (z.&nbsp;B. bei der Ableitung der bewertungsrelevanten Cashflows sowie des Kapitalisierungszinssatzes) jedoch nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 ersetzt den IDW Standard: Grunds\u00e4tze zur Durchf\u00fchrung von Unternehmensbewertungen (IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2008) vom 04.07.2016. Er ist erstmals auf Bewertungsstichtage nach Ver\u00f6ffentlichung von IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 (08.04.2026; Erscheinungsdatum im IDW&nbsp;Life) anzuwenden. Eine Anwendung auf Bewertungsstichtage vor Ver\u00f6ffentlichung dieses Standards ist nur zul\u00e4ssig, wenn dies im Auftrag entsprechend vereinbart ist (vgl.&nbsp;IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026, Rn.&nbsp;7). Es ist das Optimierungsgebot des BGH zu beachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis werden der \u201eneue\u201c IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2026 und der \u201ealte\u201c IDW&nbsp;S&nbsp;1&nbsp;i.&nbsp;d.&nbsp;F.&nbsp;2008 noch lange parallel fortbestehen, da es regelm\u00e4\u00dfig auch im Jahr 2026 und dar\u00fcber hinaus zu einer Auseinandersetzung mit Bewertungsfragen der Vergangenheit und Bewertungsstichtagen vor April&nbsp;2026 kommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fachausschuss f\u00fcr Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) hat im April die finale Fassung des neuen IDW S 1 i. d. F. 2026 ver\u00f6ffentlicht, welche den 18 Jahre lang g\u00fcltigen Standard IDW S 1 i. d. F. 2008 ersetzt. 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