{"id":40515,"date":"2026-09-22T07:58:00","date_gmt":"2026-09-22T05:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleeberg.de\/?p=40515"},"modified":"2026-09-21T11:59:50","modified_gmt":"2026-09-21T09:59:50","slug":"die-neue-eu-verpackungsverordnung-gilt-pflichten-und-fristen-bis-zum-jahr-2040","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleeberg.de\/en\/2026\/09\/22\/die-neue-eu-verpackungsverordnung-gilt-pflichten-und-fristen-bis-zum-jahr-2040\/","title":{"rendered":"Die neue EU-Verpackungsverordnung gilt: Pflichten und Fristen bis zum Jahr\u00a02040"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mit der Verordnung\u00a0(EU)\u00a02025\/40 vom\u00a019.12.2024 hat die Europ\u00e4ische\u00a0Union das Verpackungsrecht grundlegend neu geregelt. Anders als bei einer Richtlinie gilt die Verordnung unmittelbar, d.\u00a0h. ohne nationale Umsetzungserfordernis in den Mitgliedstaaten. Betroffen ist praktisch jedes Unternehmen, das Verpackungen in der Europ\u00e4ischen\u00a0Union in Verkehr bringt oder verwendet. Die erste Stufe des neuen Verpackungsrechts ist bereits verbindlich, weitere Pflichten greifen gestaffelt bis zum Jahr\u00a02040.<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber Jahrzehnte pr\u00e4gte die Richtlinie&nbsp;94\/62\/EG vom&nbsp;20.12.1994 das europ\u00e4ische Verpackungsrecht. Die Mitgliedstaaten setzten deren Vorgaben eigenst\u00e4ndig in nationales Recht um. Mit der V<strong>erordnung&nbsp;(EU)&nbsp;2025\/40 \u00fcber Verpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle vom&nbsp;19.12.2024 (Packaging and Packaging&nbsp;Waste Regulation \u2013 PPWR<\/strong>; ver\u00f6ffentlicht im EU-Amtsblatt vom&nbsp;22.01.2025) endete dieser Ansatz. Die Verordnung ist am&nbsp;<strong>11.02.2025<\/strong> <strong>in Kraft getreten<\/strong> und gilt seit dem&nbsp;<strong>12.08.2026<\/strong>; teilweise greifen \u00c4nderungen gestaffelt bis zum Jahr&nbsp;2040.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ma\u00dfgeblich<\/strong> ist nun nicht mehr allein, was am Ende mit einer <strong>Verpackung<\/strong> geschieht, sondern ob sie vor dem Inverkehrbringen die <strong>Anforderungen der&nbsp;PPWR<\/strong> erf\u00fcllt. F\u00fcr Unternehmen verlagert sich das Verpackungsrecht damit <strong>von der Entsorgungs- auf die Produktseite<\/strong>. Das Grundmuster ist aus dem Produktrecht vertraut \u2013 eine CE-Kennzeichnung (Conformit\u00e9&nbsp;Europ\u00e9enne) der Verpackung verlangt die PPWR allerdings nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Geltungsbeginn und zur nationalen Umsetzung wird auf unseren vergangenen Newsbeitrag (vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kleeberg.de\/2026\/07\/30\/neue-verpackungsverordnung-ppwr\/\">News vom&nbsp;30.07.2026<\/a>) verwiesen, der die einzelnen Pflichten und Fristen im Detail behandelt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Zeitplan im \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden <strong>Stichtage<\/strong> strukturieren die <strong>zeitliche Umsetzung<\/strong> bzw. den Geltungsbereich der&nbsp;PPWR:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-grid wp-container-core-group-is-layout-9afd3dea wp-block-group-is-layout-grid\">\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><td><strong>Stichtag<\/strong><\/td><td><strong>Was neu verbindlich wird<\/strong><\/td><td><strong>Artikel<\/strong><\/td><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>12.08.2026<\/td><td>Rollendefinitionen; Konformit\u00e4tsbewertung, technische Dokumentation, EU-Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung; PFAS-Grenzwerte und Schwermetallgrenzen; qualitative Verpackungsminimierung; Extended Producer Responsibility (EPR)-Registrierung<\/td><td>3, 5, 10, 15, 38, 39, 44<\/td><\/tr><tr><td>12.02.2028<\/td><td>Kompostierbarkeit bestimmter Verpackungen von Teebeuteln, Kaffeepads und Obst-\/Gem\u00fcseaufklebern; Leerraumminimierung bei Verkaufsverpackungen<\/td><td>9, 24<\/td><\/tr><tr><td>12.08.2028*<\/td><td>Harmonisierte Kennzeichnung (Materialzusammensetzung, Kompostierbarkeit)<\/td><td>12<\/td><\/tr><tr><td>01.01.2029<\/td><td>90&nbsp;% Getrenntsammlung f\u00fcr Einweggetr\u00e4nkeflaschen aus Kunststoff und Getr\u00e4nkebeh\u00e4lter aus Metall (je&nbsp;bis&nbsp;3&nbsp;l); Pfandsysteme<\/td><td>50<\/td><\/tr><tr><td>12.02.2029<\/td><td>Kennzeichnung wiederverwendbarer Verpackungen<\/td><td>12<\/td><\/tr><tr><td>01.01.2030*<\/td><td>Recyclingf\u00e4higkeit (Stufen&nbsp;A\/B\/C), Mindestrezyklatanteil, Leerraumquote 50&nbsp;%<\/td><td>6, 7, 24<\/td><\/tr><tr><td>01.01.2030<\/td><td>Formatverbote; Wiederverwendungsziele<\/td><td>25, 29<\/td><\/tr><tr><td>01.01.2035*<\/td><td>Recyclingf\u00e4higkeit zus\u00e4tzlich nach Kriterien f\u00fcr das Recycling in gro\u00dfem Ma\u00dfstab<\/td><td>6<\/td><\/tr><tr><td>01.01.2038<\/td><td>Nur noch Leistungsstufen A und B verkehrsf\u00e4hig<\/td><td>6<\/td><\/tr><tr><td>01.01.2040<\/td><td>H\u00f6here Rezyklat- und Wiederverwendungsquoten<\/td><td>7, 29<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*Diese Stichtage sind an noch ausstehende Rechtsakte gekoppelt. Sie gelten ab dem genannten Datum oder ab einer bestimmten Frist nach Inkrafttreten des jeweiligen Rechtsakts, je nachdem, welcher Zeitpunkt der sp\u00e4tere ist. Auch die Registrierung im nationalen Herstellerregister greift erst nach Erlass des ersten Durchf\u00fchrungsrechtsakts (Art.&nbsp;44).<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Zielbild dahinter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gestaffelten Pflichten dienen einem \u00fcbergeordneten Ziel: Jeder Mitgliedstaat muss die pro Kopf anfallenden Verpackungsabf\u00e4lle gegen\u00fcber dem Referenzjahr&nbsp;2018 verringern \u2013 um mindestens&nbsp;<strong>5&nbsp;% bis&nbsp;2030, 10&nbsp;% bis&nbsp;2035 und 15&nbsp;% bis&nbsp;2040<\/strong> (Art.&nbsp;43&nbsp;Abs.&nbsp;1). Diese Vorgabe richtet sich an die Mitgliedstaaten, nicht unmittelbar an Unternehmen. Sie erkl\u00e4rt aber, warum die Verordnung an Design, Materialeinsatz und Wiederverwendung zugleich ansetzt: Recyclingf\u00e4higkeit und Rezyklatanteil allein senken das Abfallaufkommen nicht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>EU-Regelwerk: Verordnung statt Richtlinie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wechsel von der EU-Richtlinie zur EU-Verordnung ist mehr als eine Formalie. Eine Verordnung gilt <strong>unmittelbar und einheitlich<\/strong> <strong>in allen Mitgliedstaaten<\/strong>, ohne nationalen Umsetzungsakt. Das schafft Rechtssicherheit im Binnenmarkt und verengt den Spielraum der Mitgliedstaaten f\u00fcr eigene Wege erheblich, ohne ihn vollst\u00e4ndig zu beseitigen. F\u00fcr exportorientierte Unternehmen ist das eine sp\u00fcrbare Erleichterung, weil ein Verpackungsdesign europaweit dieselben Anforderungen erf\u00fcllt und nicht mehr je Mitgliedstaat angepasst werden muss. F\u00fcr alle Beteiligten steigt der Umsetzungsdruck. Was die PPWR vorgibt, muss direkt umgesetzt werden und wird durch <strong>Markt\u00fcberwachungsbeh\u00f6rden<\/strong> <strong>kontrolliert<\/strong>, die <strong>nicht konforme Verpackungen vom Markt nehmen k\u00f6nnen<\/strong>. Die Ausgestaltung der Sanktionen einschlie\u00dflich Bu\u00dfgeldern obliegt den Mitgliedstaaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <strong>Deutschland<\/strong> erg\u00e4nzt das <strong>Verpackungsrecht-Durchf\u00fchrungsgesetz (VerpackDG)<\/strong> diesen Rahmen. Es ist <strong>am&nbsp;12.08.2026 in Kraft getreten<\/strong> und l\u00f6st das Verpackungsgesetz (VerpackG) ab. Die dualen Systeme, die Zentrale Stelle Verpackungsregister, die Systembeteiligungspflicht und das Pfand bleiben erhalten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Produktrechtliche Systematik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kennzeichnend ist die <strong>produktrechtliche Systematik<\/strong>. Der Erzeuger f\u00fchrt vor dem Inverkehrbringen die Konformit\u00e4tsbewertung durch (Art.&nbsp;38), erstellt die technische Dokumentation (Anhang&nbsp;VII) und stellt die EU-Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung aus (Art.&nbsp;39, Anhang&nbsp;VIII). Beide Unterlagen sind <strong>f\u00fcnf&nbsp;Jahre bei Einweg- und zehn&nbsp;Jahre bei wiederverwendbaren Verpackungen ab dem Inverkehrbringen aufzubewahren<\/strong> (Art.&nbsp;15&nbsp;Abs.&nbsp;3). Hinzu kommt die R\u00fcckverfolgbarkeit entlang der Lieferkette. Wer mit dem Produktrecht vertraut ist, erkennt das Grundmuster wieder \u2013 mit dem Unterschied, dass es hier nicht um Maschinen oder Elektronik geht, sondern bspw. um Karton, Folie und Becher.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was noch aussteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die PPWR definiert viele Detailanforderungen noch nicht abschlie\u00dfend. Kriterien zur Recyclingf\u00e4higkeit, Berechnungsmethoden und die konkrete Ausgestaltung der Kennzeichnung werden erst durch <strong>delegierte Rechtsakte und Durchf\u00fchrungsrechtsakte<\/strong> konkretisiert, von denen ein Teil noch aussteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Kriterien f\u00fcr die recyclinggerechte Gestaltung<\/strong> muss die EU-Kommission bis zum&nbsp;01.01.2028 erlassen (Art.&nbsp;6&nbsp;Abs.&nbsp;4), die Methode zur Bewertung des Recyclings in gro\u00dfem Ma\u00dfstab bis zum&nbsp;01.01.2030 (Art.&nbsp;6&nbsp;Abs.&nbsp;5). Der Durchf\u00fchrungsrechtsakt zur Berechnungsmethode des Rezyklatanteils ist bis zum&nbsp;31.12.2026 zu erlassen (Art.&nbsp;7&nbsp;Abs.&nbsp;8), die Leitlinien zum Anwendungsbereich der Wiederverwendungsziele f\u00fcr Getr\u00e4nke bis zum&nbsp;12.02.2027 (Art.&nbsp;29&nbsp;Abs.&nbsp;8).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erste <strong>Auslegungshilfen<\/strong> liegen mit den Leitlinien und Frequently Asked Questions (FAQ) der Europ\u00e4ischen&nbsp;Kommission vom&nbsp;30.03.2026 vor. Unternehmen sollten die weitere Rechtssetzung aufmerksam verfolgen, weil sich mit ihr mehrere der oben aufgef\u00fchrten Stichtage noch verschieben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was gilt f\u00fcr Lagerbest\u00e4nde?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine allgemeine <strong>Aufbrauchfrist sieht die Verordnung nicht vor<\/strong>. Ma\u00dfgeblich ist das Inverkehrbringen, also die erstmalige Bereitstellung auf dem Unionsmarkt (Art.&nbsp;4&nbsp;Abs.&nbsp;1, Art.&nbsp;3&nbsp;Abs.&nbsp;1&nbsp;Nr.&nbsp;10): Bereits bereitgestellte Ware bleibt verkehrsf\u00e4hig, Best\u00e4nde im eigenen Lager m\u00fcssen zum Zeitpunkt der ersten Bereitstellung konform sein. Bei der Leerraumquote und den Wiederverwendungszielen kommt es dagegen auf das Bef\u00fcllen und Verwenden an (Art.&nbsp;24, Art.&nbsp;29).<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>PFAS-Grenzwerte seit dem&nbsp;12.08.2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 12.08.2026 gilt die Beschr\u00e4nkung von <strong>per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS)<\/strong> in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt (Art.&nbsp;5&nbsp;Abs.&nbsp;5). Verpackungen, die die Grenzwerte <strong>erreichen oder \u00fcberschreiten<\/strong>, d\u00fcrfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Konkret gelten drei&nbsp;Schwellenwerte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>25\u00a0ppb (0,025\u00a0mg\/kg)<\/strong> f\u00fcr jedes einzeln gemessene PFAS,<br><br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>250\u00a0ppb (0,25\u00a0mg\/kg)<\/strong> f\u00fcr die Summe der gezielt gemessenen PFAS \u2013 polymere PFAS bleiben in beiden F\u00e4llen unber\u00fccksichtigt \u2013 sowie<br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>50\u00a0ppm (50\u00a0mg\/kg)<\/strong> f\u00fcr PFAS insgesamt, einschlie\u00dflich polymerer PFAS.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(ppb = parts&nbsp;per&nbsp;billion; ppm = parts&nbsp;per&nbsp;million)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbersteigt der Gesamtfluorgehalt 50&nbsp;mg\/kg, ist auf Verlangen nachzuweisen, welcher Anteil des Fluors auf PFAS entf\u00e4llt. Davon betroffen sind nicht nur offensichtliche Anwendungen, sondern auch <strong>Beschichtungen, Barrieren in Papier- und Kartonverpackungen, Folien und Additive<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zeitgleich greifen <strong>weitere Stoffgrenzen<\/strong>, z.&nbsp;B. f\u00fcr die Summe aus Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom&nbsp;(VI) von h\u00f6chstens <strong>100&nbsp;mg\/kg<\/strong> sowie die Pflicht, <strong>besorgniserregende Stoffe zu minimieren<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen sollten <strong>unverz\u00fcglich<\/strong> <strong>Lieferantenerkl\u00e4rungen<\/strong> zu ihren Lebensmittelkontakt-Verpackungen einholen, <strong>kritische Materialien analytisch pr\u00fcfen lassen<\/strong> und, wo n\u00f6tig, die <strong>Umstellung auf PFAS-freie Alternativen dokumentiert<\/strong> <strong>einleiten<\/strong>. Da der Stichtag bereits verstrichen ist, besteht hier der <strong>akuteste Handlungsdruck<\/strong> der gesamten Verordnung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das umfassende Pflichtenpaket ab dem Jahr&nbsp;2030 und f\u00fcr die weitere Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche <strong>Schwerpunkt<\/strong> der PPWR entfaltet sich zum&nbsp;<strong>01.01.2030<\/strong>. Ab diesem Zeitpunkt m\u00fcssen Verpackungen <strong>recyclingf\u00e4hig gestaltet<\/strong> sein. Die Verordnung bewertet die Recyclingf\u00e4higkeit in Leistungsstufen, die sich am gewichteten Bewertungsergebnis je Verpackungseinheit orientieren (Art.&nbsp;6, Anhang&nbsp;II Tabelle&nbsp;3):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Stufe\u00a0A (\u2265\u00a095\u00a0%),<\/li>\n\n\n\n<li>Stufe\u00a0B (\u2265\u00a080\u00a0%) und<\/li>\n\n\n\n<li>Stufe\u00a0C (\u2265\u00a070\u00a0%).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab dem 01.01.2030 sind Verpackungen <strong>unterhalb von Klasse&nbsp;C nicht mehr verkehrsf\u00e4hig, da sie als technisch nicht recyclingf\u00e4hig eingestuft werden<\/strong>. In einer zweiten Stufe <strong>ab dem Jahr&nbsp;2035<\/strong> gen\u00fcgt gutes Design allein nicht mehr. Die Verpackung muss dann auch tats\u00e4chlich \u201e<strong>im gro\u00dfen Ma\u00dfstab<\/strong>\u201c <strong>recycelt<\/strong> werden k\u00f6nnen. Ab dem&nbsp;01.01.2038 folgt eine dritte Stufe \u2013 dann bleiben nur noch die Leistungsstufen&nbsp;A und&nbsp;B verkehrsf\u00e4hig (Art.&nbsp;6&nbsp;Abs.&nbsp;3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel steigt der vorgeschriebene <strong>Rezyklatanteil in Kunststoffverpackungen<\/strong>. Die Quoten gelten nicht je Verpackung, sondern als Durchschnitt je Fertigungsbetrieb und Jahr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><td><strong>Kategorie<\/strong><\/td><td><strong>ab&nbsp;2030<\/strong><\/td><td><strong>ab&nbsp;2040<\/strong><\/td><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Kontaktempfindliche Verpackungen mit PET als Hauptbestandteil (ohne Einweggetr\u00e4nkeflaschen)<\/td><td>30&nbsp;%<\/td><td>50&nbsp;%<\/td><\/tr><tr><td>Kontaktempfindliche Verpackungen aus anderen Kunststoffen (ohne Einweggetr\u00e4nkeflaschen)<\/td><td>10&nbsp;%<\/td><td>25&nbsp;%<\/td><\/tr><tr><td>Einweggetr\u00e4nkeflaschen aus Kunststoff<\/td><td>30&nbsp;%<\/td><td>65&nbsp;%<\/td><\/tr><tr><td>\u00dcbrige Kunststoffverpackungen<\/td><td>35&nbsp;%<\/td><td>65&nbsp;%<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausnahmen bestehen unter anderem f\u00fcr Verpackungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie f\u00fcr kompostierbare Kunststoffverpackungen (Art.&nbsp;7&nbsp;Abs.&nbsp;4). Die Quoten gelten zudem nicht f\u00fcr Kunststoffanteile, die weniger als&nbsp;5&nbsp;% des Gesamtgewichts der Verpackungseinheit ausmachen (Art.&nbsp;7&nbsp;Abs.&nbsp;5). Bei Kartonverpackungen mit Sichtfenster, Etiketten oder Verschl\u00fcssen entscheidet diese Schwelle dar\u00fcber, ob die Quote \u00fcberhaupt greift. Weil insbesondere <strong>lebensmitteltaugliches Rezyklat nur begrenzt verf\u00fcgbar<\/strong> ist, wird die Beschaffung zur strategischen Aufgabe. <strong>Verf\u00fcgbarkeit und Preise<\/strong> sollten <strong>fr\u00fchzeitig und langfristig<\/strong> vertraglich abgesichert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu tritt das Gebot der <strong>Verpackungsminimierung (Art.&nbsp;10)<\/strong>. Verpackungen sind auf das f\u00fcr Schutz, Sicherheit und Funktion notwendige Mindestma\u00df zu reduzieren. F\u00fcr Umverpackungen, Transportverpackungen und Verpackungen f\u00fcr den elektronischen Handel gilt eine Leerraumquote von h\u00f6chstens&nbsp;50&nbsp;% (Art.&nbsp;24&nbsp;Abs.&nbsp;1). Praktisch bedeutsam: Raum, der mit F\u00fcllmaterial wie Papier, Luftpolstern, Holzwolle oder Styropor-Chips bef\u00fcllt ist, gilt als Leerraum (Art.&nbsp;24&nbsp;Abs.&nbsp;3). F\u00fcr Verkaufsverpackungen gilt bereits ab dem&nbsp;12.02.2028 eine qualitative Minimierungspflicht (Art.&nbsp;24&nbsp;Abs.&nbsp;4); Verkaufsverpackungen im elektronischen Handel und wiederverwendbare Verpackungen sind von der 50&nbsp;%-Quote ausgenommen (Art.&nbsp;24&nbsp;Abs.&nbsp;5). Doppelte W\u00e4nde, Scheinb\u00f6den und reine Marketing-\u00dcberverpackungen d\u00fcrften damit regelm\u00e4\u00dfig ausgeschlossen sein (Art.&nbsp;24&nbsp;Abs.&nbsp;1 und&nbsp;3). Betroffen ist vor allem die Versandverpackung im <strong>Online-Handel<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls ab dem&nbsp;<strong>01.01.2030<\/strong> greifen <strong>Verbote f\u00fcr bestimmte Verpackungsformate<\/strong> (Art.&nbsp;25, Anhang&nbsp;V). Dazu z\u00e4hlen unter anderem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Einwegkunststoffverpackungen f\u00fcr fertigverpacktes frisches Obst und Gem\u00fcse unter 1,5\u00a0kg<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Einwegkunststoffverpackungen f\u00fcr Lebensmittel und Getr\u00e4nke, die in den R\u00e4umlichkeiten des Gastgewerbes bef\u00fcllt und verzehrt werden,<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Einwegkunststoffverpackungen f\u00fcr Einzelportionen von W\u00fcrzmitteln, Aufstrichen, So\u00dfen, Kaffeesahne, Zucker und Gew\u00fcrzen im Gastgewerbe,<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Einwegverpackungen f\u00fcr Kosmetik-, Hygiene- und Toilettenartikel im Beherbergungssektor, die nur f\u00fcr eine einzelne Buchung bestimmt sind, sowie<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>sehr leichte Kunststofftragetaschen mit einer Wandst\u00e4rke unter 15\u00a0Mikron.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu mehreren Positionen sieht Anhang&nbsp;V Ausnahmen vor, etwa f\u00fcr Speisen zum Mitnehmen, f\u00fcr Krankenh\u00e4user und Pflegeheime sowie f\u00fcr Tragetaschen, die aus Hygienegr\u00fcnden erforderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich f\u00fchrt die Verordnung <strong>Wiederverwendungsziele<\/strong> ein (Art.&nbsp;29) \u2013 die PPWR spricht durchgehend von wiederverwendbaren Verpackungen, wo das deutsche Verpackungsrecht den Begriff <strong>Mehrweg<\/strong> verwendet. Die Ziele sind nach Verpackungsart gestaffelt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Transportverpackungen wie Paletten, Kisten, F\u00e4sser und Kanister: mindestens 40\u00a0% ab\u00a02030, angestrebt 70\u00a0% ab\u00a02040,<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Umverpackungen in Kistenform au\u00dfer aus Pappe oder Karton: mindestens 10\u00a0% ab\u00a02030, angestrebt 25\u00a0% ab\u00a02040,<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>alkoholische und nichtalkoholische Getr\u00e4nke im Angebot von Endvertreibern: mindestens 10\u00a0% ab\u00a02030, angestrebt 40\u00a0% ab\u00a02040.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Werte f\u00fcr das Jahr&nbsp;2030 sind verbindlich, die Werte f\u00fcr das Jahr&nbsp;2040 als Bem\u00fchensziel formuliert. <strong>Strenger noch<\/strong>: Werden Transportverpackungen f\u00fcr die Bef\u00f6rderung zwischen eigenen Standorten, zu verbundenen Unternehmen oder an andere Wirtschaftsakteure im selben Mitgliedstaat eingesetzt, m\u00fcssen sie ab dem&nbsp;01.01.2030 durchg\u00e4ngig wiederverwendbar sein \u2013 ohne Quotenschwelle (Art.&nbsp;29 Abs.&nbsp;2 und&nbsp;3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zahlreiche <strong>Ausnahmen<\/strong> bestehen: bei Transportverpackungen etwa f\u00fcr Gefahrgut, gro\u00dfe Maschinen und flexible Formate im direkten Lebensmittelkontakt (Art.&nbsp;29&nbsp;Abs.&nbsp;4), bei Getr\u00e4nken f\u00fcr Milch und Milcherzeugnisse, Wein und Spirituosen sowie f\u00fcr Endvertreiber mit einer Verkaufsfl\u00e4che von h\u00f6chstens 100&nbsp;m\u00b2 (Art.&nbsp;29 Abs.&nbsp;7 und&nbsp;10).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade hier lohnt sich eine <strong>Pr\u00fcfung des eigenen Sortiments im Einzelfall<\/strong>, weil pauschale Aussagen der Komplexit\u00e4t nicht gerecht werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kennzeichnung, Herstellerverantwortung und Pfand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den produktbezogenen Anforderungen bringt die PPWR organisatorische Pflichten mit sich. Die <strong>harmonisierte Kennzeichnung zur Materialzusammensetzung greift ab dem&nbsp;12.08.2028 oder 24&nbsp;Monate nach Inkrafttreten des zugeh\u00f6rigen Durchf\u00fchrungsrechtsakts, je nachdem, welcher Zeitpunkt sp\u00e4ter liegt<\/strong> (Art.&nbsp;12&nbsp;Abs.&nbsp;1). Die Kennzeichnung wiederverwendbarer Verpackungen folgt ab dem&nbsp;12.02.2029. Weil Gestaltungs- und Druckvorl\u00e4ufe erheblich sind, sollten Unternehmen die <strong>entsprechenden Prozesse rechtzeitig aufsetzen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>erweiterte Herstellerverantwortung<\/strong> trifft den Hersteller (Art.&nbsp;45). Er muss sich <strong>in jedem EU-Mitgliedstaat registrieren<\/strong>, in dem er Verpackungen oder verpackte Produkte erstmals bereitstellt (Art.&nbsp;44&nbsp;Abs.&nbsp;2). Die nationalen Herstellerregister entstehen innerhalb von 18&nbsp;Monaten nach Inkrafttreten des ersten Durchf\u00fchrungsrechtsakts. In Deutschland kn\u00fcpft dies an das VerpackDG, das bestehende Verpackungsregister LUCID und die dualen Systeme an. Die zu zahlenden Geb\u00fchren werden nach der Recyclingf\u00e4higkeit \u201e<strong>\u00f6ko-moduliert<\/strong>\u201c (Art.&nbsp;6&nbsp;Abs.&nbsp;8).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der <strong>Getrenntsammlung<\/strong> verlangt die Verordnung von den Mitgliedstaaten, bis zum&nbsp;01.01.2029 eine Quote von&nbsp;90&nbsp;% f\u00fcr Einweggetr\u00e4nkeflaschen aus Kunststoff und Getr\u00e4nkebeh\u00e4lter aus Metall mit einem Fassungsverm\u00f6gen von bis zu drei&nbsp;Litern sicherzustellen (Art.&nbsp;50&nbsp;Abs.&nbsp;1). Daf\u00fcr sind grunds\u00e4tzlich Pfand- und R\u00fccknahmesysteme einzurichten. Ein Mitgliedstaat kann davon ausgenommen werden, wenn seine Sammelquote im Kalenderjahr&nbsp;2026 bei mindestens&nbsp;80&nbsp;% lag und er <strong>bis zum&nbsp;01.01.2028<\/strong> einen Antrag samt Umsetzungsplan vorlegt (Art.&nbsp;50&nbsp;Abs.&nbsp;5). Deutschland d\u00fcrfte \u00fcber das derzeit etablierte Einwegpfand nahe an der Zielquote liegen. F\u00fcr den <strong>grenz\u00fcberschreitenden Vertrieb<\/strong> bleibt ein Systemabgleich erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wen die Pflichten treffen: Erzeuger und Hersteller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die PPWR adressiert die <strong>gesamte Wertsch\u00f6pfungskette<\/strong>: Erzeuger, Hersteller, Importeure, Vertreiber, Fulfillment-Dienstleister, Bevollm\u00e4chtigte und Endvertreiber im Handel wie in der Gastronomie. Entscheidend ist <strong>die Rolle im Sinne der Verordnung<\/strong>, <strong>nicht die Selbstwahrnehmung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei sind zwei Konzepte zu unterscheiden, die im Deutschen leicht verwechselt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>F\u00fcr die <strong>Produktkonformit\u00e4t<\/strong> \u2013 Recyclingf\u00e4higkeit, Rezyklatanteil, Dokumentation, EU-Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung \u2013 ist der <strong>Erzeuger<\/strong> (englisch:\u00a0manufacturer) verantwortlich. Erzeuger ist, wer Verpackungen oder verpackte Produkte unter eigenem Namen oder eigener Marke entwickeln oder herstellen l\u00e4sst (Art.\u00a03\u00a0Abs.\u00a01\u00a0Nr.\u00a013).<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr die <strong>erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)<\/strong> kommt es dagegen auf den <strong>\u201eHersteller\u201c<\/strong> (englisch:\u00a0producer) an. Das ist derjenige Erzeuger, Importeur oder Vertreiber, der Verpackungen bzw. verpackte Waren in einem Mitgliedstaat erstmals bereitstellt und daf\u00fcr <strong>registrierungs- und geb\u00fchrenpflichtig<\/strong> ist (Art.\u00a03\u00a0Abs.\u00a01, Nr.\u00a015).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zur Begriffsverwirrung<\/strong>: Das alte\u00a0VerpackG nannte den EPR-Verantwortlichen bereits \u201eHersteller&#8221;; die PPWR f\u00fchrt diesen Sprachgebrauch fort. Neu ist der Begriff des \u201eErzeugers&#8221; f\u00fcr die produktrechtliche Verantwortung. Weil der Hersteller definitionsgem\u00e4\u00df ein Erzeuger, Importeur oder Vertreiber ist, fallen beide Rollen bei Markeninhabern regelm\u00e4\u00dfig zusammen. Entscheidend ist deshalb nicht die Bezeichnung, sondern die Funktion.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><td><strong>Rolle<\/strong><\/td><td><strong>Kurzdefinition<\/strong><\/td><td><strong>Kernpflicht<\/strong><\/td><td><strong>Beispiel<\/strong><\/td><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Erzeuger<\/strong><\/td><td>L\u00e4sst Verpackung oder verpacktes Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke entwickeln oder herstellen<\/td><td>Produktkonformit\u00e4t, technische Dokumentation, EU-Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung<\/td><td>Markeninhaber<\/td><\/tr><tr><td><strong>Hersteller<\/strong><\/td><td>Erzeuger, Importeur oder Vertreiber, der Verpackungen oder verpackte Produkte im Mitgliedstaat erstmals bereitstellt \u2013 unabh\u00e4ngig vom Absatzweg<\/td><td>Registrierung je Markt; EPR-Geb\u00fchren (erweiterte Herstellerverantwortung)<\/td><td>Eigenmarken-H\u00e4ndler<\/td><\/tr><tr><td><strong>Importeur<\/strong><\/td><td>In der Union ans\u00e4ssig; bringt Verpackungen aus einem Drittland in Verkehr<\/td><td>Pr\u00fcf- und Dokumentationspflichten<\/td><td>EU-Importeur<\/td><\/tr><tr><td><strong>Vertreiber<\/strong><\/td><td>Stellt Verpackungen in der Lieferkette bereit (au\u00dfer Erzeuger und Importeur)<\/td><td>Sorgfalts- und Pr\u00fcfpflichten<\/td><td>Gro\u00df- und Einzelhandel<\/td><\/tr><tr><td><strong>Bevollm\u00e4chtigter<\/strong><\/td><td>Vom Erzeuger schriftlich beauftragt<\/td><td>Wahrnehmung der Erzeugerpflichten<\/td><td>Repr\u00e4sentanz<\/td><\/tr><tr><td><strong>Bevollm\u00e4chtigter f\u00fcr die EPR<\/strong><strong><\/strong><\/td><td>Vom Hersteller im jeweiligen Mitgliedstaat benannt<\/td><td>Erf\u00fcllung der EPR-Pflichten<\/td><td>EPR-Dienstleister<\/td><\/tr><tr><td><strong>Fulfillment-Dienstleister<\/strong><\/td><td>Lagerung, Verpackung, Versand f\u00fcr Dritte, ohne Eigentum<\/td><td>Kontroll- und Kooperationspflichten<\/td><td>E-Commerce-Logistik<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Besonders praxisrelevant<\/strong>: Wer Waren unter eigener Handelsmarke anbietet oder solche Waren aus Drittstaaten importiert, ist regelm\u00e4\u00dfig Erzeuger und Hersteller zugleich und tr\u00e4gt den vollen Pflichtenkatalog.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Handlungsempfehlungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die materiellen Kernpflichten greifen zwar erst ab dem Jahr&nbsp;2030, doch Stoffbeschr\u00e4nkungen, Konformit\u00e4tsbewertung und Dokumentation sind bereits verbindlich. Umstellung, Beschaffung, Vertragsanpassung und Kennzeichnung brauchen zudem Vorlauf. Sinnvoll ist, zun\u00e4chst das eigene Verpackungsportfolio <strong>vollst\u00e4ndig zu erfassen<\/strong>, den <strong>PFAS-Status der Lebensmittelverpackungen zu kl\u00e4ren<\/strong> und die <strong>eigene Rolle zu bestimmen<\/strong>. Darauf aufbauend sollten Liefervertr\u00e4ge um <strong>Compliance-Zusicherungen und Rezyklat-Nachweise<\/strong> erg\u00e4nzt, eine <strong>Design-for-Recycling-Roadmap<\/strong> entwickelt und die <strong>EPR-Registrierungen je Markt aktualisiert<\/strong> werden. Es empfiehlt sich ein <strong>interner<\/strong> <strong>Compliance-Kalender<\/strong>, der alle Stichtage abbildet und klare Verantwortlichkeiten zuweist.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die PPWR ist kein punktuelles Verbot, sondern ein <strong>gestaffeltes Umbauprogramm f\u00fcr Verpackungen,<\/strong> von der Materialauswahl \u00fcber das Design bis zur Kennzeichnung und zur organisatorischen Verantwortung.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Sowohl die Tatsache, dass <strong>Teile der PPWR bereits seit dem\u00a012.08.2026<\/strong> gelten, als auch die <strong>PFAS-Beschr\u00e4nkung<\/strong> machen den Einstieg dringlich.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>gro\u00dfen Weichenstellungen bis zum Jahr\u00a02030<\/strong> verlangen eine strategische Vorbereitung. Unternehmen, die jetzt <strong>Transparenz \u00fcber ihr Portfolio schaffen<\/strong> und die <strong>zeitkritischen Themen priorisieren<\/strong>, verschaffen sich Handlungsspielraum und vermeiden teure Ad-hoc-L\u00f6sungen unter Zeitdruck.<br><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt ist festzuhalten, dass die Erf\u00fcllung der PPWR-Anforderungen die <strong>gesamte Wirtschaft<\/strong> \u2013 branchen\u00fcbergreifend \u2013 <strong>vor sehr gro\u00dfe Herausforderungen<\/strong> stellt, und dies nicht nur in organisatorischer, sondern auch in technischer und materialwissenschaftlicher Hinsicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Verordnung\u00a0(EU)\u00a02025\/40 vom\u00a019.12.2024 hat die Europ\u00e4ische\u00a0Union das Verpackungsrecht grundlegend neu geregelt. Anders als bei einer Richtlinie gilt die Verordnung unmittelbar, d.\u00a0h. ohne nationale Umsetzungserfordernis in den Mitgliedstaaten. 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