News

BFH-Urteil vom 14.07.2020 zur Abzugs­fähigkeit von Sponso­ring­aufwendungen

Mit einem Urteil vom 14.07.2020, VIII R 28/17, hat der BFH Sponsoringaufwendungen der Klägerin in voller Höhe als Betriebsausgaben zum Abzug zugelassen, nachdem die Vorinstanz den Abzug dieser Aufwendung unter Berufung auf § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG verneint hat.

Gezahlte Sponsorengelder gelten grundsätzlich als gewinnmindernde Betriebsausgaben. Demnach können sie aber auch unter den Voraussetzungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG nicht als Betriebsausgaben abziehbar sein, wenn sie die Lebensführung des Steuerpflichtigen berühren, soweit sie nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind.

Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung ist die (Nicht-)Abziehbarkeit von Sponsoring-Aufwendungen einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis in Form einer GbR. Die Vorinstanz verwehrte noch den Abzug wegen Unangemessenheit der Aufwendungen gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG. Der BFH gab dagegen der folgenden Revision statt. In seinem Urteil stellte der Senat klar, dass die Behandlung von Sponsoring-Aufwendungen eines Freiberuflers als Betriebsausgaben grundsätzlich denselben Voraussetzungen unterlägen wie die der anderen Steuerpflichtigen. Die Vorinstanz habe gleichwohl nicht hinreichend berücksichtigt, dass bei einer freiberuflichen Einkünfteerzielung für den Bezug der Werbemaßnahmen nicht auf die Gesellschaft, sondern auf den Gesellschafter abzustellen ist. Dem folgend liege eine ausreichend konkrete Zuordnung der Werbemaßnahmen zur Klägerin sowie eine entsprechende Werbewirksamkeit vor. Dabei werde die betriebliche Veranlassung der Aufwendungen im behandelten Fall nicht durch etwaige persönliche Motive der Gesellschafter überlagert; deren Lebensführung werde nicht berührt. Der Fall zeigt, dass auch Betriebsausgaben in Form von Sponsoring-Aufwendungen Gefahr laufen können, nach Maßgabe des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG als nicht abzugsfähig angesehen zu werden. Im Zweifel sollte der Steuerpflichtige entsprechende Dokumentationen vornehmen, die sein wirtschaftliches Interesse an entsprechenden Sponsoring-Maßnahmen protokollieren und anhand derer erkennbar wird, dass das betriebliche Interesse im Vordergrund steht.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Advisory Tax

BAG-Urteil vom 8.12.2020 zur Anpassung von Betriebs­renten

Mit einem Urteil vom 8.12.2020, 3 AZR 65/19, hat das BAG der Klägerin stattgegeben, die Erhöhung ihrer Betriebsrente basierend auf einer vereinbarten Anpassungsregelung verlangen zu können. Die Beklagte kann dieser Anpassungsverpflichtung nicht die Störung der Geschäftsgrundlage aufgrund gestiegener bilanzieller Rücklagen entgegenhalten. In der vorliegenden Auseinandersetzung war streitig, ob die...
Advisory Audit Tax

Handelsrechtliche Sonder­fragen im Kon­text des KöMoG

Mit dem Körperschaftsmodernisierungsgesetz (KöMoG) vom 25.06.2021 wurde für Personenhandelsgesellschaften eine Option zur Körperschaftsbesteuerung eingeführt, die erstmals für den Veranlagungszeitraum 2022 beantragt werden konnte. Die bei Optionsausübung geänderte Steuerbelastung hat Auswirkungen auf die Höhe von Jahresabschlussposten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung mit steuerlichem Bezug. Daneben können sich im...
Tax

Hinzurechnung von Auf­wendun­gen für die Teil­nahme an Messen als Miet- und Pacht­zinsen

Das Finanzgericht Münster hat sich in seinem Urteil 13 K 1122/19 G vom 03.11.2021 mit der Hinzurechnung von Aufwendungen für die Teilnahme an Messen als Miet- und Pachtzinsen zum Gewerbeertrag befasst. Das Finanzgericht hat sich dabei gegen eine Hinzurechnung ausgesprochen, wenn der Messestand nicht zum fiktiven Anlagevermögen zugeordnet ist....
Audit Tax

Abzinsung von Verbind­lichkeiten und Rück­stellungen in der Steuer­bilanz

Finanzgerichte haben mit zwei Urteilen den Zinssatz von 5,5 Prozent nach § 12 Abs. 3 S. 2 BewG für die Abzinsung einer Verbindlichkeit und nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG für die Abzinsung von betrieblichen Verbindlichkeiten als verfassungsgemäß gebilligt. Dies gelte zumindest noch in den Wirtschaftsjahren 2015...