News

Ertragsrealisierung bei Soft­warelizen­zierung

In der letzten Ausgabe der IDW Life hat sich das IDW mit der Frage beschäftigt, zu welchem Zeitpunkt Erträge aus der Lizenzierung von Softwareprodukten im handelsrechtlichen Jahresabschluss zu erfassen sind.

In der Märzausgabe der IDW Life hat sich das IDW mit der Frage der Ertragsrealisierung bei Softwarelizenzen auseinandergesetzt.

Das Realisationsprinzip gibt vor, dass Voraussetzungen für die Ertragsrealisierung sind:

  • Gegenleistung für das Entgelt im Wesentlichen erbracht UND
  • Anspruch auf Entgelt so gut wie sicher.

Obiges gilt für die Erbringung der Hauptverpflichtung. Nebenverpflichtungen sind hingegen von untergeordneter Bedeutung.

Bestimmend für den Zeitpunkt der Ertragsrealisierung ist der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums. Dies wiederrum hängt im vorliegenden Fall von der Ausgestaltung des Lizenzvertrags ab. Gehen einzelne Teilrechte mit dem Lizenzvertrag über, ist von einer analogen Behandlung wie beim Kaufvertrag auszugehen. Kann dies nicht bejaht werden, erfolgt die Bilanzierung entsprechend eines Dauerschuldverhältnisses, also Ertragsrealisierung verteilt über die Laufzeit des Vertrags. Auch wenn beim Lizenzgeber im Vorfeld nicht unerhebliche Vertragsanbahnungskosten anfallen, rechtfertigt dies keine vorgezogene Ertragsrealisierung.

Bei der Lizenzierung von Standardsoftware wird tendenziell von einem Dauerschuldverhältnis auszugehen sein, da die Einräumung von Nutzungsrechten eher entfallen dürfte.

Bei umfangreicheren Projekten, wie zum Beispiel der Einführung einer neuen ERP-Software können auch Mehrkomponentengeschäfte vorliegen. Die Entgelte für einzelne größere Komponenten, wie zum Beispiel Customizing oder Altdatenmigration sind hier jeweils gesondert hinsichtlich der Ertragsrealisierung zu beurteilen.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax Audit

Neuerungen bei den GoBD

Mit Wirkung zum 1. April 2024 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein aktualisiertes Schreiben zu den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) veröffentlicht. Das neu vorliegende BMF-Schreiben vom 11. März 2024 (IV D 2 – S 0316/21/10001 :002) aktualisiert das Schreiben vom 28. November 2019 und arbeitet vor allem...
Audit Advisory

Mögliche Fristverlängerung bei finalen Selbsterklärungen zur Energiepreisbremse

Die im Zusammenhang mit den Energiepreisbremsen bestehende Frist zur Einreichung von finalen Selbsterklärungen durch die letztverbrauchenden Unternehmen ist auf den 31.05.2024 festgelegt. In begründeten Fällen kann bei der Prüfbehörde ein Antrag auf Verlängerung dieser Frist um drei Monate bis zum 31.08.2024 gestellt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz...
Audit Advisory

IDW-Hinweise vom 05.04.2024 zur (rückwirkenden) Anwendung der neuen Schwellenwerte

Zur Umsetzung der Schwellenwertrichtlinie (Delegierte Richtlinie (EU) 2023/2775) hat der Bundestag im Zweiten Gesetz zur Änderung des DWD-Gesetzes die Erhöhung der monetären HGB-Schwellenwerte geregelt, was vom Bundesrat abschließend gebilligt wurde. Die Gesetzesverkündung und das Inkrafttreten des Gesetzes stehen noch aus. Das IDW hat nun Hinweise veröffentlicht, in denen die Auswirkungen...
Audit Advisory Valuation

Basiszinssatz nach IDW S 1 bleibt zum 01.04.2024 gerundet bei 2,50 %

Der Basiszinssatz nach IDW S 1 stagniert zum 01.04.2024 bei gerundet 2,50 %. Der ungerundete Basiszinssatz steigt von 2,39 % zum 01.03.2024 auf 2,45 % zum 01.04.2024. Im Vergleich zum Vormonat setzt sich der sinkende Trend somit nicht fort, sondern es kommt zu einem leichten Anstieg des ungerundeten Basiszinssatzes. Der für Bewertungszwecke relevante Basiszinssatz...