News

Prüfung des Lageberichts nach IDW PS 350 n.F.

Beginnend für Prüfungs­zeiträume ab dem kalender­jahr­gleichen Geschäfts­jahr 2019 – d.h. für die jetzt laufende Prüfungssaison 2020 – muss der Abschlussprüfer bei der Prüfung des Lageberichts erstmals den IDW Prüfungsstandard 350 n.F. anwenden. Damit ist die Prüfung risiko- und prozess­orientierter geworden. Zudem ist eine Differenzierung hinzugekommen zwischen lageberichtsfremden bzw. lage­berichts­typischen Angaben (ohne inhaltliche Prüfungs­pflicht), nicht prüfbaren Angaben sowie Querverweisen.

Beginnend für Prüfungszeiträume ab dem kalenderjahrgleichen Geschäftsjahr 2019 – d.h. für die jetzt laufende Prüfungssaison 2020 – muss der Abschlussprüfer bei der Prüfung des Lageberichts erstmals den IDW Prüfungsstandard 350 n.F. anwenden. Zwar handelt es sich hierbei um eine Prüfungsnorm – dennoch hat sie auch Auswirkungen für die Bilanzierungspraxis:

Die Prüfung des Lageberichts ist durch IDW PS 350 n.F. risiko- und prozessorientierter geworden. Dies bedeutet, dass sich der Abschlussprüfer mit den Vorkehrungen, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen – d.h. den Systemen – zur Aufstellung des Lageberichts befassen muss. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sind diese Systeme regelmäßig vergleichsweise einfach, da die Zuständigkeit für die Erstellung des Lageberichts häufig direkt bei der Geschäftsleitung liegt. Bei größeren Unternehmen handelt es sich dagegen oft um eine aufwändigere Organisation mit komplexen Berichtswesen, damit die erforderlichen Informationen für den Lagebericht rechtzeitig bereitgestellt werden können. Der Abschlussprüfer muss den Prozess der Lageberichtserstellung aufnehmen und basierend darauf beurteilen, ob die Abläufe und Verantwortlichkeiten geeignet sind, das Zustandekommen einer ordnungsgemäßen Lageberichterstattung zu gewährleisten.

Darüber hinaus wird hinsichtlich der Einbeziehung in die Abschlussprüfung sowie der Konsequenzen für den Bestätigungsvermerk unterschieden zwischen lageberichtsfremden bzw. lageberichtstypischen Angaben (ohne inhaltliche Prüfungspflicht), nicht prüfbaren Angaben sowie Querverweisen. Diese Differenzierung ist nicht zuletzt erforderlich geworden wegen der zahlreichen in den letzten Jahren für einige Unternehmen neu hinzugekommenen Lageberichtsangaben (nichtfinanzielle Berichterstattung, Entgeltbericht, Angaben zur Frauenquote).

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Audit Advisory Sustainability

Handelsrechtliche Schwellenwerte angehoben für 2024 und wahlweise für 2023

Zur Umsetzung der Schwellenwertrichtlinie (Delegierte Richtlinie (EU) 2023/2775) wurde im Zweiten Gesetz zur Änderung des DWD-Gesetzes sowie zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften die Erhöhung der monetären HGB-Schwellenwerte geregelt. Die Gesetzesverkündung erfolgte am 16.04.2024 und das Inkrafttreten am darauffolgenden Tag, am 17.04.2024. Die neuen Schwellenwerte sind verpflichtend für Geschäftsjahre, die nach dem...
Tax Audit

Verteilung von Einnahmen bei Nutzungsüberlassungen

Der BFH hat mit Urteil IX R 18/22 vom 12. Dezember 2023 entschieden, dass die Verteilung von Einnahmen über die Nutzungsdauer nach § 11 EStG nicht voraussetzt, dass die Zeitdauer der Nutzungsüberlassung zum Vorauszahlungszeitpunkt bereits feststeht. Es ist ausreichend, dass die Zeitdauer zumindest bestimmbar ist. Die Regelung des § 11 Abs. 1 Satz 3 EStG ermöglicht es Einnahmen, welche...
Tax Audit

Neuerungen bei den GoBD

Mit Wirkung zum 1. April 2024 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein aktualisiertes Schreiben zu den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) veröffentlicht. Das neu vorliegende BMF-Schreiben vom 11. März 2024 (IV D 2 – S 0316/21/10001 :002) aktualisiert das Schreiben vom 28. November 2019 und arbeitet vor allem...
Audit Advisory

Mögliche Fristverlängerung bei finalen Selbsterklärungen zur Energiepreisbremse

Die im Zusammenhang mit den Energiepreisbremsen bestehende Frist zur Einreichung von finalen Selbsterklärungen durch die letztverbrauchenden Unternehmen ist auf den 31.05.2024 festgelegt. In begründeten Fällen kann bei der Prüfbehörde ein Antrag auf Verlängerung dieser Frist um drei Monate bis zum 31.08.2024 gestellt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz...