Nach der Zinserhöhung im September 2026 legt die FED nun eine Zinspause ein. Am 28.10.2026 beschloss die US-amerikanische Zentralbank, die Leitzinsen unverändert in einer Spanne zwischen 3,75 % und 4,00 % zu belassen. Angesichts der weiterhin erhöhten Inflation und der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten wartet die FED zunächst weitere Wirtschaftsdaten ab, bevor sie über zusätzliche Zinsanpassungen entscheidet.
Nach der Zinserhöhung im September 2026 legt die US-amerikanische Zentralbank (FED) eine Zinspause ein. Am 28.10.2026 hat die FED beschlossen, den Leitzins unverändert in einer Spanne zwischen 3,75 % und 4,00 % zu belassen. Die Notenbank begründet ihre abwartende Haltung damit, zunächst weitere Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum anhaltend erhöhten Inflationsgeschehen auswerten zu wollen. Zugleich verweist sie auf die weiterhin hohe Unsicherheit, die unter anderem durch geopolitische Entwicklungen geprägt ist.
Das makroökonomische Umfeld in den Jahren 2022 bis 2024 war durch die wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignisse, insbesondere durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, geprägt. Auf die im Jahr 2022 hohe Inflation von in der Spitze ca. 9,10 % reagierte die US-amerikanische Zentralbank FED in den Jahren 2022 und 2023 mit mehreren Leitzinserhöhungen auf ein Niveau von bis zu 5,25 % bis 5,50 %. Nachdem die Inflation im Jahr 2024 wieder sank und sich der Arbeitsmarkt abschwächte, senkte die FED ihren Leitzins. Weitere Zinssenkungen im Jahr 2025 führten zu einer Zinsspanne zwischen 3,50 % und 3,75 %. Angesichts des erneut gestiegenen Inflationsdrucks erhöhte die FED den Leitzins im September 2026 jedoch erstmals seit 2023 wieder um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 % bis 4,00 %. Mit der Entscheidung vom 28.10.2026 bleibt diese Zinsspanne zunächst bestehen.
Das Inflationsgeschehen in den USA bleibt weiterhin erhöht. Nachdem die jährliche Verbraucherpreisinflation im August 2026 bei 3,40 % gelegen hatte, stieg sie im September auf 3,70 %. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise im September um 0,60 %. Zu dieser Entwicklung trugen insbesondere höhere Energiekosten bei. Die um die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise bereinigte Kerninflationsrate betrug im September 2,60 % gegenüber dem Vorjahr. Damit hält der Preisauftrieb an und erschwert eine Rückkehr zu einer weniger restriktiven Geldpolitik. Die FED bekräftigt ihr langfristiges Inflationsziel von 2,00 % und betont, die Preisstabilität wiederherstellen zu wollen.
Der für Unternehmensbewertungen relevante Basiszinssatz ist im Jahresverlauf bisher gestiegen. Nachdem der gerundete Basiszinssatz nach IDW S 1 im Februar 2026 von 3,25 % auf 3,50 % angehoben worden war und bis August auf diesem Niveau verharrte, stieg er Anfang September auf 3,75 %. Zum 01.10.2026 beträgt der zuletzt veröffentlichte gerundete Basiszinssatz weiterhin 3,75 %. Der ungerundete Wert erhöhte sich dabei von 3,63 % zum 01.09.2026 auf 3,74 % zum 01.10.2026. Da der Basiszinssatz kapitalmarktorientiert abgeleitet wird, können aktuelle und erwartete Zinsentscheidungen führender Notenbanken wie FED und EZB seine Entwicklung mittelbar beeinflussen. Eine unmittelbare oder gleich hohe Anpassung an die Leitzinsen erfolgt jedoch nicht.
Im Unterschied zu den Leitzinsen der Notenbanken bildet der Basiszinssatz nach IDW S 1 die Rendite einer risikofreien, fristadäquaten Alternativanlage ab und fließt in die Ermittlung der für Unternehmensbewertungen maßgeblichen Diskontierungszinssätze ein. Seine Ableitung erfolgt in Deutschland auf Grundlage der Zinsstrukturkurve von Bundesanleihen. Änderungen des Basiszinssatzes können daher relevante Auswirkungen auf Unternehmenswerte haben. Steigt der Basiszinssatz, erhöhen sich bei ansonsten unveränderten Bewertungsparametern die Kapitalkosten und die Unternehmenswerte sinken tendenziell. Umgekehrt kann ein rückläufiger Basiszinssatz zu höheren Unternehmenswerten führen. Entscheidend bleibt allerdings das Zusammenspiel mit weiteren Bewertungsgrößen, insbesondere der Marktrisikoprämie und den erwarteten künftigen finanziellen Überschüssen.
Im Ergebnis bleibt die weitere Zinsentwicklung für die verbleibenden Monate des Jahres 2026 offen. Die FED hält angesichts des erhöhten Inflationsgeschehens an ihrem vorsichtigen Vorgehen fest und macht weitere Entscheidungen von den verfügbaren Wirtschaftsdaten abhängig. Die Zinspause vom 28.10.2026 ist daher nicht als Signal für unmittelbar bevorstehende Zinssenkungen zu verstehen. Sollte das allgemeine Zinsniveau weiter steigen, könnten auch die Kapitalkosten der Unternehmen zunehmen. In der Folge würden bei ansonsten unveränderten Bewertungsparametern die Unternehmenswerte sinken und etwaige Wertminderungsrisiken steigen. Für Unternehmensbewertungen bleiben deshalb sowohl die weitere Geldpolitik als auch die Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen von Bedeutung.