Die überarbeitete IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung: „Bilanzierung von Finanzinstrumenten des Handelsbestands bei Instituten“ (IDW RS BFA 2 n.F.) wurde am 07.10.2025 vom Bankenfachausschuss veröffentlicht. Sie ersetzt die Fassung vom 03.03.2010 und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2024 beginnen. Die Neufassung beantwortet zentrale Zweifelsfragen zur Zuordnung, Bewertung und Umwidmung von Finanzinstrumenten des Handelsbestands gemäß § 340e HGB und konkretisiert die Anhangangabepflicht nach HGB und RechKredV.
Die IDW-Stellungnahme zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten des Handelsbestands bei Instituten (IDW RS BFA 2 n.F.) mit Stand vom 07.10.2025 wurde im November 2025 vom IDW veröffentlicht (IDW life 11/2025, S. 879 ff.). Die Stellungnahme ist in sieben Gliederungspunkte unterteilt. Nach einleitenden Vorbemerkungen nimmt IDW RS BFA 2 n.F. Stellung zu dem Begriff des Finanzinstruments i. S. der §§ 340c und 340e HGB und zu Fragen der Zuordnung von Finanzinstrumenten zum Handelsbestand und deren Umwidmung. Darüber hinaus äußert sich IDW RS BFA 2 n.F. zu Fragen der Bewertung und des Ausweises von Finanzinstrumenten und den mit ihnen zusammenhängenden Bewertungseffekten in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung: Schließlich geht IDW RS BFA 2 n.F. auf notwendige Anhangangaben nach HGB und RechKredV ein.
Wesentliche inhaltliche Änderungen
Gegenüber der bisherigen Version nimmt IDW RS BFA 2 n.F. insbesondere Klarstellungen vor zu:
- dem Begriff des Finanzinstruments nach §§ 340c und 340e HGB.
- der Definition und Abgrenzung derivativer Finanzinstrumente.
- den Voraussetzungen für Umwidmungen in bzw. aus Handelsbestand.
Der Handelsbestand umfasst weiterhin originäre und derivative Finanzinstrumente sowie Edelmetalle, sofern diese dem kurzfristigen Eigenhandel dienen.
Die Handelsabsicht muss beim Zugang eindeutig vorliegen und dokumentiert sein. Eine spätere Zuordnung in den Handelsbestand ist ausgeschlossen. Umwidmungen aus dem Handelsbestand sind nur bei außergewöhnlichen Umständen zulässig, müssen begründet werden und sind nachvollziehbar zu dokumentieren. Zudem hat die Umwidmung zum Buchwert ausweislich des letzten Jahresabschlusses bzw. zu den Anschaffungskosten des laufenden Jahres zu erfolgen.
Außerdem stellt der IDW klar, dass Emissionszertifikate nicht unter den Begriff der Finanzinstrumente fallen und Kryptowerte gem. § 2 Abs. 1 KMAG nur als Finanzinstrumente gelten, wenn sie die Bedingungen der Anforderungen für Finanzinstrumente gem. §§ 340c und 340e HGB erfüllen.
Bewertung und Derivate
Die Neufassung von IDW RS BFA 2 bestätigt die in § 255 Abs. 4 HGB festgelegte Bewertungshierarchie: Zunächst ist der beizulegende Zeitwert zu berücksichtigen, ansonsten sind anerkannte Bewertungsverfahren anzuwenden. Nur im Ausnahmefall dürfen die Anschaffungskosten fortgeführt werden. Derivate sind in IDW RS BFA 2 nun klarer definiert, beispielsweise hinsichtlich ihrer Abhängigkeit vom Basiswert, der geringen Anfangszahlungen und der zukünftigen Erfüllung. Auch Passivpositionen wie Short-Positionen sind mit dem beizulegenden Zeitwert zu erfassen.
Erweiterte Anhangangaben
IDW RS BFA 2 n.F. konkretisiert die Offenlegungspflichten gemäß § 35 RechKredV. Institute müssen unter anderem:
- den Handelsbestand nach Kategorien wie Derivate, Forderungen, Schuldverschreibungen und Aktien aufgliedern.
- die Methode zur Ermittlung des Risikoabschlags einschließlich relevanter Annahmen offenlegen
- Änderungen interner Kriterien für die Handelsbestandszuordnung erläutern.
- Umwidmungen müssen mit Beiträgen und Ergebniseffekten dargestellt werden.
Eine geografische Aufgliederung der Nettoerträge ist nur erforderlich, wenn die Handelsaktivitäten regional organisiert sind.
Fonds für allgemeine Bankrisiken
Die Pflicht zur Zuführung von Teilen der Nettoerträge des Handelsbestands in den Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340e Abs. 4 HGB bleibt bestehen. In der Übergangsphase gilt: Im ersten Jahr entspricht der maßgebliche Durchschnitt dem Nettoertrag des laufenden Jahres, ab dem fünften Jahr umfasst er hingegen fünf Geschäftsjahre.
Mit dem IDW RS BFA 2 n.F. erhält die Bilanzierung des Handelsbestands ein aktualisiertes und stärker strukturiertes Rahmenwerk. Die Neufassung schärft die Abgrenzung der Finanzinstrumente, erhöht die Transparenz in der Berichterstattung und stellt klarere Anforderungen an die Bewertung, Dokumentation und Offenlegung. Für Institute bedeutet dies eine spürbare Vereinheitlichung der handelsrechtlichen Praxis.