Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 27.11.2025 den nationalen Prüfungsschwerpunkt für 2026 auf ihrer Website bekanntgegeben. Weitere Details finden sich in der zugehörigen Pressemitteilung.
Die BaFin wird in den Lageberichten zu den Jahres- und Konzernabschlüssen 2025 insbesondere überprüfen, wie Unternehmen auf die Auswirkungen makroökonomischer Veränderungen eingehen. Faktoren wie Handelsbeschränkungen, schwankende Rohstoff- und Energiepreise, der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz, globalisierte Wertschöpfungsketten und neue regulatorische Anforderungen stellen derzeit erhebliche Herausforderungen für viele Unternehmen dar.
Die BaFin erwartet, dass Unternehmen in ihren Lageberichten die relevanten makroökonomischen Einflussfaktoren klar und differenziert darstellen und deren Auswirkungen auf die aktuelle und zukünftige Unternehmensentwicklung fundiert analysieren. Dabei wird eine ausgewogene und umfassende Berichterstattung gefordert.
Zudem betont die BaFin, dass die zugrunde liegende Datengrundlage der Berichterstattung ausreichend sein muss, um den Kapitalmarkt umfassend zu informieren. Die Darstellung sollte sich nicht ausschließlich auf die subjektiven Einschätzungen der Unternehmensleitung stützen.
Abschließend verweist die BaFin auf die von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) am 14. Oktober 2025 veröffentlichten Prüfungsschwerpunkte für IFRS-Abschlüsse (vgl. Newsbeitrag vom 23.10.2025). Diese umfassen insbesondere die Auswirkungen geopolitischer Risiken sowie die Segmentberichterstattung.
Für die Praxis, und auch für die HGB-Bilanzierer, stellen die Hinweise der BaFin wichtige Anhaltspunkte für ihre Lageberichterstattung dar. Bei den anstehenden Lageberichten für das (kalenderjahrgleiche) Geschäftsjahr 2025 ist daher ein Berichtsschwerpunkt auf die weltweiten, geopolitischen und makroökonomischen Veränderungen und Rahmenbedingungen zu legen.