News

Corona-Finanz­hilfen

Fristenverlängerung für die Antragstellung auf Überbrückungshilfe III Plus und für die Schlussabrechnungen

Unternehmen, die auch weiterhin aufgrund der Corona-Pandemie wesentliche Umsatzausfälle zu verzeichnen haben, können derzeit die Überbrückungshilfe III Plus beantragen. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe III Plus lief ursprünglich zum 31.12.2021 aus, wurde nun aber bis zum 31.03.2022 verlängert. Gleichzeitig wurde die Frist für die Schlussabrechnungen sämtlicher Corona-Finanzhilfen vom 30.06.2022 auf den 31.12.2022 nach hinten verlegt.

Derzeit können Unternehmen, die aufgrund der andauernden Corona-Pandemie wesentliche Umsatzrückgänge im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie zu verzeichnen haben, die Überbrückungshilfe III Plus beantragen. Der Förderzeitraum des Förderprogramms deckt den Zeitraum von Juni bis Dezember 2021 ab. Der 31.12.2021 als Ende des Förderzeitraums stellte zudem die Antragsfrist auf Überbrückungshilfe III Plus dar. Aus diesem Grund war es beispielsweise notwendig, dass Unternehmen, die für den Dezember 2021 Förderung beantragen möchten, eine Schätzung der monatsspezifischen für den Antrag notwendigen Unternehmenszahlen vornehmen mussten.

Nun wurde die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe III Plus bis zum 31.03.2021 verlängert. Dies bedeutet, dass sich Unternehmen ausreichend Zeit lassen können, um die Unternehmenszahlen für den Antrag, insbesondere auch für den Dezember 2021 zusammenzustellen. In der Folge dürften sich unter anderem weniger und geringwertigere Änderungen im Rahmen der Schlussabrechnung ergeben.

Diese Schlussabrechnung war ursprünglich bis zum 30.06.2022 vorzunehmen. Die Frist zur Schlussabrechnung wurde gleichzeitig mit der Fristenverlängerung für die Überbrückungshilfe III Plus auf den 31.12.2022 nach hinten verlegt. Dies gilt gleichermaßen für die Schlussabrechnungen der übrigen Corona-Finanzhilfen (November- und Dezemberhilfe sowie sämtliche Überbrückungshilfen).

Insgesamt ist die Verlängerung der Antragsfrist für die Überbrückungshilfe III Plus zu begrüßen, da dies eine realitätsnähere Beantragung auf Basis vorliegender Ist-Zahlen ermöglicht. Außerdem werden alle, die am Antrags- und Bewilligungsprozess beteiligt sind, entlastet, was insbesondere vor dem Hintergrund der nahenden Weihnachts- und Feiertage willkommen ist. Mit der neuen Antragsfrist verbleiben den Unternehmen drei weitere Monate nach Ablauf des Förderzeitraums. Die Schlussabrechnungen rücken mit ihrer Fristenverlängerung weiter in die Zukunft. Die Schlussabrechnungen als solche waren ohnehin (noch) nicht inhaltlich oder prozesstechnisch ausgestaltet und verbleiben nun vermutlich für einen noch längeren Zeitraum ein noch ungeklärter Bestandteil der Corona-Finanzhilfen. Dies ist dahingehend kritisch zu sehen, als dass das Wissen darum, welche Angaben in der Schlussabrechnung noch verändert werden könnten, unter Umständen von Relevanz sein kann für die eigentliche Antragstellung. Vor diesem Hintergrund kann es ratsam sein, dass Unternehmen im Zweifel anhand von Änderungsanträgen ihren originären Antrag nach ihrem Informations- und Kenntnisstand und nach ihren Interessen adaptieren. Die Ausgestaltung der Schlussabrechnung ist noch nicht bekannt. Es bleibt zu hoffen, dass der Gesetzgeber hier eine Lösung findet, die eine möglichst umfassende und praktikable Überprüfung aller beantragten und gewährten Corona-Förderungen ermöglicht, um hier bestenfalls im Sinne einer Günstigerprüfung für die Unternehmen eine faire Ermittlung der zu gewährenden Corona-Förderungen sicherzustellen. In diesem Zusammenhang muss eine Lösung gefunden werden, die sicherstellt, dass sich unterschiedliche Rechts- und Kenntnisstände in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Antragstellung der jeweiligen Corona-Förderung im Ergebnis nicht zum Nachteil der antragstellenden Unternehmen auswirken.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Audit Advisory Valuation

Basiszinssatz nach IDW S 1 bleibt zum 01.03.2024 gerundet bei 2,50 %

Der Basiszinssatz nach IDW S 1 stagniert zum 01.03.2024 bei gerundet 2,50 %. Der ungerundete Basiszinssatz sinkt von 2,49 % zum 01.02.2024 auf 2,39 % zum 01.03.2024. Somit setzt sich der sinkende Trend des Basiszinssatzes der vergangenen Wochen fort. Der für Bewertungszwecke relevante Basiszinssatz hat zum 01.02.2024 nach einem längeren Aufwärtstrend eine...
Advisory Valuation

Basiszinssatz

Basiszinssätze nach IDW S 1 i. d. F. 2008 Die folgende Tabelle stellt die Basiszinssätze für Unternehmens­bewertungen nach IDW S 1 i. d. F. 2008 bzw. IDW RS HFA 10 für Bewertungsstichtage, beginnend ab 01.11.2017, dar. Die Zinssätze wurden gemäß Vorgaben des IDW (vgl. WPH Edition, Bewertung und Transaktionsberatung,...
Audit Advisory

E-DRÄS 14 mit Änderungen des DRS 18 zu latenten Steuern veröffentlicht

Die durch das Ende Dezember 2023 durch das Mindestbesteuerungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz in das HGB aufgenommenen Regelungen beinhalten sowohl eine Ausnahme von der Bildung latenter Steuern als auch korrespondierend eine Ausweitung der Anhangberichtspflichten. DRS 18 zu latenten Steuern soll entsprechend ergänzt werden. Mit dem am 28.02.2024 vorgelegten Entwurf des Deutschen Rechnungslegungs Änderungsstandards Nr. 14...
Tax Advisory

Bundestag stimmt „unechtem“ Vermittlungsergebnis zum Wachstums-chancengesetz zu

Der Bundestag hat in seiner Sitzung vom 23.02.2024 – wie erwartet – dem „unechten“ Vermittlungsergebnis zum Wachstumschancengesetz zugestimmt. Die Zustimmung erfolgte ohne die Stimmen der Union. Damit bleibt es ungewiss, ob der Bundesrat dem Wachstumschancengesetz zustimmen wird. Die Abstimmung im Bundesrat ist für die Sitzung am 22.03.2024 geplant. Am...