News

Schwerpunkte der Ab­schluss­durchsicht der Wirt­schafts­prüfer­kammer für 2022

Im Dezember 2021 veröffentlichte die Wirtschaftsprüferkammer die Schwerpunkte der Abschlussdurchsicht für das Jahr 2022. Mit der Schwerpunktsetzung werden bisherige Feststellungen aus durchgeführten Abschlussdurchsichten aufgegriffen sowie erwartete Fragen zum Bestätigungsvermerk und zur Rechnungslegung adressiert.

Im Dezember 2021 veröffentlichte die Wirtschaftsprüferkammer die Schwerpunkte der Abschlussdurchsicht für das Jahr 2022. Die folgenden Prüfungsschwerpunkte wurden ausgehend von den Erfahrungen der Vergangenheit und aktuellen Fragestellungen von der Wirtschaftsprüferkammer identifiziert und festgelegt.

Hinsichtlich des Bestätigungsvermerks bilden die Grundsätze zu dessen Formulierung einen zentralen Schwerpunkt, ebenso Modifizierungen von Prüfungsurteilen im Bestätigungsvermerk. Zudem sind Hinweise zur Hervorhebung eines Sachverhalts und Hinweise auf bestandsgefährdende Risiken Gegenstand der Abschlussdurchsicht.

Einen weiteren Schwerpunkt der Abschlussdurchsicht stellt die Gewinn- und Verlustrechnung dar. Im Fokus stehen hier die Einhaltung von Gliederungsvorschriften sowie der Ausweis der Davon-Vermerke zu Abzinsungs- bzw. Aufzinsungseffekten und zu Fremdwährungseffekten.

Im Zusammenhang mit dem Verbindlichkeitenspiegel werden Vermerke zum Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr, von mehr als einem Jahr und von mehr als fünf Jahren bei jedem gesondert ausgewiesenen Posten ebenso genauer betrachtet wie die Angaben zu Besicherungen.

Als vierter Schwerpunkt im Rahmen der Abschlussdurchsicht wurde die korrekte Abbildung von Altersversorgungsverpflichtungen identifiziert. Zentrales Thema hierbei sind der Ansatz von Pensionsrückstellungen und Angaben zu deren Berechnungsmethodik sowie Angaben zur Verrechnung mit Deckungsvermögen und zu ausschüttungsgesperrten Unterschiedsbeträgen gemäß § 253 Abs. 6 HGB.

Ebenfalls als Schwerpunkte der Abschlussdurchsicht genannt werden die Angaben zu Sicherungsgeschäften nach § 285 Nr. 19 und 23 HGB bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 11 und 15 HGB. Dazu gehören Angaben zu Art und Umfang sowie zum beizulegenden Zeitwert, zum Buchwert und zur angewandten Bewertungsmethode hinsichtlich der nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten derivativen Finanzinstrumente. Im Fokus stehen zudem Angaben hinsichtlich der gemäß § 254 HGB gebildeten Bewertungseinheiten.

Den sechsten Schwerpunkt der Abschlussdurchsicht für 2022 stellen die Haftungsverhältnisse dar mit den Angaben zum Gesamtbetrag der Haftungsverhältnisse i.S.d. § 251 HGB und den gesonderten Angaben zu Verpflichtungen betreffend Altersversorgung bzw. gegenüber verbundenen oder assoziierten Unternehmen. Dazu gehört auch die Begründung der Einschätzung des Risikos einer möglichen Inanspruchnahme.

Der siebte und letzte Schwerpunkt im Rahmen der Abschlussdurchsicht bezieht sich auf die Risiko- und Prognoseberichterstattung im (Konzern-)Lagebericht. Dieser Schwerpunkt ist auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen, die eine entsprechende Auseinandersetzung mit der Thematik in der Berichterstattung erfordern. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Risikosituation des Bilanzierenden als auch hinsichtlich der Verlässlichkeit früherer Prognosen sowie der Belastbarkeit der zukünftigen Erwartungen.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Advisory Valuation

OLG Düsseldorf vom 07.07.2022 (Az.: 26 W 13/18)

Das OLG Düsseldorf hat sich in seinem Beschluss vom 07.07.2022 (26 W 13/18) zur Bestimmung des Unternehmenswerts und in diesem Kontext zur Verwendbarkeit plausibler Ausschüttungsannahmen bei der Unternehmensbewertung geäußert. Dem OLG Düsseldorf folgend ist in der ewigen Rente grundsätzlich von typisierten Ausschüttungsannahmen auszugehen. Ausnahmen können sich aber im Zusammenhang...
Audit

E-DRÄS 13 vom DRSC veröffentlicht

Das DRSC hat im Januar 2023 E-DRÄS 13 veröffentlicht, der Änderungen an DRS 20 Konzernlagebericht sowie DRS 21 Kapitalflussrechnung enthält. Diese umfassen einerseits redaktionelle Anpassungen, sollen andererseits aber auch aufgetretene Anwenderfragen adressieren und Unklarheiten beseitigen. Die Kommentierungsfrist zu dem publizierten Entwurf endet am 28.04.2023. Mit E-DRÄS 13 hat das DRSC...
IT Audit Valuation Advisory Tax Legal Audit

Dr. Kleeberg & Partner GmbH erweitert Partnerkreis

Pressemitteilung München, 18.01.2023 Seit 01.01.2023 verstärken Lorenz Neu, Philipp Rinke und Dr. Hannes Zieglmaier als neue Partner die Dr. Kleeberg & Partner GmbH WPG StBG. Lorenz Neu verstärkt den Bereich Audit bei Kleeberg. Er hatte zuvor mehrere Jahre bei einer der Big Four gearbeitet und leitete anschließend den Bereich...
Tax Audit

Absetzung für Substanz­verringerung nach Erwerb eines Kies­vorkommens durch eine KG

Erwirbt eine Personengesellschaft von ihrem Gesellschafter einen Bodenschatz und hält das Anschaffungsgeschäft dem Fremdvergleich stand, so berechtigt der Anschaffungsvorgang auch zur Absetzung für Substanzverringerung. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil IV R 25/19 vom 01.09.2022 folgende Leitsätze aufgestellt: 1. Ein zur Inanspruchnahme von Absetzungen für Substanzverringerung (AfS) berechtigender Anschaffungsvorgang liegt auch dann vor,...