News

Auswirkungen der Corona-Krise im Jahresabschluss 2020

Die Corona-Pandemie wirkt sich nicht nur auf die aktuelle wirtschaftliche Situation der Unternehmen aus, sondern wird zwangsläufig auch Folgen für die Rechnungslegung haben. Anders als für Jahresabschlüsse zum 31.12.2019 können sich für Abschlüsse, deren Geschäftsjahr später endet, erhebliche materielle Bilanzierungsänderungen ergeben.

Anders als für Jahresabschlüsse zum 31.12.2019 können die augenblicklichen wirtschaftlichen Verwerfungen für Abschlüsse, deren Geschäftsjahr später endet, erhebliche materielle Bilanzierungsänderungen nach sich ziehen. Das IDW geht in seiner Stellungnahme vom 25.03.2020 davon aus, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vollumfänglich im Jahresabschluss zu berücksichtigen sind, sofern der Bilanzstichtag am 31.03.2020 oder später liegt. Während im Jahresabschluss 2019 daher die Folgen der Corona-Pandemie regelmäßig nur Eingang in den Nachtragsbericht oder Lagebericht gefunden haben bzw. finden, schlagen sich die Effekte für spätere Zeiträume in der Bilanz sowie der Ergebnisrechnung der Unternehmen nieder. Im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Corona-Krise müssen aktuell bereits eingetretene Wertminderungen identifiziert und abgebildet werden.

Aus den aktuellen Entwicklungen können im immateriellen Vermögen sowie im Sachanlagevermögen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung Abschreibungen erforderlich werden, ebenso im Finanzanlagevermögen, wo Abschreibungen auch bei einer vorübergehenden Wertminderung zulässig sind. Gemäß dem strengen Niederstwertprinzip können auch im Vorratsvermögen sowie in den Forderungen Abschläge erforderlich sein, ebenso wie die Werthaltigkeit aktivierter latenter Steuern in Frage stehen kann. Der Bedarf der Bildung von zusätzlichen Rückstellungen – bspw. aufgrund drohender Verluste aus Beschaffungs- oder Absatzgeschäften – ist ebenso zu prüfen wie die Einschätzung der Möglichkeit einer Inanspruchnahme aus Haftungsverhältnissen.

Neben kurzfristig eingetretenen Wertminderungen müssen insbesondere die nachhaltigen Folgen der Krise abgeschätzt werden. Aufgrund der Komplexität der gegenwärtigen Situation und der ihr anhaftenden Unsicherheit müssen die notwendigen und richtigen Maßnahmen frühzeitig eingeleitet werden. Einer unterjährigen Berichterstattung und Bewertung kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Dies ist nicht zuletzt auch deswegen notwendig, um den Kapitalmarkt, Eigentümer, Gläubiger oder Banken zeitnah mit den relevanten Informationen zu versorgen.

Download-PDF: Kleeberg_Kurzinformation_Corona_Jahresabschluesse_2020

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Audit Tax

Bilanzierung von Zu­sagen auf Gewäh­rung von Alters­freizeit

Der Fall: Ein Unternehmen gewährt seinen Mitarbeitern neben dem Arbeitsentgelt einen Anspruch auf zusätzliche bezahlte Freizeit für jedes volle Jahr der Betriebszugehörigkeit, welche unmittelbar vor dem Eintritt in den Ruhestand in Anspruch genommen werden kann. Wie sind solche Zusagen von Altersfreizeit im handelsrechtlichen Jahresabschluss abzubilden? Es ist zu untersuchen,...
Advisory Audit

Bilanzie­rung von „grünen“ Finanzierungen

Green Bonds bieten die Möglichkeit, Kapitalbeschaffung und -generierung an „grüne“ Projekte zu binden. Zwar gewinnt diese Art der Finanzierung zunehmend an Bedeutung, jedoch erschweren bisher fehlende gesetzliche Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene ein einheitliches Vorgehen im Rahmen der Bilanzierung. Mithilfe des European Green Bond Standard (EUGBS) soll diesem...
Advisory Audit

Offen­legung Jahres­abschluss 2020

Die Unternehmenspublizität nimmt in den Vorschriften des HGB eine zentrale Rolle ein. Zur Einhaltung der gesetzlichen Offenlegungsfrist für das kalenderjahrgleiche Geschäftsjahr 2020 müssen zur Offenlegung verpflichtete Unternehmen spätestens bis zum 31.12.2021 ihren festgestellten Jahresabschluss beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers einreichen. Eine gesetzeskonforme Offenlegung des Jahresabschlusses für das Jahr 2020...
Advisory Audit Valuation

Niedrigzins, Unter­nehmens­bewer­tung, Basis­zins, EZB, Infla­tion, Geld­politik

Die Zentralbanken besitzen die geldpolitischen Mittel, um den ansteigenden Verbraucherpreisen entgegenzuwirken und trotzdem wird die aktuelle Inflationsrate in vielen Ländern nicht als Grund angesehen, eine Abkehr der aktuellen Geldpolitik einzuleiten. Das derzeit weiter anhaltende Niedrigzinsniveau und die damit zusammenhängende Geldpolitik der EZB haben unmittelbar Auswirkung auf aktuelle Unternehmenswerte. Das...